Am Abgrund
Am Abgrund
Datum: 10.01.2015, 03:25
Die Welt nähert sich dem Abgrund: Szenen wie im Krieg, mitten im vereinten Europa, mitten in Paris. Der radikal gewaltsame Islamismus ist die existenzielle Bedrohung der Welt:
Da kann und will auch ich es nicht mehr hören: „Der Terror hat nichts mit dem Islam zu tun“. Doch, das hat er. Die abscheulichen Verbrechen sind sogar ein manifester Bestandteil des Islam. Paradoxerweise ist es ausgerechnet eine gewisse Freiheit, die dies ermöglicht:
Eine oberste Autorität, wie sie etwa die katholische Kirche mit dem Papst kennt, ist dem Islam fremd. Der Islam das sind die Muslime. Jeder Muslim kann sich bei der Auslegung des Koran auf einen Spielraum berufen. Innerhalb dieses Spielraumes ist der aggressiv politische Islam, so wie ihn nicht zuletzt die Terroristen propagieren, eine anerkannte Auslegungsmöglichkeit. Die herabwürdigende Darstellung des Propheten Mohammeds wird, nach dieser radikalen Ansicht, als Angriff auf den Islam empfunden, ein Angriff der auch die Tötung der Verursacher rechtfertigt.
Und der kriegerische Islam hat mächtige Fürsprecher. Prominentester ist wohl der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan: Erdogan machte nach den feigen Mordanschlägen von Paris unmissverständlich klar, wer, seiner Meinung nach, eine Mitschuld an den Massakern trägt: Der Westen mit seinem Hang zur Islamophobie natürlich. Ganz eifrige AKP-Abgeordnete sekundierten dem politischen Übervater der Türkei sogleich und sprachen von den Anschlägen gar als einer „filmreifen Inszenierung“.
Doch zurück zur traurigen Realität, denn die ist längst „kriegsfilmreif“:
Weltweit verbreitet die Gewalt im Namen Mohammeds Angst und Schrecken. Und wenn 88.000 Sicherheitskräfte im freiheitsliebenden Frankreich Jagd auf eine Handvoll Terroristen macht, dann dokumentiert dies die dramatische Dimension der globalen kriegerischen Auseinandersetzung mit dem Islamismus.
Eine Auseinandersetzung bei der zwei Dinge nicht in Vergessenheit geraten dürfen:
Erstens: Ja, der Großteil der bei uns lebenden Muslime tut dies friedlich. Verschwörungstheoretisch angehauchte Bewegungen wie PEGIDA, die auf nackte Hetze setzen, dürfen daher nicht das Sprachrohr im Konflikt mit dem politischen Islam sein.
Allerdings gilt ein zweites gleichermaßen: Relativierungen und den Generalverdacht der Islamophobie darf es nicht länger geben. Politiker, die eine Verbindung der monströsen Gewalttaten zum Islam beharrlich leugnen, negieren die in Teilen der islamischen Theologie angelegte kriegerische Auslegung des Islam. Sie erzeugen eine brandgefährliche Situation: Hier lebende Muslime fühlen sich durch den Terror, der auch in ihrem Namen geschieht, nicht angesprochen. Sie stellen sich ihrer Verantwortung für die Taten ihrer Glaubensgeschwister nicht. Natürlich, diese Verantwortung trifft uns alle, die wir in einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat leben, aber Muslime eben in einer besonderen Art und Weise:
Sie sind gefordert eine islamische Reformation anzustoßen, die nur von innen kommen kann. Eine Reformation, die den Islam zu einer universell gültigen Friedensreligion wandelt. Geschieht dies nicht, nähert sich die Welt weiter dem Abgrund...
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