Der Krieg droht ins Fatalistische abzudriften

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Einführung

Der Iran feuert nicht nur auf Israel, sondern auch auf die Türkei, Aserbaidschan, den Irak, Jordanien, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Oman und die internationale Schifffahrt in der Meerenge von Hormus. Aber auch Israel geht aufs Ganze. Hier ist mehr im Spiel als Realpolitik. Hier geht es um eine Dimension, die viele Europäer nicht verstehen.

Dieser Krieg hat neben den weltlichen und realpolitischen Zügen auch fatalistische und religiös-fanatische Züge. 

Allein die Daten zeigen, dass hier nichts dem Zufall überlassen wurde

Der aktuelle Irankrieg begann am 28. Februar 2026, an einem Sabbat. Eigentlich kein Tag für Aktionen. Doch das war genau die Symbolik. Gleichzeitig lief bereits der Ramadan (der islamische Fastenmonat begann Ende Februar 2026). Der Angriffsbeginn fiel somit in den frühen Ramadan, was von manchen Seiten als besonders provokativ oder symbolisch ("Angriff auf Muslime während des heiligen Monats") kritisiert wurde.

Der Zeitpunkt hat auch andere symbolische und religiöse Resonanz ausgelöst: Denn der 28. Februar 2026 lag kurz vor Purim (das jüdische Purim-Fest begann am 1. oder 2. März 2026, je nach genauer Kalenderberechnung und Ort). 

Purim feiert historisch den Sieg der Juden über eine Bedrohung durch das antike Persien. Viele Berichte und Kommentare in Israel und international heben genau diese Symbolik hervor: Ein Krieg gegen den Iran ("Persien") beginnt unmittelbar vor Purim, was als hochsymbolisch wahrgenommen wird.

Es gab Online-Diskussionen, die den 28. Februar sogar mit einem "islamischen 9/11" verglichen, da er kalendarisch auf den 11. Tag des 9. islamischen Monats fiel.

Hier ist also mehr im Spiel, als rein strategische Logik. Der Fanatismus, mit welchem der Krieg geführt wird, zeigt, dass sowohl Israel als auch der Iran mental zu einer Art Endstreit bereit sind.

Beobachter heben immer wieder hervor, dass es der israelischen Führung unter Benjamin Netanjahu völlig egal zu sein scheint, ob große Teile des Nahen und Mittleren Ostens destabilisiert werden und ins Chaos abrutschen. Auch der Welthandel mit Rohöl und Erdgas bricht zusammen. Doch das scheint weder den Iran noch Israel zu beunruhigen. Der Rest der Welt ist Kollateralschaden.

Fanatismus als Leitmotiv im Ajatollah-Iran

Andererseits ist die Führung des Iran mit ihrem religiösen Fanatismus zu allem bereit. Das erkennt man daran, dass alle möglichen Nachbarländer beschossen werden, gerade so, als ginge es um einen sybolischen Endkampf, bei dem man um sich schlägt. Der Iran feuert nicht nur auf Israel, sondern auch auf die Türkei, Aserbaidschan, den Irak, Jordanien, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Oman und die internationale Schifffahrt in der Meerenge von Hormus.

Auch ist dem Iran ist egal, wenn die Schiiten Länder wie den Jemen, Libanon oder den Irak destabilisieren. Der Iran versucht zudem immer wieder die arabischen Schiiten in der Golfregion gegen das Königshaus von Saudi-Arabien aufzustacheln.

Die fanatische Seite dieses Krieges macht ihn so gefährlich. Es geht nicht nur um realpolitische Ziele. Hier ist mehr im Spiel. Mitteleuropäer können diesen Gedanken oftmals schwer folgen. Deshalb wirken die Wortbeiträge vieler europäischer Politiker oftmals naiv. Sie verstehen die Region nicht, sie verstehen den Islam nicht und sie verstehen die Bedeutung des kollektiven relgiös-historischen Gedächtnisses des israelischen Volkes nicht.

Sven von Storch

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Blog-Kommentare

Der „Friedenspräsident“
Trump hat mehr Bombardierungen anderer Länder befohlen, als vorherige US-Präsidenten
Trump ist mit dem Versprechen angetreten, die endlosen US-Kriege zu beenden, aber hat des Gegenteil getan. Alleine in seinem ersten Jahr als US-Präsident hat Trump mehr Bombardierungen befohlen, als Biden in vier Jahren.
https://anti-spiegel.ru/2026/trump-hat-mehr-bombardierungen-anderer-laender-befohlen-als-vorherige-us-praesidenten/

Kampf bis zum letzten Bluttropfen. Was sollte die iranische Regierung in ihrer Lagen auch anderes unternehmen?

Verhandlungen sind doch auf Druck von Israel ausgeschlossen worden. Trump hat sich vorführen lassen.

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