Portugal ist ein Hochpreisland. Für die Portugiesen
Portugal ist ein Hochpreisland. Für die Portugiesen
Datum: 25.07.2012, 06:00
Selbst am repräsentativen Platz vor dem Rathaus der Stadt stehen einstmals prächtige Bürogebäude leer.
An den Fassaden sind verschiedene Zeitstufen des Zerfalls ablesbar. Sind die Besitzer oder Mieter erst kürzlich weggezogen, findet sich ein Verkaufsschild an der Fassade. Ist das schon länger her und die Hoffnung auf eine Wiedervermietung dahin, sind die Fensterscheiben in den oberen Stockwerken eingeschlagen. Die nächste Stufe ist erreicht, wenn Türen und Fenster zugemauert sind. Und schliesslich endet so ein Haus, indem man die restlichen Mauern mit einem Stahlkorsett stützt.
Inwieweit die aktuelle Eurokrise die Lage verschlechtert, kann ich nicht beurteilen. Auch in Porto herrscht saisonaler Ausverkauf, wobei zahlreiche Geschäfte an den Schaufenstern den ultimativen Ausverkauf plakatieren.
Wir reden ja immer von der Hochpreisinsel Schweiz.
Dabei ist Portugal ist ein Hochpreisland. Für die Portugiesen. Eine Espresso kostet in der Regel ein Euro. Für ein Kilo Trauben haben wir heute 2 Euro 50 bezahlt. Ein Sommerkleid im Ausverkauf ist mit 17 Euro angeschrieben. Ein Herrenanzug gibt es für 350 €. Ein paar modische Sommersandalen sind von ursprünglich 150 Euro auf nun 75 Euro runtergeschrieben. Ein Kilo Brot kostet je nach Qualität 1.50 bis 2.00 € . Fürs Essen haben wir zwischen 20 und 40 Euro bezahlt. Zu zweit. Mal mit mal ohne Wein.
Der durchschnittliche Bruttojahresverdienst in der Industrie und im Dienstleistungssektor liegt in Portugal bei etwa 16.000 €. Weit darüber liegen die Jahresgehälter im Kredit- und Versicherungsgewerbe (26.910 €). Extrem niedrig ist dagegen der Jahresverdienst in der Gastronomie (9.260 €) und im Baugewerbe (11.380 €). Der gesetzliche Mindestlohn beträgt aktuell 497 € brutto.
Eine 2-Zimmerwohnung kostet zwischen 500 und 1000 € Miete im Monat. Wer mehr Daten lesen will, kann das hier tun.
Die aktuelle Arbeitslosigkeit beträgt 12.4 Prozent, wobei die Jugendarbeitslosigkeit bei über 30% liegt.
Unser Hotel kostet mit Frühstück 60 €. Die kurze Fahrt mit der fürs Kulturjahr gebauten Gondelbahn Made in Austria dem Duero entlang, kostete 5 €. Pro Person!
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