Bachelor-Arbeiten sind sinnlos und wertlos

Veröffentlicht:
Einführung

Im Zeitalter von KI sollte man an den Universitäten wieder mehr auf Prüfungen und Examen setzen. Die Abschlussarbeiten werden zunehmend wertlos und sagen nichts über die Fähigkeiten der Studenten aus.

Immer mehr Professoren und Dozenten wissen nicht, wie sie Bachelor-Arbeiten bewerten sollen. Denn woran will man erkennen, wie viel davon selbst formuliert ist und wie viel von KI stammt? KI-Detektoren taugen nichts. Sie schlagen ja selbst bei Aufsätzen aus den 1970er oder 1980er Jahren KI-Alarm; als ob man damals schon das Internet oder gar KI hätte nutzen können.

Woher will man wissen, ob der Text überhaupt vom Prüfling stammt? Er könnte von einer x-beliebigen Person geschrieben worden sein. Und außerdem: Wer soll all die Bachelor-Arbeiten lesen?

Der Bachelor ist in vielen Fächern kein vollwertiger Abschluss

Der Bachelor wurde in Zuge des Bologna-Prozesses an deutschen Universitäten eingeführt. Man wollte damit internationale Anschlussfähigkeit erreichen. Und man wollte die Studienzeiten verkürzen. Beides hat nur bedingt geklappt.

Im Grunde ist der Bachelor in vielen Fächern nach wie vor vergleichbar mit der alten Zwischenprüfung oder dem Vordiplom. Es ist kein vollwertiger Abschluss. Um Lehrer oder Jurist zu werden, braucht man sowieso das Staatsexamen. Um Arzt zu werden das Medizin-Examen. Um Ingenieur zu werden brauchte man früher das Diplom, heute den Master-Abschluss. Was will man da mit einem Bachelor?

Schriftliche Prüfungen statt Abschlussarbeiten

Früher gab es in vielen Fächern zusätzliche schriftliche Prüfungen. Da musste man zum Beispiel unter Aufsicht und Klausurbedingungen innerhalb einer vorgegebenen Zeit zum vorgegebenen Thema handschriftlich und ohne Hilfsmittel einen Aufsatz schreiben.

Anhand solcher Aufsatz-Prüfungen konnte man genau sehen, wie viel der Student zum Thema weiß, wie er sich schriftlich auszudrücken vermag und wie es um die Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse des Prüflings bestellt ist.

Wie viele Studenten wären zu einer solchen Prüfung heute noch fähig, so ganz ohne KI-Rechtschreibprüfung?

Also: Weg mit den Bachelor-Arbeiten, her mit den Prüfungen! Wie in China oder Singapur! Testen, was ist!

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Blog-Kommentare

Der Autor irrt, es braucht keinen Master um sich Ingenieur zu nennen, der Bachelor reicht.

Um als Ingenieur zu arbeiten reicht beides nicht aus, dafür braucht es die Praxis. Ein Bachelor mit 3 Jahren Berufserfahrung dürfte dem Master in der Regel weit überlegen sein. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Das sog. Vordiplom entspricht vom Workload her einem einzelnen Modul. Der Bachelor ist einem FH-Diplom gleichwertig, der Master einem Uni-Diplom.

Neuen Kommentar hinzufügen

CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.