Deutschland macht dem Kleingeld den Garaus
Deutschland macht dem Kleingeld den Garaus
Datum: 17.11.2018, 11:45
Soeben komme ich von meiner allsamstäglichen Einkaufsrunde zurück. Heute stand neben diversen kleineren Geschäften auch der Besuch bei einer Filiale der Supermarktkette REWE auf dem Plan. Für meine größeren Einkäufe wechsele ich die Discounter durch.
Am Kassenbereich sah ich eine Aktion, die mir auf den ersten Blick gefiel: für fünf Euro konnte man eine Warentüte zusammenstellen, die dann der örtlichen Tafel übergeben wird. Weil hier bei uns die Tafel ein eigenständiger Verein und somit unabhängig von kirchlichen oder anderen Institutionen ist, erschien mir das durchaus als eine gute Idee.
Ich sammele das ganze Jahr über die kleinen Münzen (1 Cent bis 50 Cent) in einer großen Flasche. Im Laufe eines Jahres kommen da meist so um die 70 bis 80 Euro zusammen. Letztes Jahr rief ich bei der Tafel an, die extra jemanden zu mir sandte, um das Geld abzuholen. Mit diesen Warentüten wäre den Bedürftigen aber mindestens im gleichen Maße geholfen, dachte ich, und fragte in dem Markt nach, ob ich mein Kleingeld vor Ort gegen die entsprechende Anzahl an diesen Warentüten eintauschen könne.
Dem fragenden Gesichtsausdruck meiner Gesprächspartnerin war zu entnehmen, dass sich offenbar noch niemand mit einem solchen Ansinnen gemeldet hatte. Als es dann bei der Dame endlich "Klick" gemacht und sie letztlich verstanden hatte, worauf ich hinaus wollte, lehnte sie mein Ansinnen rundweg ab. Ich könne gerne so viele Warentüten ordern wie ich will; aber mit Kleingeld könne ich die in jenem Markt nicht bezahlen.
Weil dieser REWE-Markt die Annahme von Kleingeld verweigert, werden zumindest von mir keine Warentüten dort gekauft werden. Und weil man sich dort weigert, Kleingeld anzunehmen, werde ich dort überhaupt nicht mehr einkaufen. Denn auch Kleingeld ist Geld.
Keine Münze ist illegal - es sei denn, sie ist eine Falschprägung!
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