Tyrannenmord als universalisierbare Maxime
Tyrannenmord als universalisierbare Maxime
Datum: 22.03.2011, 11:33
Die vermeintliche Schwäche zeigt sich zum einen in den langwierigen Diskussionen, die nötig sind, bis endlich eine Entscheidung gefällt wird. Und ist die Entscheidung dann gefällt, beginnen die Diskussionen wieder von vorne.
Es gibt “im Westen” keinen Führer. Im Westen kann jeder mitreden. Der Streit um Positionen ist westlich.
Es gibt noch einen zweiten Umstand, der “den Westen” schwach erscheinen lässt: Die Menschen im Westen können nicht hinnehmen, wenn Diktatoren ihr eigenes Volk dahinschlachten. Sie ertragen das nicht, wenn es derart offensichtlich vor ihren Augen geschieht.
Doch sie ertragen es nicht mehr, wenn ein Eingreifen eigene Opfer fordert. Und sie ertragen auch keine Kollateralschäden, wenn eingegriffen wird.
Die demokratische Diskussion, Empathie für geschundene Völker, der Unwillen, eigene Opfer zu bringen, die Empörung über Kollateralschäden – das wird als Schwäche ausgelegt.
Doch genau das ist es, was die Überlegenheit des Westens ausmacht. Weil es sich in ihrer Summe um eine universalisierbare Maxime (Kant) handelt, entwickelt aus einer viertausendjährigen westlichen Geschichte.
Was wir jedoch erneut diskutieren müssen, ist ein Thema, das uns im Westen ebenfalls seit der Antike umtreibt: Der Tyrannenmord.
Es ist an der Zeit, auch diesen zur universalisierbaren Maxime zu erheben: Ja, es ist legitim, es ist gerecht, einen Tyrannen zu ermorden. Kompromisslos, mit allen Mitteln.
Dies ist nun mal die historische Erfahrung “des Westens” der letzten viertausend Jahre.
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