Der Argentinier und die Hand Gottes
Der Argentinier und die Hand Gottes
Datum: 02.01.2020, 22:50
Es war 1986, als Diego Armando Maradona bei der Fußballweltmeisterschaft für fast alle (bis auf das Schiedsrichtergespann) einen Treffer klar erkennbar mit der Hand erzielte. Das Tor zählte trotz aller vehementen Proteste der Engländer. Sie schieden aus dem Wettbewerb aus und der kleine Argentinier, der zwar mit den Füßen (und der Hand) mit dem Ball umgehen konnte, dafür aber massive Defizite in der Körperregion oberhalb des Halses nachhaltig unter Beweis stellte, erdreistete sich hinterher, von der Hand Gottes zu schwafeln.
Am Silvesterabend hat wieder ein Argentinier, der offenbar an den identischen Defiziten wie der pummelige Balltreter leidet, die Hand Gottes zum Einsatz gebracht. Er erzielte auch ein Tor - nämlich ein mediales Eigentor. Als Papst, als Oberhaupt der katholischen Kirche, wird definitiv ein anderes Verhalten erwartet. Diese Frau wollte ihm nichts Böses. Sie bekreuzigte noch unmittelbar, bevor der Argentinier auf ihrer Höhe erschien. Zuvor hatte er reichlich Hände geschüttelt und Babies getätschelt. In den Augen der asiatisch stämmigen Frau war die Vorfreude zu erkennen, dass er, der angebliche Stellvertreter Christi auf Erden, ihr gleich die Hand reichen werde. Wer weiß, was diese Frau alles auf sich genommen hat, um an diesem Abend an dieser Stelle stehen zu können und dem Papst die Hand drücken zu können. Unmittelbar vor ihr aber wendet sich der Weißgekleidete ab und wendet sich zum gehen. So nah, das war der Frau wohl in diesem Moment klar, würde sie dem Oberhaupt der katholischen Kirche nie wieder kommen, also griff sie zu.
Sie wollte nur ein einziges Mal in ihrem Leben die Hand des Papstes drücken. Das würde sie selig machen bis an ihr Lebensende. Doch was macht dieser oberste Glaubenshüter? Er faucht sie an und schlägt ihr auf die Hand. Die Erwartung und das Hoffen im Gesicht der Frau ersterben schlagartig und machen einem großen Entsetzen und einer nicht minder großen Enttäuschung Platz.
Gerne würde ich dieser Frau tröstende Worte spenden: der Glauben und die christliche Nächstenliebe sind in den Menschen, also auch in Dir. Jesus Christus lebt in Dir und zeigt Dir seine Liebe. Dazu bedarf es nicht eines Papstes oder anderer Kirchenoberen. Jene lieben nur sich und haben sich längst von der christlichen Lehre abgewandt. Sie horten Schätze und Reichtümer statt sich um das Seelenwohl der Christen zu kümmern. Jesus aber sagt: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Jener Papst wird niemals in das Reich Gottes gelangen, denn er hat den Glauben verloren und verraten.
Ja, das würde ich dieser Frau gerne sagen. Vielleicht würde ihr das über den Kummer ein wenig weghelfen.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment