Keine Hoffnung mehr für Deutschland

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Keine Hoffnung mehr für Deutschland
Datum: 18.03.2010, 06:26

 

Wirklich nett waren sie zumeist nach einem eben verlorenen Krieg.

Derzeit spielen sie sich wieder mächtig auf. Italien beispielsweise, ausgerechnet. Oder Frankreich, ausgerechnet. Oder Deutschland, ausgerechnet.

Was wir fürchten müssen, ist nicht dieses Aufplustern. Auf was wir uns einrichten müssen, ist der Umstand, dass die umliegenden Staaten nicht nur hoch verschuldet sind, sondern dass sie kaum noch eine Perspektive haben. 

Besonders schlimm ist die Lage in Deutschland:

 

Die Bedrohung für die Wirtschaft, den Sozialstaat, das Gemeinwesen insgesamt wird als so gross empfunden, dass es unter den Demographen kaum einen gibt, der dem Land noch Hoffnungen macht.

 

Kann man in einem Gastbeitrag des Soziologen Gunnar Heinsohn1 in der FAZ nachlesen. Und zwar deshalb:

 

Von 100 Kindern, die Deutschland benötigt, um nicht weiter zu schrumpfen und zu vergreisen, werden 35 gar nicht erst geboren. Statt der 2,1 Kinder je Frauenleben, die für eine demographische Stabilisierung nötig wären, kommen nur knapp 1,4. Von den 65 Kindern, die auf die Welt kommen und zu Jugendlichen heranwachsen, gelten später 15 als nicht ausbildungsreif. Unter den Lehrstellenbewerbern waren fast die Hälfte nicht ausbildungsfähig, so der neueste Berufsbildungsbericht der Bundesregierung. Von den 50 befähigten Kindern verlassen 10 das Land und suchen als Auswanderer anderswo ihr Glück. Es stehen mithin gerade mal 40 der erforderlichen 100 Nachwuchskräfte zur Verfügung. Die Bedrohung für die Wirtschaft, den Sozialstaat, das Gemeinwesen insgesamt wird als so groß empfunden, dass es unter den Demographen kaum einen gibt, der dem Land noch Hoffnungen macht.

 

Und jetzt kann man sich fragen, was das für die Schweiz bedeutet, wenn der wichtigste Handelspartner einfach wegbricht, respektive, welche politischen Verwerfungen wir gewärtigen müssen, wenn das eintritt, was Heinsohn und seine Kollegen an die Wand malen:

 

Im Jahr 2060 wird es statt heute 81 nur noch 65 Millionen Menschen in Deutschland geben; das Durchschnittsalter steigt von 44 auf 54 Jahre. Nach realistischen Szenarien werden 2060 nur noch 30 Millionen Menschen im Alter zwischen 24 und 65 Jahren stehen. Diese müssen 22 Millionen Alte sowie 13 Millionen Junge versorgen. Selbst wenn alle Bürger im erwerbsfähigen Alter arbeiten würden, müssten dann 100 Verdiener für knapp 120 Nichtverdiener aufkommen.

 

Ich denke, das ist eine realere Bedrohung für die Schweiz, als die möglichen Klimakapriolen im Jahr 2060.

Die Frage muss man jetzt stellen: Wer will denn ernsthaft vor Deutschland kuschen, bei den Aussichten?

Beitragerschien zuerst auf arlesheimreloded.ch

Sven von Storch

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