Apfel und Birne
Apfel und Birne
Datum: 28.11.2013, 14:12
In einem Vortrag über Familie, Adoption und Kinder merkt Bernhard Lassahn mit feinem Gespür für Nuancen an, dass in dem unter anderem auch von Walser und Grass unterzeichneten offenen Brief an alle Mitglieder des Bundestages zur Legalisierung der Homo-Ehe die verräterischste Formulierung lautete: "Gleichgeschlechtliche Liebe ist Liebe wie jede andere auch." Es gibt nämlich kein "jede", sondern eben nur eine, die normale, ewige, der Fortpflanzung der Gattung dienende Liebe – und eine Reihe von Normabweichungen mit gewiss individuell hohem Amüsementwert, aber eben ohne Kinder als Ziel und Ergebnis und folglich nicht gleichwertig. Da den Autoren des Briefes das natürlich klar gewesen sei, so Lassahn, haben sie das einen vermeintlichen Plural oder gar Pluralismus suggerierende, die Tatsachen indes vernebelnde Wörtchen "jede" gewählt.
Aber existieren nicht homosexuelle „Familien“ durch Adoption oder künstliche Befruchtung, mithin eben doch mit Kindern als Ziel? Nun, es gibt kein kein Kind auf dieser Welt, das nicht Vater und Mutter hat. Homosexuelle „Familien“ sind damit per se Trennungsfamilien – mindestens ein Elternteil fehlt immer und wird durch den gleichgeschlechtlichen Partner ersetzt. Das Kind wird seinen Vater oder seine Mutter entweder nie kennenlernen oder in seelische Konflikte geraten. Das ist für Homosexuelle eine tragische Situation, ohne Frage, und wie alle ernsthaften Probleme eben nicht zufriedenstellend zu lösen. Auch hier kommt Lassahn mit sicherem Gespür auf den wunden Punkt: Bislang galt das Schicksal, ein Trennungskind zu sein, immerhin als nicht wünschenswert. Nun wird es im Sonderfall homosexueller „elterlicher“ Selbstverwirklichung auf einmal zweitrangig und vernachlässigbar. Warum eigentlich? Weshalb sollte das Wohl der „Eltern“ wichtiger als das des Kindes sein?
Wer solche Fragen öffentlich diskutieren will, wird gemeinhin von der Homosexuellenlobby niedergebrüllt und nicht ins Fernseh eingeladen. Ich kenne freilich einige Schwule, die sagen, dass man als Homosexueller akzeptieren müsse, anders zu sein und nicht alles haben zu können, was Heteros bekommen. Einer sprach sogar von einer „Wunde“, die er zeitlebens mit sich trüge. Ein Homosexueller mit Distinktion würde sich ungefähr so äußern: Im Grunde ist Homosexualität eine Zeugungsbehinderung, etwa wie Einbeinigkeit eine Gehbehinderung ist, ohne dass Einbeinige in irgendeiner Weise weniger wert wären als Zweibeiner, nur in puncto Laufen dann leider wohl doch. Aber unsere Gleichmacher und Nivellierer aller Fraktionen, Fakultären und Redaktionen wollen das nicht akzeptieren, nicht bei den Zeugungs- und strenggenommen auch nicht einmal bei den Gehbehinderten. Einbeinigkeit ist nämlich eine Fortbewegungsart wie jede andere auch.
Beitrag erschien zuerst auf: michael-klonovsky.de
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