Unfreiheit durch Verknappung der Ressourcen und Chancen

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Unfreiheit durch Verknappung der Ressourcen und Chancen
Datum: 16.09.2025, 15:16

Wenn die Wirtschaft rasant wächst, kann großzügig verteilt werden. Bei hohem Wirtschaftswachstum kann sich eine Gesellschaft viele Freiheiten erlauben. Es ist ja genügend für alle da.

Amerika war für lange Zeit zum Land der Freiheit geworden, weil es nach Westen hin viel Land und Ressourcen gab. Die wirtschaftlichen Aufschwünge in Europa hatten zum Erstarken des liberalen Bürgertums und zu einer deutlichen Mitbestimmung durch die Mittelschicht geführt. Die Bundesrepublik konnte sich liberalisieren, weil sie damals den Aufschwung durch das Wirtschaftswunder genoss.

Chancen, Ressourcen und Wohnraum werden knapper

Das ist alles vorbei. Überall in Europa und in vielen englischsprachigen Ländern werden die Freiheiten zunehmend eingeengt. Dies alles geschieht in Korrelation mit Ressourcenverknappungen. Im Zuge des Klimawahns soll ausgerechnet in einer einer auf Kohlenstoff basierenden Industriewelt (Erdöl, Erdölprodukte, Erdgas, Kohle) die Förderung limitiert werden. Die Nahrungsproduktion wird erschwert, indem die Landwirtschaft kaputtgemacht wird. Wohnraum wird zur Mangelware, weil zu wenig gebaut wird. 

Unfreiheit durch Verknappung der Ressourcen und Chancen

Wenn nicht großzügig in alle Richtungen verteilt werden kann, muss rationalisiert werden, muss bürokratisch genauer festgelegt werden, wer welche Ressourcen erhalten darf.

Es sind gerade linke Parteien und vor allen die Grünen, die sich dieser Logik bedienen, um ihre Gesetzes-Vorstellungen von Kontrolle und Verboten zum Ressourcen-Management durchzusetzen.

Verknappung gewollt, um Unfreiheit zu rechtfertigen?

Ein Paradebeispiel dieser Logik sind die Vorstellungen der grün-linken Ideologin Ulrike Hermann. Auf die Frage, wie sie die Kernaussagen in ihrem Buch »Das Ende des Kapitalismus« zusammenfassen würde, antwortete sie:

»Erste Aussage: Grünes Wachstum wird es nicht geben, weil der Ökostrom nicht reichen wird, um diesen riesigen Kapitalismus zu befeuern, den wir schon haben, plus Wachstum.«

»Zweitens: Es geht als um grünes Schrumpfen. Und dieses Prozess muss man ernst nehmen. Den muss man gestalten. Denn da werden sehr viele Branchen wegfallen: Flugzeuge, Autos, Chemieindustrie, Banken, all diese Brachen kommen in Schwierigkeiten.«

»Und drittens: Die Lösung für dieses Schrumpfen eine Art britische Kriegswirtschaft, also staatliche Planung mit Rationierung.«

Wir brauchen Rückkehr zur alten Regel: Erst Produktion steigern, dann mehr umverteilen, nicht umgekehrt

Man kann nur verteilen, was man vorher erwirtschaftet hat. Alles andere führt zu mehr Schulden, damit zur höheren Zinsbelastung und am Ende zu mehr Inflation. Die Politik muss das Primat haben, den zu verteilenden Kuchen größer zu backen, und zwar immer so groß, dass mehr da ist als gebraucht wird. Nur so kann großzügig verteilt werden. 

Doch wenn das nicht geschieht droht unserer Gesellschaft eine Zeit der Umverteilungskämpfe. Wenn Karriere-Chancen, Strom/Energie, Wohnraum, Nahrungsmittel knapp werden, bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder es wird von oben streng limitiert und reglementiert oder es gibt Verteilungskämpfe. Beides wollen wir nicht, oder?

Ich bin traurig, dass meine Kinder es schwerer haben werden als ich oder meine Eltern. Immer mehr Menschen blicken mit Sorgen in die Zukunft. In meiner Kindheit war Optimismus verbreitet. Ich dachte, es werde mit Deutschland immer weiter bergauf gehen. Doch der Glaube an den Fortschritt ist verloren gegangen.

Und dann wundern sich die Politiker, dass die Bürger meinen, früher sei vieles besser gewesen.

Sven von Storch

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