Linnemann (CDU) beschwert sich_ Renter sollen mehr arbeiten
Linnemann (CDU) beschwert sich_ Renter sollen mehr arbeiten
Datum: 27.05.2025, 20:00
Die Aussage des CDU-Generalsekretärs Carsten Linnemann, es sei ein Problem, dass die Rentner zu wenig arbeiten würden, sorgte für viel Wirbel in dieser Woche.
Caren Miosga fragte: »Wer arbeitet denn zu wenig?«
Und Linnemann antwortete: »Die Rentner zum Beispiel.«
Das hat für Aufregung gesorgt. Wir haben eine Massenzuwanderung in die Sozialsysteme. Menschen kommen in unser Land, die über Bürgergeld, Kindergeld, Sozialrente und andere Kanäle Einkommen beziehen, ohne jemals zuvor in die Sozialsysteme eingezahlt zu haben. Und da sollen die Rentner, die Jahrzehnte lag in die Rentenkasse eingezahlt und Steuern entrichtet haben, nun auch im Alter zur Arbeit gehen?
Eine andere Frage bedrückt mich sogar noch mehr: Wenn CDU-Politiker wie Friedrich Merz oder Carsten Linnemann von den Bürgern mehr Arbeit verlangen, dann möchte ich gerne wissen, wo denn die Menschen arbeiten sollen? Vor allen Dingen die Senioren und Rentner?
Handwerker, Bauarbeiter, Fabrikarbeiter und Landwirte können im Alter kaum noch arbeiten, weil sie ihr Leben lang körperlich geschuftet haben. Sie sind körperlich ausgelaugt und erschöpft
Und im Büro? Wie sollen Senioren, die schon mit dem Internet Probleme haben, mit der Künstlichen Intelligenz (KI) konkurrieren können?
Im Verkauf? Im Einzelhandel? Die Geschäfte schließen reihenweise. Viele Straßenzüge in den Großstädten sehen aus wie in Geisterstädten, weil der Einzelhandel nicht mehr gegen Online-Anbieter wie Amazon ankommt.
In der Pflege? Pflegeberufe sind physisch und psychisch fordernde Knochenjobs. Wer will so etwas noch mit 70 oder 75 Jahren machen?
Lehrer? Immer mehr Lehrer schaffen es nicht bis zum regulären Pensionsalter, weil sie psychisch ausgelaugt sind. Die Schulen von heute sind soziale Brennpunkte. Da braucht man Nerven wie Stahlseile.
Nachhilfelehrer? Musiklehrer? Selbständige in diesen Bereichen sollen Umsatzsteuer bezahlen. Viele Familien können sich Nachhilfeunterricht oder privaten Musikunterricht für ihre Sprösslinge nicht mehr leisten.
Pizzabringdienst? In Berlin sehe ich in diesem Berufszweig nur noch Inder aus dem Punjab oder Rajasthan.
Briefe austragen? Bei dem Tempo, das heute verlangt wird, können viele Senioren gar nicht mithalten.
Wir leben in einer Zeit, in der alles schnell gehen muss und die Anforderungen stetig steigen. Senioren kommen da kaum noch mit.
Wissen und Erfahrung weitergeben? Die junge Leute fragen lieber ChatGPT. Das kostet nichts.
Nochmal zum Grundproblem: Viele Politiker, die mehr Fachkräfte ins Land holen oder die Rentner zum Arbeiten bewegen wollen, begreifen nicht, dass zurzeit gerade die technologische Entwicklung das Feld von hinten aufräumt.
Selbst in China setzte die Industrie auf Roboter, Maschinen und KI. Produktion mit Menschen als Hautarbeitskraft lohnt sich nur noch in absoluten Niedriglohnländern wie Bangladesch oder Vietnam.
Unsere Rentner haben an ihrem Lebensabend Ruhe verdient. Alles andere ist Kokolores.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment