Mit Quote zum schwellenstaatlichen Normalmaß

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Mit Quote zum schwellenstaatlichen Normalmaß
Datum: 10.12.2013, 10:58

Im Koalitionsvertrag, dessen Sprache mir aus DDR-Tagen vertraut erscheint, steht geschrieben, dass Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen künftig eine "Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent" aufweisen sollen, und es wird angedroht, "dass bei Nichterreichen dieser Quote die für das unterrepräsentierte Geschlecht vorgesehenen Stühle frei bleiben". Die neutrale Formulierung klingt amüsant – wenngleich eine "Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent" dann der bare Nonsens ist (sofern nicht die Transen und Zwitter als drittes und viertes Geschlecht mit je 20 Prozent eingerechnet sind). Doch daran wollen wir uns nicht aufhalten, denn die Drohungen, in die schon ehedem nicht wirklich freie Wirtschaft einzugreifen, fallen danach prügeldicht:

"Wir werden börsennotierte Unternehmen gesetzlich verpflichten, ab 2015 verbindliche Zielgrößen für die Erhöhung des Frauenanteils im Aufsichtsrat, Vorstand und in der obersten Management-Ebene festzulegen".

"Darüber hinaus werden wir Maßnahmen für die Privatwirtschaft ergreifen, die eine Förderung von Frauen in allen Betriebshierarchien zum Ziel haben."

"Die Koalition wird im Einflussbereich des Bundes eine gezielte Gleichstellungspolitik vorantreiben, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen und in Gremien zu erhören und Entgeltungleichheit abzubauen."

"Auch für wissenschaftliche Führungsgremien wollen wir..." –

Halten wir an dieser Stelle erschöpft inne und fragen wir uns: Warum nur Frauen? Die Unternehmer sollten nicht meinen, dass es mit diesem angeblichen Benachteiligtenkollektiv sein Bewenden haben wird, im Gegenteil dürften diese Eingriffe nur der Testlauf sein für weitere Zwangsintegrationsleistungen, welche den Firmen als Diskriminierungsbeseitigungsmaßnahmen abverlangt werden, zunächst die weitere Verschärfung der Quotenregelung (man sieht bei den Grünen, wo das hinführt; eine Partei, die mehrheitlich aus Männern besteht, muss sich von mindestens 50 Prozent, tatsächlich von überwiegend Frauen führen lassen). Ich kenne übrigens eine als Politikerin gescheiterte und auch zuvor in ihrem Beruf nicht eben als Begabungsgranate in Erscheinung getretene SPD-Frau, die momentan ihre persönlichen Kontakte in die Wirtschaft in aller dreister Unschuld abarbeitet, um sich ein paar Aufsichtsratsposten legal zu ergaunern.

Zurück zur Zukunft: Nach den Maiden stehen verschiedene Zuwanderergruppen bzw. -ethnien bereit, die ja bekanntlich exakt so intelligent und damit für Führungspositionen oder wissenschaftliche Führungsgremien begabt sind wie der Autochthone auch und folglich nicht länger benachteiligt werden dürfen. Später vielleicht eine Homosexuellen- oder Kopftuchträgerinnenquote?

Der Witz ist, dass sich die Privatunternehmen, geknebelt vom Zeitgeist der Begabungsgleichheit und der Menschenrechte, nicht werden wehren können, ohne an den Öffentlichkeitspranger zu geraten. Sie müssen vermutlich irgendwann ihre Stellen geschlechter- und rassenparitätisch vergeben und hoffen, dass sich der dadurch enstehende Schaden in Grenzen hält, während es den EU-Kommissaren behagen wird, dass "Made in Germany" eine gewisse Modifizierung hin zu einem schwellenstaatlichen Normalmaß erfährt.

Beitrag erschien zuerst auf: michael-klonvosky.de 

Sven von Storch

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