Ein Land, ein Volk -zwei Einstellungen zu den Medien

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Ein Land, ein Volk -zwei Einstellungen zu den Medien
Datum: 28.02.2019, 22:26

Während der Zeit des mörderischen Unrechtsregime der SED bestand die Berichterstattung überwiegend aus vorzensierten Meldungen, sei es in den Fernsehnachrichten der Aktuellen Kamera oder im SED-Organ Neues Deutschland. Eine freie, unzensierte Nachrichtenverbreitung war dem obersten Führungskreis mindestens so zuwider wie das Wort Ausreiseantrag. Stattdessen wurden weitestgehend Meldungen verbreitet, die nahezu samt und sonders heutzutage als Fakenews bezeichnet würden. Die wenigsten Menschen aber glaubten jenen Meldungen und selbst im Staatsrat wird man gewusst haben, dass das Vertrauen in die von den Medien verbreiteten Meldungen gen Null tendierte.

Die Situation im Westen war ganz anders. Zwar wurde immer wieder gewarnt, man sollte nicht alles glauben, was in der Zeitung steht (vor allem in der mit den vier großen Buchstaben), doch das, was in den Hauptnachrichten um 20.00 Uhr verbreitet wurde, nahmen die Menschen für bare Münze. Diese Nachrichtensprecher besaßen das höchste Ansehen und die größte Glaubwürdigkeit.

An diesen grundsätzlich gegensätzlichen Einstellungen hat sich auch 30 Jahre nach der friedlichen Revolution 1989 wenig bis gar nichts geändert. Im Osten ist man sich SICHER, dass die Medien auch heute noch regierungsabhängig sind und entsprechend regierungsfreundlich berichten. Sie erfahren auch immer wieder die Bestätigung ihrer Vorbehalte (Relotius steht lediglich stellvertretend für die Lügenpresse). Im Westen aber tut man sich schwer, mit der alten Gewohnheit zu brechen. Man WILL einfach nicht glauben, dass sich die Nachrichtensprecher derart instrumentalisieren lassen.

Ehemalige Sprecherinnen wie Eva Hermann oder Susann Stahnke wird weitestgehend die Möglichkeit genommen, ihre Sichtweise auf die Gepflogenheiten und Besonderheiten in der Nachrichtenredaktion zu verbreiten. Vermutlich würden ihre Aussgen die Menschen im Land verunsichern - und zum Denken oder sogar zum Nachdenken anregen.

Genau in diesen unterschiedlichen Erfahrungen, die die Menschen auf den beiden Seiten des Todeszauns mit den Medien gemacht haben, liegt die Wurzel der so stark voneinander differierenden Sichtweisen. Allerdings muss man den Medien attstieren, dass sie alles geben, um die unterschiedlichen Perspektiven anzupassen. Mit ihren Märchen, Phantasiemeldungen, Falschnachrichten und Fakenews schaffen sie es, dass sie auch in den westlichen Bundesländern immer weniger Menschen erreichen. Das gilt für die Printprodukte wie Zeitungen und Zeitschriften wie auch die Fernsehsendungen. Vor allem die Staatssender ARD und ZDF kriegen diesen Gegenwind immer deutlicher zu spüren. Womit? Mit Recht!

 

 

Sven von Storch

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