Ohne Worte
Ohne Worte
Datum: 30.09.2014, 19:15
Diese Seite und ihre Autoren haben sich in den vergangenen Tagen, zu Recht, empört über den medialen Umgang mit Vera Lengsfeld und Beatrix von Storch gezeigt. Doch heute hat Frau von Storch mich empört. Nicht nur das, sie hat mich wütend gemacht. Wütend über ihre Kälte, über die Berechnung, die aus Ihrer Äußerung spricht. Heute, am 30. September, las ich auf der Facebook-Seite von Frau von Storch folgende Bemerkung:
„Der griechische zukünftige Kommissar für Migration: gerade in seiner Anhörung. "Ich bin gegen eine Abweisungspolitk. Menschen, die flüchten, wollen wir aufnehmen". Ohne Worte.“
Frau von Storch, Sie stellen sich gerne als engagierte Christin dar. Mir erschien das glaubwürdig. Diese Aussage von Ihnen hat dieses Bild zerstört.
Sie tun so, als sei es vergnügungssteuerpflichtig auf der Flucht zu sein. Sie pflegen die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“.
Warum tun Sie das? Wollen Sie Ängste schüren? Die Angst vor Überfremdung. Die Angst vor Kriminellen. Die Angst vor Sozialschmarotzern.
Ihre Äußerung entlarvt Sie als Populistin. Und viel schlimmer, sie entlarvt Sie als Werbende um den rechtsextremen, den braunen Rand unserer Gesellschaft.
Sie sind Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Unternehmen Sie doch mal eine Fahrt nach Lampedusa. Erklären Sie den Menschen dort, warum Sie für eine Abweisungspolitik sind. Warum es sich in Syrien oder anderen Kriegs- und Krisengebieten dieser Erde eigentlich doch ganz gut leben lässt.
Aber vielleicht bewegen die Zustände und die Schicksale, die Sie dort antreffen werden auch zu einer anderen Äußerung: „Ohne Worte“. Das wäre wenigstens ein Anfang.
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