Junges Deutschland

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Junges Deutschland
Datum: 02.07.2010, 07:32

Weil, wie gesagt, im Grunde genommen kann es uns ja egal sein. Uns Schweizern.

Beispielsweise die Bundespräsidentenwahl in Deutschland. Alle Medien trommelten für Hern Gauck. Und gestern, während der Direktübertragung der Wahl (die bei mir im Hintergrund lief) war "Die Linke" die grosse Spielverderberin.

Frau Merkel ist heute die grosse Verliererin. 

Nun ist die Wahl vorbei und der Bundespräsident heisst, wie vorauszusehen war, Wulff. Das passt doch zum Land.

Beispielsweise zur Deutschen Fussballmannschaft, die jüngste aller Zeiten, die einen Fussball spielt, wie man ihn sonst von Italien, Frankreich oder den Brasilianern erwartet, aber sicher nicht von den Deutschen.

Der neue Präsident ist nicht wie Herr Gauck ein alter Mann von 70, der uns sechs Jahre mit sicher gehaltvollen Reden beglückt hätte - doch braucht man das wirklich? Jetzt zieht ein 51-jähriger Mann - er ist gerade mal zwei Jahre älter als Herr Obama - ins Schloss Bellevue, mit einer jungen Frau und zwei kleinen Kindern. Da zieht nach 60 Jahren Pensionistenpräsidenten-Bundesrepublik-Deutschland das wirkliche Leben ein.

Möglich also, dass sich das Ehepaar Wulff während der Präsidialzeit scheiden lässt, sicher wird mal dieser oder jener Teller (verbal, hoffen wir) im Schloss Bellevue durch die Gegend fliegen, sicher auch, dass der Präsident und seine Frau Alltagssorgen mit ihren Kindern haben werden.

Die Herzen der Masse werden sie wohl, wie der Amerikaner, mit einem Haustier erobern. Dann sind die zufrieden.

Also sollten sich die Deutschen doch darüber freuen, dass sie nicht nur eine erfrischend junge Fussballmannschaft haben - denen ich, wenn sie so weiterspielen, noch ein paar Siege gönne - sondern auch einen jungen Bundespräsidenten, der doch ganze neue Massstäbe setzen kann.

Leute, um es kurz zu machen: Dieser Präsident passt doch einfach besser zu Jogi Löw. 

Und die Frau Merkel - ach wie oft hatte man den Helmuth Kohl während dessen Amtszeit schon abgeschrieben. 

Übrigens: Die Kommentare der ZDF/ARD/Radio DRS-Journalisten zum Wahlverhalten der Wahlmännerfrauen von "Die Linke" waren nichts als Propaganda. Oder auch journalistisches Unvermögen.

Denn diese Partei ist die einzige gewesen, die schlüssig ihre politische Linie gefahren ist: Opa Gauck (er erinnert mich entfernt an den Eduscho-Mann) ist ein konservativer Liberaler und weshalb sollte sie so einen wählen, bitteschön?

Wir lernen: Man tut gut daran, immer anderer Meinung zu sein, als die veröffentlichte (keine Regel ohne Ausnahme).

arlesheimreloaded.ch

Sven von Storch

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