Haben uns halt dran gewöhnt

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Haben uns halt dran gewöhnt
Datum: 28.01.2010, 07:28

 

Es begann mit Big Brother, führte ins Dschungelcamp, zu Superstars und Supermodels. Jeden Abend eine Talkshow, ein Fernsehpreis oder ein Ratequiz. Brot und Spiele fürs Volk! Alles super, alles geil! Nun sind wir wieder weiter: Auf der Suche nach dem nächsten Kick würgen sich Jugendliche in Diskotheken bis hin zur Ohnmacht. Es hat schon Tote gegeben. Naja, wir gewöhnen uns schon noch dran!

 

Wir haben uns gewöhnt an Panikmache und Massenhysterie: Saurer Regen, Waldsterben, Schmilzen des Himalaya. Dann „Daisy“, die die Behörden zwang, den Bürgern Hamsterkäufe und „möglichst-zu-Hause-bleiben“ zu empfehlen. Dann: das Streusalz wurde knapp! Himmel hilf. Und nachdem wir den Rinderwahnsinn, die Vogel- und die Schweinegrippe glücklich überstanden hatten, wäre zur Abwechslung eine Fischkrankheit fällig.Vielleicht eine Herings- oder Forellenpest.

 

Wir haben uns gewöhnt an diese „Art“ der Politik. Sie steckt in der Panikfalle. Ein Durchlauferhitzer ist sie geworden. Nachrichten werden nach dem Muster einfacher Reiz-Reaktionsmechanismen in politische Reflexe übersetzt. Der Umweg über das  Gehirn ist nicht vorgesehen. Jedem Problem und jeder Problemvermutung wird mit markigen Worten begegnet, deren Halbwertszeit nach Wochen rechnet.

 

Aus ihren lederen Rotwein-Ohrenseseln beschimpfen Intellektuelle und bekeifen Politikerinnen Soldaten und Offiziere in Afghanistan. Mehr als 100 zivile Opfer sind in der Tat beklagenswert. Doch dort unten herrscht Krieg, in dem Generäle in Sekundenschnelle Befehle erteilen müssen! Während das Land, dem sie dienen, monatelang geifernd Quiz spielt: Wer hat was wann von wem wo und vor wem gewußt? Realsatire. Unfaßbar.

 

Auch haben wir uns gewöhnt an Überfremdung, Islamisierung und an die Unterwürfigkeit der Politik gegenüber Moslems und Türken in unserem Land. Deutsche Jugendliche, Polizei, Fußball-Schiedsrichter, Lehrer und viele andere wissen um die Arroganz und Aggressivität so mancher jugendlicher Ausländer Deutschen gegenüber. Und um die Bemühungen vieler Deutschen, auf Ausländer zuzugehen, sich um Integration mit großer Selbstverständlichkeit zu bemühen. Und trotzdem wettern deutsche Integrationsminister, wir hätten uns „an der dritten Generation der Türken versündigt“.

 

Wir haben uns gewöhnt an Genderschwachsinn und Kitawahn. Selbst gegen den CSU-Vorschlag, den Eltern doch zumindest die Wahlfreiheit einzuräumen, ihr Kind selbst zu erziehen oder es vom Staat erziehen zu lassen, wettern die Roten: Das sei eine Katastrophe, würden doch so Millionen Frauen aus der Erwerbstätigkeit herausgezogen und folgerichtig für ein gigantisches Steuerdefizit sorgen. Warum keine Arbeitslager für „frische Mütter“, die überglücklich ihre Babys von morgens bis abends der Erziehung des Staates anvertrauen können?

 

Ja, an all das hat sich die Republik mehr oder weniger gewöhnt. Unfaßbar aber ist, daß sie still, stumm und gelassen mit der Barbarei der Spätabtreibung lebt, die es erlaubt, Kinder, die zum Teil lebend zur Welt kommen, bis zum 9. Monat (!) zu töten. „Grauenvoll“ hatte einst die Justizministerin der ersten rot-grünen Bundesregierung, Frau Däubler-Gmelin, Spätabtreibungen im März 1999 genannt . Man müsse sie „unterbinden, schlichtweg unterbinden, wenn die Gesundheit der Mutter nicht gefährdet ist“. Das war’s dann aber auch.

 

Die Methoden der Spätabtreibung sind unterschiedlich. Entweder man „holt“ das Kind per Kaiserschnitt. Diejenigen, die den Eingriff überleben, werden getötet oder einfach liegen gelassen. Das heißt: Der Arzt und die Schwester verlassen den Raum und lassen das Kind verhungern. Dann wird es „entsorgt“.

Während man früher auch gerne eine Salzlösung in die Fruchtblase spritzte (Instillation); an der das Kind nach einem Todeskampf, der über eine Stunde dauerte, schließlich starb, greift man heute lieber zu Prostaglandin. Denn die üblichen Abtreibungsmethoden, bei denen der Embryo abgesaugt oder mit einem Löffel ausgekratzt wird, taugen hier nicht. Prostaglandine sind Wehen auslösende Hormone, die den Embryo aus der Gebärmutter vertreiben, also eine „Frühgeburt“ bewirken, in deren Verlauf der Embryo auf Grund der Enge des Geburtskanals und der noch nicht genügend entwickelten Widerstandskraft des kindlichen Schädels in der Regel stirbt. Die Abtreibung dauert oft mehrere Tage und die Mütter, die meist keine Narkose erhalten, weil sie an der tödlichen „Frühgeburt“ aktiv mitwirken müssen, können den Todeskampf ihres Kindes qualvoll spüren.

 

Will der Arzt das „Risiko“ einer Lebendgeburt vermeiden, greift er zum Fetozid. Dabei wird der Embryo im Mutterleib mittels einer Kalium-Chlorid-Spritze, die unter Ultraschall-Beobachtung in das Herz des Kindes oder in die Nabelschnurvene eingebracht wird, getötet. Nach Reinhard Merkels Kommentar zu Paragraf 218a ist der Fetozid nicht nur zulässig, sondern rechtlich und ethisch sogar geboten. Da die prospektive Geburt des Kindes eine Gefahr für die Mutter darstelle, die durch die Abtreibung beseitigt werden soll, sei ein „Abbruch durch bloße Geburtseinleitung, ohne Fetozid und mit dem hohen Risiko eines kindlichen Überlebens“ grundsätzlich unerlaubt und „hochgradig unmoralisch“.

vollendet.

 

Es sind Menschen, Ärzte und Helfer in weißen Kitteln, die so etwas Barbarisches tun. Es sind Menschen, Politiker und Richter in Jacketts und mit Schlips, die dies täglich geschehen lassen. Und wegschauen. Nichts ändern. Nichts, gar nichts! Es sind Mörder und Beihelfer durch Unterlassen, die sich statt diese Barbarei zu beenden lieber über Soldaten am Hindukusch beschweren oder den Bürgern mangelnde Nächstenliebe gegenüber ihren ausländischen Mitbürgern vorwerfen. Barbarei und Heuchelei. Einfach zum Kotzen!

 

Sven von Storch

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