Familien sind der neuen Koalition nach der Wahl nichts wert
Familien sind der neuen Koalition nach der Wahl nichts wert
Datum: 13.10.2009, 18:29
Kaum ist die Wahl vorbei, sind die versprochene Erhöhung des Kinderfreibetrages und eine entsprechende Kindergelderhöhung vergessen. Wenn Familien geglaubt haben, dass nun endlich die seit Jahren steigende Familienarmut an der Wurzel angefasst und Stück für Stück abgebaut werden könnte, so haben sie aufs falsche Pferd gesetzt.
Welche Argumente gegen die finanzielle Entlastung werden ins Feld geführt?
Ausschließlich Wirtschaftswachstum soll gefördert werden und anstatt in Familien zu investieren, soll lieber der Ausbau der Kinderbetreuung erweitert werden, so die Berater des Familienministeriums. Vergessen haben diese Experten, dass sie erst im letzten Jahr in einem Bericht an die Regierung schrieben, wie effektiv das Kindergeld Familien helfe, ihre wirtschaftliche Basis zu stabilisieren. Das ifo-Insitut stellte schon vor Jahren fest, dass nur direkte Geldleistungen an Familien die Geburtenrate erhöhen kann.
Doch die Berater scheinen nicht nur an Vergesslichkeit zu leiden, sondern auch Tatsachen zu ignorieren. Trotz Ausbau der Kinderbetreuung in den letzten Jahren und Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit haben die Familienarmut und damit die Kinderarmut zugenommen und ist die Geburtenrate rückläufig. Insgesamt war die Familienpolitik offenbar erfolglos. Warum will die neue Koalition dann im gleichen Sinne weiter machen?
Vielleicht kommt es der neuen Koalition ja gar nicht darauf an, dass mehr Kinder geboren werden? Vielleicht sind die betonte Wertschätzung von Familien nur Lippenbekenntnisse? Vielleicht ist die Bekämpfung der Kinderarmut ebenso von geringem Interesse?
Familien wissen, was Ihnen helfen würde, mehr Kinder zu bekommen.
96% der Mütter und Väter möchten durch Unterbrechung ihrer Berufstätigkeit wegen der Kindererziehung nicht schlechter gestellt werden.
88% wünschen sich eine bessere gesellschaftliche Anerkennung der Familienarbeit.
Fast drei Viertel finden, daß für Eltern niedrigere Beiträge bei der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung (im Vergleich zu Kinderlosen) ein weiteres, geeignetes Instrument wären, um die Entscheidung für Kinder zu erleichtern.
Weitere zwei Drittel halten ein Betreuungsgeld für angemessen.
Doch Politiker sind seit Jahren auf dem Ohr taub. Wann werden sie anfangen zu hören? Was muss passieren, damit sich etwas ändert?
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