_Und was machen Sie beruflich__

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_Und was machen Sie beruflich__
Datum: 11.12.2009, 13:43

die Befragte kennt das. Dann aber bemüht anerkennend: „Jaja, die Kleinen, die machen sicher viel Arbeit... Sie entschuldigen mich.”
Eine Frau, die sich entschieden hat, Kinder zu erziehen und, je nach Größe der Familie, einen 14-Stunden-Tag auf sich nimmt, trägt häufig das Etikett „Dummchen” auf der Stirn. In der Regel erlebt sie einen Reaktions-Cocktail aus unterschwelliger Anerkennung im Tonfall, Mitleid bis Unverständnis  in Blick, Lächeln und Unterton, und dem erhabenen Gefühl von Überlegenheit in Gestik (man schwenkt weltmännisch das Prosecco-Glas) und Intellekt. Und das zu Recht, denn man selber tut ja etwas für das Bruttosozialprodukt. „Die Arme, kaum Sozialkontakte, bedauernswert. Wie schafft die das?”
Wer im Aldi an der Kasse sitzt oder im Sparmarkt Dosen und Büchsen kramt, dem geht es da schon besser; denn der verfügt über diese „Sozialkontakte“. Kein Zweifel: Respekt vor diesen Frauen, die sich ja „nebenbei” meist noch um Haushalt und Ehemann oder Familie kümmern und ihre Erwerbsarbeit verrichten, weil das Portemonnaie es erfordert. Doch man geht schon abenteuerlich um, mit dem Wort „Arbeit“. Wer zu Hause arbeitet, arbeitet eigentlich nicht. Nur wer sich nicht um seine eigenen Kinder, sondern um die der berufstätigen Nachbarin kümmert, der hat plötzlich einen richtigen Beruf: er ist „Erzieherin”! Irgendwie fällt mir Loriot ein ...
Deswegen ein Tip: Liebe Hausfrauen und Mütter, sollte Sie nochmals jemand nach Ihrem Beruf fragen, so antworten Sie doch: „Ich bin selbständig und betreibe gemeinsam mit meinem Mann eine Firma. Wir investieren zur Zeit primär in Humankapital und haben klar umrissene Verantwortungsbereiche. Ich kümmere mich vor allem um Personalführung, Food, Hygiene und Betriebsästhetik sowie um die Terminkoordination des fünfköpfigen Teams und die Organisation von Events. Mein Mann übernimmt die Kapitalbeschaffung, Buchführung, Kundenakquisition, Auftragsbearbeitung und, als eine Art Hobby, die  Wartung der Firmenwagen.” Meine Damen, Sie werden einen Bewunderer mehr haben!

Sven von Storch

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