Individualisierung und Zerstörung der Gesellschaft
Individualisierung und Zerstörung der Gesellschaft
Datum: 24.07.2025, 13:40
Sie kennen vermutlich diese berühmten Studien aus den USA, die nahelegen, dass eine Gesellschaft als umso vertrauenswürdiger erlebt wird, wenn die Menschen eine gemeinsame Kultur teilen. Je multikultureller eine Gesellschaft wird, desto mehr wächst das Misstrauen. Dann wird eine »hight-trust society« zu einer »low-trust society«.
Normalerweise wurden Gesellschaften über Jahrtausende hinweg durch Traditionen, gemeinsame Werte, gemeinsame gesellschaftliche Anlässe und religiöse Feste zusammengehalten. Das hat den Menschen Bindung und Sicherheit gegeben und ihnen eine ausreichende Binnensolidarität ermöglicht.
Das wird nun sukzessive zerstört. Je »bunter« eine Gesellschaft wird, desto individualistischer wird sie. Am Ende ist sie sozial atomisiert. Die Menschen erleben sich als Individuen, die ohne Rahmen und Halt im leeren Raum der Werte-Beliebigkeit umherirren.
Eine solche Gesellschaft lässt sich natürlich leichter regieren und beherrschen, weil es immer schwieriger wird, langfristige Interessensgemeinschaften aufzubauen. Früher waren es die Familienbande und die Dorfgemeinschaft oder die Gemeinschaft der Straße, des Kiezes, der Zunft, der Berufsgruppe oder Religion, die zur starken Binnensolidarisierung geführt hatte und es ermöglichte, gemeinsam Interessen zu verteidigen.
All das wird aufgelöst. Gemeinschaft gibt es nur kurzfristig und themenbezogen online im Internet. Immer mehr junge Menschen greifen zu Drogen, weil sie keinen gesellschaftlichen und familiären Halt mehr haben.
Die Frage ist: Wollen wir zulassen, dass dies immer so weitergeht? Oder wird es wieder Zeit, sich auf seine bindenden Traditionen und Werte zu besinnen?
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