Und was, wenn Herr Bush doch recht hatte_
Und was, wenn Herr Bush doch recht hatte_
Datum: 06.04.2010, 10:01
Doch die Bange Frage, ob Herr Bush am Ende doch recht bekommen könnte, mit seinem Demokratiefeldzug im Irak, überlässt man wohl lieber den Historikern in fünfzig Jahren.
Es hat sich Erstaunliches getan im Irak. Nicht nur wurde ein amtierender Regierungschef abgewählt und das so knapp, dass es schwer nach demokratischem Prozess riecht.
Noch viel Bemerkenswerter ist die Tatsache, dass von 275 Parlamentsmitglieder lediglich 62 wiedergewählt wurden. (Etwas Polemik am Montagmorgen: Der Irak könnte doch glatt bei den nächsten Wahlen als Beispiel für die Schweiz dienen.)
Weil bei uns also etwas wenig zu lesen war, halten wir uns an die NYT. Die ist ja nur einen Click weg. Die NYT hat gestern eine interessante Wahlanalyse1 ihres lokalen Korrespondenten Riyadh Mohammed ins Netz gestellt. Auszüge:
- While some religious parties did well, it wasn’t well enough to dictate who will form a government. Other religious parties ended up with hardly a seat to call their own.
- Nor was tribalism a guarantee of victory. One tribal leader, Hamid Shafi al-Issawi, had counted on the 50,000 votes of his huge Issawi tribe in Anbar Province; he couldn’t even muster the few thousand votes needed to take a seat.
- The defense minister, Abdul Qader Mohammed Jassim, in charge of the country’s 150,000-man army, won only 887 votes.
- The head of the Accountability and Justice Commission, Ali Faisal al-Lami, who was in the news daily as he disqualified allegedly Baathist candidates by the hundreds, won only 703 votes, disqualifying him now from his own seat in Parliament.
Irak scheint mehr zu sein, als die täglichen Autobomben.
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