Eltern wissen Weg aus der demografischen Krise
Eltern wissen Weg aus der demografischen Krise
Datum: 25.05.2010, 07:20
Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wurden im vergangenen Jahr so wenig Kinder geboren wie nie zuvor seit Bestehen der Bundesrepublik. Mit 651.000 Jungen und Mädchen lag die Zahl um 30.000 unter dem Stand von 2008. Und wieder einmal tun sich die Politiker durch wildes Spekulieren ohne jeglichen Sachverstand hervor. Fakt ist, dass weder das Krippenangebot noch das Elterngeld oder gar die Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit einen Durchbruch gebracht hat. Jeder Unternehmer würde bei solchen Ergebnissen seine Strategie ändern – unsere Politiker nicht. Am Krippenausbau wird unverändert festgehalten und ganz abenteuerlich wird sogar von einer Mütterquote geredet - Mütter sollen bevorzugt eingestellt werden können.
Ursachenforschung scheint ein Fremdwort zu sein. Wollen Mütter arbeiten, wenn ja, in welcher Form? Wäre eine Familienquote nicht sinnvoller, oder auf längere Zeit geschlossene, vielleicht sogar unbefristete Arbeitverträge für den verdienenden Elternteil? Eltern haben längst Antworten gegeben und den Politikern eine Steilvorlage gegeben, um wirklich geburtensteigende Maßnahmen zu starten – nur leider hört ihnen niemand zu! Politiker haben das offenbar nicht nötig oder haben vielleicht ihre Gründe nicht zuzuhören? Denn die Umsetzung dessen, was uns Kinder bescheren würde, würde unangenehm für Kinderlose. Und diese Wählerstimmen möchte keine Partei verlieren.
Lesen Sie, was Eltern und angehende Eltern die Entscheidung für Kinder erleichtern würde. Die Ergebnisse der Umfrage:
96% der Mütter und Väter möchten durch Unterbrechung ihrer Berufstätigkeit wegen der Kindererziehung nicht schlechter gestellt werden.
88% wünschen sich eine bessere gesellschaftliche Anerkennung der Familienarbeit.
Fast drei Viertel finden, dass für Eltern niedrigere Beiträge bei der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung (im Vergleich zu Kinderlosen) ein weiteres, geeignetes Instrument wären, um die Entscheidung für Kinder zu erleichtern.
Weitere zwei Drittel halten ein Betreuungsgeld für angemessen.
Achso, apropos Krippenoffensive, da hätte ich doch fast ganz vergessen, die Ergebnisse von zwei anderen Umfragen zu erwähnen: In einer Umfrage des Allensbach Institutes bevorzugen 81% der Befragten die eigene Betreuung ihrer Kinder durch einen Elternteil in den ersten drei Jahren. Und in einer Umfrage des IPSOS-Institutes speziell bei Frauen, die noch keine Mütter sind und Müttern, deren ältestes Kind unter drei ist, würden 79% der jungen Frauen ihre Kinder in den ersten 3 Lebensjahren selbst erziehen und nicht in die Krippe geben. Liebe Politiker, seid also ein bisschen mutiger und hört auf, Kinderlosigkeit zu bezahlen. Kinderlose bellen, aber beißen nicht. Die Familien werden es Euch danken!
Hier können Sie sich die Studie und die gestellten Fragen ansehen (S.29).
Dass Mütter und Väter, die ihre Berufstätigkeit wegen der Kindererziehung unterbrechen, bei der Rente nicht schlechter gestellt werden, erscheint fast allen Befragten als sehr gute oder gute Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen (96 %). Auch eine bessere gesellschaftliche Anerkennung der Familienarbeit (88 %) sowie eine Angleichung der unterschiedlichen Gehälter von Männern und Frauen (85 %) könnte nach Einschätzung der weit überwiegenden Mehrheit sehr gut oder gut dazu beitragen, die Entscheidung für Kinder zu erleichtern. 77 Prozent sind der Meinung, dass dies durch mehr Toleranz gegenüber verschiedenen Formen der Arbeitsteilung gelänge. Niedrigere Beiträge für Eltern bei der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung im Vergleich zu kinderlosen Menschen erscheint 70 Prozent, eine Vergütung von Familienarbeit in Form eines Betreuungsgeldes 67 Prozent der Eltern als ein geeignetes Instrument, um die Entscheidung für Kinder zu erleichtern.
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