Texte zur Revolution
Texte zur Revolution
Datum: 11.03.2010, 09:04
Der Imperialismus ist ebenso sehr eine geschichtliche Methode der Existenzverlängerung des Kapitals wie das sicherste Mittel, dessen Existenz auf kürzestem Wege objektiv ein Ziel zu setzen. Damit ist nicht gesagt, daß dieser Endpunkt pedantisch erreicht werden muß. Schon die Tendenz zu diesem Endziel der kapitalistischen Entwicklung äußert sich in Formen, die die Schlußphase des Kapitalismus zu einer Periode der Katastrophen gestaltet.
Boah, das sind Sätze! 1Um die zu verstehen, braucht es heute einiges an geschichtlichem Wissen.
Nun könnte man ja meinen, wir müssten heute ganz ohne Texte mit einem Aufruf zur Revolution auskommen. Ich meine Sätze, die für die herrschende Klasse - es handelt sich heute um eine gesellschaftlich weitgehend eingeebnete Konsensklasse - zur Bedrohung werden könnte.
Die Weltwoche hat so ein Manifest veröffentlicht.2 Das tönt dann so:
Wir plädieren dafür, umgehend damit aufzuhören, unsere Leben in Tonnen CO2 zu berechnen. Menschliches Handeln ist nach menschlichen Maßstäben zu bewerten. Wir sollten es als gut, kreativ, erfindungsreich, fleißig oder einfach beglückend anerkennen.
Da ist revolutionäre Musik drin! Und auch hier:
Wir sollten darauf bestehen, dass Wirtschaftswachstum im Kern gut und überdies unverzichtbar ist. Es ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen keine materielle Not leiden und genügend Freizeit und Freiheit haben, um ihre persönlichen Ziele zu verwirklichen.
Ich meine, so etwas darf man heute nicht einmal leise vor sich denken, geschweige denn laut.
Unsere Staatsoberhäupter reisten im Dezember nach Kopenhagen, um bei dieser "historischen Veranstaltung" Handlungsfähigkeit und Entschlossenheit zu demonstrieren - Attribute, die man in der Tagespolitik schmerzlich vermisst. Mangels glaubwürdiger Visionen für ein besseres Leben übten Politiker sich angesichts des erwarteten Klimawandels als Prediger der Sparsamkeit und des Verzichts.
Gut, Frau Luxemburg wurde seinerzeit nach ihrer Kaiser-Schelte in Haft gesetzt. Das passiert heute nicht mehr.
Weil sich die Politik für die Ergebnisse von Umfragen interessiert und nicht für irgendwelche revolutionären Manifeste.
Weiterlesen: Das alternative Kopenhagen-Manifest
beitrag erschien zuerst auf arlesheimreloaded.ch
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