Der größte Treppenwitz aller Zeiten

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Der größte Treppenwitz aller Zeiten
Datum: 03.04.2024, 11:20

Als der DFB bekanntgab, dass die Trikots der deutschen Fußballmannschaft nicht mehr von Adidas, sondern von Nike gestellt werden, jammerte Wirtschaftsminister Robert Habeck und forderte mehr Standortpatriotismus.

Als ich das hörte, verschuckte ich mich an meinem Kaffee. Hat er das wirklich gesagt? Robert Habeck? Ausgerechnet er, der »Vaterlandsliebe stets zum Kotzen« fand und mit Begriffen wie »Deutschland« »nichts anfangen« kann?

Die Heuchelei kennt keine Grenzen.

Denn es ist genau dieser STANDORTPATRIOTISMUS, der uns jahrelang gefehlt hat und dessen Nicht-Existenz uns ins größte Desaster geführt hat.

Wo stünden wir heute, wenn all die Unternehmen ihre Produktionsstandtorte nicht nach Ostasien verlagert hätten, sondern ihrer Heimat treu geblieben wären? Wenn durch Zölle und Steuerpolitik die Unternehmen motiviert wären, im Heimatland zu produzieren? Wenn die US-dominierten Finanzmärkte uns nicht in diese alles zerstörende Globalisierung gedrängt hätten?

China wäre heute nicht die Supermacht, die es heute ist. Europa wäre nicht so abgewirtschaftet. »Made in Germany« würde jetzt auf den meisten unserer Technikprodukte prangen, wir hätten höheren Wohlstand und eine starke Mittelschicht.

Aber es war anders gekommen: Wir sind durch die Abwanderung der Industrieproduktion im internationalen Vergleich ärmer geworden. Dafür können wir uns billige Produkte »Made in China« kaufen. Was für ein schlechtes Geschäft für unser Land und unsere Zukunft.

Heute sind es all diese EU-Fanatiker und Fürsprecher der »offenen Gesellschaft«, die nicht nur für freie Märkte, sondern auch für freie Massenmigration kreuz und quer durch alle Länder sorgen. Wie heißt es so schön: Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.

Damit haben wir alles verloren: zuerst den Industriereichtum, dann den Sozialstaat.

Schon damals warnte Wirtschafts-Nobelpreisträger Milton Friedman, dass eine »offene Gesellschaft« und ein »Sozialstaat« nicht kompatibel seien. Wer einen solidarischen Staat wolle, brauche eine geschlossene Gesellschaft. Wer eine offene Gesellschaft wolle, müsse die Menschen ihrer eigenen Verantwortung überlassen.

Eine offene Gesellschaft mit Sozialstaat ist wie ein Haus, das man im eiskalten Winter beheizt, dabei aber alle Türen und Fenster offen lässt.

Nach der Wiedervereinigung hatte Deutschland die Chance, das Beste aus Kapitalismus und Sozialismus zusammenzuführen. Stattdessen bekamen wir von beidem das Schlechteste. Denn Deutschland sollte in Europa und der Welt aufgehen.

Jetzt haben wir den Neo-Feudalismus und die Plutokratie. Die Superreichen haben sich abgesichert, werden immer reicher. Die Mittelschicht wird immer weniger besitzen, mehr leihen, leasen, mieten, wie Klaus Schwab es beschreibt, und mit Migranten aus aller Welt um Billglohnjobs konkurrieren. Der Sozialstaat wird über gigantische Schulden finanziert und den nächsten Generationen als Last auf die Schultern gelegt.

Standortpatriotismus? Herr Habeck, das hätten wir alles haben können, wenn Menschen wie Sie nicht jede Form von Patriotismus als völkisch-rechtes Gedankengut diffamiert hätten!

Die Verarschung der Deutschen ist wie in einem schlechten Film. Es wird in die Geschichte eingehen als ein Beispiel dafür, wie man aus einem Land, das zum Vorbild für die ganze Welt hätte werden können, den Treppenwitz des Jahrhunderts gemacht hat.

Nur ein (blaues?) Wunder kann uns noch helfen.

Sven von Storch

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