Kulturschaffende

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Kulturschaffende
Datum: 31.01.2025, 11:51

Es gibt einen offenen Brief von Hunderten »Kulturschaffenden« gegen den »Fall der Brandmauer«, gegen die AfD und gegen die Asylwende von Friedrich Merz und die CDU/CSU.

Mich berührt das nicht.

Das erinnert mich an die vielen »Kulturschaffenden«, die damals in der DDR im Palast der Republik aufgetreten sind, von öffentlichen Geldern lebten und entsprechend das System DDR vollends unterstützten.

Ich erinnere an den Artikel in der DDR-Zeitung »Neues Deutschland« vom 22. November 1976 mit der Überschrift: »Überwältigende Zustimmung der Kulturschaffenden der DDR zur Politik von Partei und Regierung«, der dank vieler aufmerksamer Internet-Nutzer in den Sozialen Medien wieder in das öffentliche Bewusstsein gerückt wurde.

Diese Kulturschaffenden leben heute von der Zustimmung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der großen Mainstream-Medien-Konzerne. Das bedeutet, dass sie sich an enge Grenzen des Meinungspektrums halten müssen. Sonst fliegen sie aus dem Konzert wie einstmals die beliebteste Tagesschau-Sprecherin Deutschlands, Eva Herrman.

»Kulturschaffende« tun immer so rebellisch und unabhängig. Sie sind aber vom öffentlichen Konsens abhängiger als fast jede andere Berufsgruppe. Wer gegen den Strom schwimmt, kann mit seinem Geplantsche kein Geld verdienen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Lassen wir uns also nicht beirren, wenn »Kulturschaffende«, »Sänger*innen«, »Musikmachende«, »Filmemacher*innen«, »Schauspielende«, »Schreibende«, »Tänzer- und Traumtänzer*innen« und »Bildgestaltende« meinen, ihre Meinungsäußerungen seien bedeutender als jene der arbeitenden Bevölkerung in den Fabriken, Krankenhäusern, Werkstätten, Landwirtschaftsbetrieben, Geschäften, Praxen und Büros.

Sven von Storch

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