Glotze macht dumm
Glotze macht dumm
Datum: 11.06.2025, 14:28
Zugegeben: Das Internet bietet das komplette Spektrum, nicht nur wissenschaftliche Studien und guten Journalismus, sondern auch Fake News. Der Nutzer im Internet und in den Sozialen Medien ist permanent gefordert, zwischen wahren und falschen Behauptungen, zwischen wahrscheinlichen und unwahrscheinlichen Nachrichten und Informationen zu unterscheiden.
Doch: Wenn man durch die Umstände gezwungen ist, mal wieder Fernsehen zu schauen, dann erschrickt man. So geht es jedenfalls mir: ARD/ZDF kommt mir persönlich vor wie Volksverblödung. Es gibt schlicht keine intellektuell anspruchsollen Sendungen. Alles ist mundgerecht vorgekaut, dass es vom Kind bis zum Greis im Altersheim verstanden werden kann. Dabei wird alles simplifiziert und politisch korrekt verpackt. Die Tagesschau in einfacher Sprache ist ein Paradebeispiel dafür.
Im Fernsehen gibt es keine außergewöhnlichen Thesen, Meinungen, andere Blickwinkel oder wissenschaftlich pikante Entdeckungen. Alles ist auf Mainstream gebürstet.
Professor Noam Chomsky hatte in seiner Medienkritik einmal sinngemäß gesagt, dass die Massenmedien den Diskursraum möglichst klein halten, aber innerhalb dieses Raumes die Debatten möglichst lebendig halten. Wenn Zuschauer dann mit Gedanken konfrontiert werden, die außerhalb dieses eingeengten Diskurses liegen, dann sind sie verwirrt und weisen die Gedanken wie einen Angriff zurück.
So funktioniert es, dass die Medien einen gesellschaftlichen Konsens herstellen. Daher nannte Chomsky seine Studie zu den Medien auch »Manufactoring Consent«.
Ich persönlich mache täglich die Erfahrung, dass Menschen, die ihre Meinung hauptsächlich durch das tägliche Schauen von Nachrichten (Tagesschau, Heute-Journal) bilden, die eingeschränktesten Sichtweisen haben.
Der Trick der ÖRR-Medien liegt vor allem in der Einschränkung der Themenvielfalt und Meinungsvielfalt. Das Weglassen ist oft schlimmer als das Verdrehen von Tatsachen.
Die ÖRR-Journalisten arbeiten zudem viel mit »Framing«. Um einen Politiker als böse darzustellen, wird die Kamera-Einstellung geändert und in der Sendung dann die Szene mit entsprechender Musik untermalt. In den Talkshows wird das Publikum präpariert, damit es nicht zum falschen Zeitpunkt applaudiert. Und wenn die sogenannten »Experten« interviewt werden, werden nur solche ausgesucht, von denen man im Vorfeld weiß, dass sie den gewünschten Narrativen folgen.
Für mich ist das Fernsehen die größte Gefahr für die Demokratie. Es ist das Fernsehen, das Menschen ruckzuck als Rechte, Putinversteher, Corona-Leugner, Klima-Leugner, Europafeinde usw. verleumdet, wenn sie den gewünschten Narrativen widersprechen.
Um die Demokratie zu erhalten oder zu retten, ist es meines Erachtens wichtig, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu reformieren und die Zwangsgebühr abzuschaffen.
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