Deutsche Panzer gegen Russland - es riecht nach _1941_
Deutsche Panzer gegen Russland - es riecht nach _1941_
Datum: 25.01.2023, 13:29
Es bedarf wohl wenig Phantasie, welche Gefühle, Sorgen und Ängste - und vor allem Verärgerung und Zorn - diese Scholz-Entscheidung in Russland und in Weißrussland hervor ruft. Ausgerechnet ukrainische Truppen sollen mit deutschen Panzern und deutschem Kriegsgerät ausgerüstet werden, um damit gegen aus Moskau befehligte Truppen zu kämpfen.
Ganz neu ist dieses Szenario nicht: 1941 wurden ukrainische Verbände mit deutschen Waffen und Material ausgestattet, um damals auch gegen aus Moskau befehligte Truppen zu kämpfen. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt.
Was mich noch mehr stört, ist die Tatsache, dass wir deutschen Bürger bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit die Litanie von der angeblich ewig währendem historischen Verantwortung für die Ereignisse in der Zeit von 1933 bis 1945 von Altparteienpolitikern gepredigt bekommen. Jetzt aber scheint diese historische Verantwortung nicht mehr existent zu sein. Sie ist verschwunden, wurde in der Dachkammer abgelegt oder einfach in einem Schuhkarton im Garten begraben. Eine historische Verantwortung bei der Entsendung deutscher Panzer in die Region nördlich des Schwarzen Meers gibt es offenbar nicht - oder ist politisch nicht gewollt.
Zuletzt bleibt dann noch die Frage der Sinnhaftigkeit dieser Aktion. Einmal ganz abgesehen davon, dass diese Entsendung deutscher Panzer in die Ukraine ein klarer Verstoß gegen diverse internationale Abkommen und Richtlinien der NATO ist, wird damit auch eine Art "rote Linie" überschritten. Bisher hat Russland im Donbas lediglich leichte und mittlere Panzer eingesetzt, in erster Linie Schützen- und Aufklärungspanzer.
Die Hemmschwelle, schwere Panzer in die Region zu entsenden und einzusetzen ist mit der Scholzschen Entscheidung gefallen. Selenskij bekommt seine Forderung erfüllt - aber es fehlt an erfahrenen Besatzungen, an den notwendigen Betriebsmitteln, an Werkzeugen und an Werkstätten für Wartung, Instandsetzung und Reparatur. Sprich: es mangelt an der gesamten Infrastruktur für einen effektiven Einsatz.
Die ukrainischen Soldaten sind mit kyrillischen Buchstaben aufgewachsen, die Bedienungselemente und Anzeigen in den deutschen Panzern aber sind samt und sonders in lateinischen Buchstaben. Die Ukraine hat keine Ausbilder, die selbst auf diesen Panzern ausgebildet wurden. "Learning by doing" funktioniert auf diesen hochtechnischen Präzisionswaffen nicht, das kann nur in die Hose gehen. Es müssten also westliche "Militärberater" diese Aufgabe übernehmen. Die Amis wären sicherlich bereit dazu - sie sind ja immer gerne dazu bereit, Krieg in Ländern fern ihrer Heimat zu führen. Aber ich wage zu bezweifeln, dass sich Berufssoldaten der deutschen Panzertruppen für eine solche Aufgabe bereit erklären werden.
Dann hat Selenskij jede Menge deutsche Panzer zur Verfügung, aber bestenfalls schlecht ausgebildete Besatzungen. Auf der Gegenseite stehen seiner Trümmertruppe dann Verbände mit T-80, T-90 und T-14-Panzern gegenüber mit Besatzungen, die jahrelang auf diesen Systemen geschult und trainiert sind. Das Ergebnis eines solchen Aufeinandertreffen ist leicht vorhersehbar.
Unweit der Grenze der Ukraine liegt Kursk. Dort gab es die letzte große Panzerschlacht mit deutscher Beteiligung im Zweiten Weltkrieg. Jeder deutsche Panzer war im direkten Vergleich mit seinem Kontrahenten klar überlegen. Dennoch ging die Schlacht aus deutscher Sicht verloren, weil der Gegner schlicht und ergreifend mehr Panzer zur Verfügung hatte. Die deutschen Tiger und Panther zerlegten zwar etliche KW1, KW2 und KW85 auf die Ditanz, aber die rollten einfach immer weiter, bis sie nahe genug heran waren, um ihre Feuerkraft einzusetzen. Außerdem saßen in den deutschen Panzern längst nicht mehr nur erfahrene Besatzungen, sondern oftmals nur kurzzeitig geschulte Soldaten. Das Resultat ist bekannt.
Genau das wird sich auch im Donbas ereignen. Schickt Mokau jetzt seine eigenen schweren Panzerverbände in den Kampf, fliegen Selenskij die Brocken nur so um die Ohren. Dann steht auf dem Schlachtfeld jede Menge teures Altmetall herum, worüber sich die Schrotthändler mächtig freuen. Aber eine Änderung bezüglich des Ausgang des Kampfes wird nicht herbeigeführt; ganz im Gegenteil. Selenskij wird noch früher kapitulieren müssen als bisher. Das ist vielleicht der einzig positive Effekt dieser kurzsichtigen Entscheidung von Scholz und den anderen Wehrdienstverweigerern repektive Ausgemustertten in der bunten Regierung.
Dennoch: es riecht - nein, es stinkt - nach "1941"!
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