Greta wird heute vom Papst empfangen - Einstellungsgespräch für seine Nachfolgerin_
Greta wird heute vom Papst empfangen - Einstellungsgespräch für seine Nachfolgerin_
Datum: 17.04.2019, 12:06
Für den Drehbuchautor Svante Thunberg erfüllen sich vermutlich gerade fast alle Träume seiner Jugend. Dabei hatten er und seine Frau Emma es mit der Tochter Greta doch so schwer. Das arme am Asperger-Syndrom leidende Kind nahm seine Umwelt nur sehr gefiltert war - wie es eben am Asperger-Syndrom leidende Menschen tun. Bevor sich jetzt hier wieder die Zwangsentrüster, wie ich sie so oft in vielen Kommentaren gelesen habe, aufspulen und zu meinen glauben, sie wüssten alles über dieses Phänomen und wüssten es sogar noch besser als die Experten: kein Asyperger-Syndrom gleicht dem anderen. Also behaltet eure Besserwisserei am besten gleich für euch.
Doch zurück zu der geschundenen Familie Thunberg. Die besten Zeiten von Svante als Drehbuchautor für eine schwedische Vorabendserie, neudeutsch Seifenopfer, lagen schon lange zurück. Auch als Manager seiner Frau Emma, einer Opernsängerin, waren seine Erfolge eher mäßig. Und immer wieder die Probleme mit Greta, die in der Schule auffiel und nicht mitkam. Das ist übrigens alles in dem von Gretas Eltern selbst verfassten Buch nachzulesen.
Auf einmal aber hatte Svante eine richtig gute Idee. Greta hatte ihre Liebe zur Umwelt entdeckt (oder der Papa hat sie ihr eingetrichtert - das ist noch immer nicht endgültig belegt). Jedenfalls wollte Greta, die in der Schule ohnehin massive Probleme hatte und deswegen oft von Heimlehreren unterrichtet wurde, Freitags überhaupt nicht mehr zur Schule gehen sondern sich lieber für die Umwelt engagieren. Sie malte sich ein Schild mit der Aufschrift "Schulstreik für das Klima", stellte sich drehbuchgerecht in Pose und ließ sich ablichten.
Hier tauchen bereits die ersten Ungereimtheiten auf. Warum protestiert eine Schülerin, die zum Großteil von Hauslehreren unterrichtet wird, mit einem solchen Schild vor einer Schule? Wenn sie doch, wie im Buch nachzulesen, von Hauslehreren unterrichtet wird (ein in Schweden überaus teurer Spaß, wie die Eltern geschrieben haben), müsste sie doch vor dem eigenen Elternhaus protestieren.
Wie aus dem Nichts taucht dann zudem Ingmar Rentzhog auf, ein PR-Unternehmer, der die streikende Greta veröffentlicht und sie zum Aushängeschild einer Kampagne seines Unternehmens macht. Zeitgleich wird das Buch der Eltern Thunberg veröffentlicht und schon klingeln die Kronen in der Thunberg-Kasse. Und das ist erst der Anfang.
Greta wird nun herumgereicht in der Welt. Ihre Auftritte wirken minutiös geplant und perfekt einstudiert. Der Drehbuchautor Thunberg ist wieder ganz in seinem Element. Der Höhepunkt seines Schaffens (und Gretas Auftritten) vor dem heutigen Tag war die Verleihung der Goldenen Kamera in Berlin. Peinlich bloß, das ausgerechnet VW einer der Hauptsponsoren dieser Zurschaustellung und Selbstbeweihräucherung ist und man dem schwedischen Mädchen als Beigabe den Schlüssel eines wenig verbrauchsarmen Geländewagen übergeben wollte. Gut, das ist nicht das Versäumnis Gretas; hier hat einmal mehr das ZDF gezeigt, dass man in seinen Reihen Leute hat, die nicht in der Lage sind, Zwei und Zwei zusammenzuzählen.
Heute aber hat das "Projekt Greta" wahrlich seinen Höhepunkt erreicht. Sie wird vom Papst empfangen. Das schaffte nicht einmal Jeanne d´Arc, mit der sie oftmals verglichen wird. Die wurde stattdessen von einem Vertreter der katholischen Kirche zum Tode verurteilt und im Alter von 19 Jahren hingerichtet - doch das ist eine andere Geschichte.
Heute empfängt der Papst Greta. Das Oberhaupt der katholischen Kirche empfängt ein schwedisches Mädchen. Aus einem Land, in dem der Protestantismus erst seit dem 01. Januar 2000 nicht mehr Staatskirche ist. Aus einem Land, in dem bis zum späten 18. Jahrhundert katholische Gottesdienste strengstens verboten waren. Bisher ist nicht zweifelsfrei bekannt, ob Greta evangelisch getauft ist oder ob sie keiner Religion zugehörig ist. Vielleicht kann sie ja Jorge Mario Bergoglio, derzeitlich Papst, während der Audienz beschwatzen, zum Katholizismus zu konvertieren. Dann wäre seine Nachfolge gleich geklärt.
Viel wahrscheinlicher aber ist, dass Greta ihn beschwatzt, demnächst auf Flugreisen zu verzichten und das bei offiziellen Anlässen verwendete Papamobil, ein Mercedes Benz M-Klasse, gepanzert und mit einem schusssicheren Glasaufbau, gegen ein Fahrzeug mit Elektroantrieb auszutauschen. Bei dem Gewicht, dass die Sicherungsausstattung für den Papst mit sich bringt, bleibt die E-Karre dann zwar bereits nach spätestens zehn Minuten stehen. Aber vielleicht kann man ja das E-Papamobil mit einer Verlängerungsschnur ausrüsten, die permanent mit einer Steckdose verbunden bleibt. So weite Strecken lässt sich der Papst ja nun auch nicht fahren.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment