Wozu Fachkräftezuwanderung, wenn die KI bald alles übernimmt_
Wozu Fachkräftezuwanderung, wenn die KI bald alles übernimmt_
Datum: 22.05.2025, 12:40
Ein Roboter als Koch, der tausende Rezepte beherrscht? Robert als Kellner, die das Essen servieren? Roboter in der Chirurgie? KI-Assistenten für die Büroarbeit? Selbstfahrende Autos? KI-Tools für die Medienarbeit? Reinigungs-Roboter? Künstliche Intelligenz als Lehrkraft? Gibt es alles schon. Es gibt sogar Roboter auf dem Bau, die Fliesen legen. Zwar noch nicht bei uns, aber in Japan, China und den USA. Die Kombination aus Robotik und Künstlicher Intelligenz wird uns immer mehr Arbeit abnehmen. Zahlreiche Berufsfelder werden verschwinden. Viele Menschen werden sich neue Berufe suchen müssen.
Für Japan ist der Weg vorgezeichnet: Weil das Land weitgehend auf Arbeitsmigration verzichtet und eine schrumpfende Bevölkerung hat, konzentriert sich Japan auf die Technisierung und Digitalisierung der Arbeit. Und es funktioniert. Japan ist in der Robotik führend. Doch China und die USA sind dicht auf den Fersen.
In Deutschland wird noch die Mär verbreitet, dass Zuwanderung das Problem des Fachkräftemangels lösen könnte. Dabei liegt das Problem in Deutschland eher in der Wahl der Ausbildungen und Studiengänge durch die jungen Menschen. Statt MINT-Fächer (Medizin, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu studieren, erfreuen sich Geisteswissenschaften wie »Gender Studies« großer Beliebtheit. Statt ein Handwerk zu erlernen, wollen viele junge Menschen lieber »irgendetwas mit Medien« machen.
Wir haben weniger ein demographisches Problem als ein Problem der Studien- und Berufswahl. Das rasante Aufkommen der KI macht die Lage noch komplizierter.
Migranten aus Regionen des Nahen und Mittleren Ostens mit hoher Analphabeten-Quote und schlechten Deutschkenntnissen werden die Lücke nicht schließen. Es gibt auch keinen Sinn, wenn deutsche Politiker in Ländern wie Nigeria oder Kenia Fachkräfte anwerben wollen. Diese Länder haben selber Fachkräftemangel. Wenn man ihnen die am besten Ausgebildeten entzieht, hindert man deren Entwicklungsfähigkeit.
Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden: Wir müssen junge Menschen motivieren, verstärkt Berufe im Handwerk und im medizinischen Bereich und in der Pflege zu wählen. Auch die Begeisterung für Technik muss geweckt werden. Umschulungen helfen Studienabbrechern, einen anderen Weg einzuschlagen.
Arbeitsmigration ist nur für hochspezialisierte Berufe eine kurzfristige Lösung, in der ganz bestimmte Experten angeworben werden, um akute Lücken zu schließen.
Ansonsten sollte sich unsere Gesellschaft eher darauf einstellen, in Zukunft mit mehr Robotik und Künstlicher Intelligenz zurechtzukommen. Verhindern können wir das sowieso nicht, weil nicht Deutschland den Ton angibt, sondern Amerika und Asien.
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