Ja was jetzt - sparen oder Geld ausgeben_
Ja was jetzt - sparen oder Geld ausgeben_
Datum: 18.05.2010, 11:00
Die Politik hat Milliarden in die Wirtschaft gepumpt und den Banken mit Krediten über die Runden geholfen. (Und damit, wie die Schweiz und die USA, innert weniger Monate ein sehr gutes Geschäft gemacht.)
Sie folgte dabei ihren autohypnotischen Beschwörungen: Sparen ist in einer solchen Wirtschaftskrise das völlig falsche Mittel. Denn wer jetzt spare, der verschlimmere die Wirtschaftslage.
Viele Leute waren davon überzeugt, dass die Politik tatsächlich über Instrumente verfüge, um dem Lauf der Dinge eine andere Richtung zu geben. Sie glaubten umso mehr daran, weil die Politik es nicht bei Worten beliess, sondern als erste Massnahme jedem ein neues Auto mitfinanzierte.
Welch ein Triumph der Politik über die Wirtschaft.
Jetzt haben wir die zweite Finanzkrise. Und hier ist nun wirklich klar, wer die Schuldigen sind: Europas Politiker aller Länder. Sie haben ihre Staatsschulden derart in die Höhe getrieben, dass diese niemals zurückbezahlt werden können.
Und was sagen die selben Politiker, die noch vor wenigen Monaten jeden Kleinwagen finanzierten: JETZT MUSS GESPART WERDEN. Und zwar rigoros.
Das werden sie nun tun.
Und wir anderen werden ein 1:1 Experiment zweier sich widersprechender Theorien mitverfolgen können, nämlich wie man in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise den Karren wieder flott macht: a) in dem man den Leuten einen Kleinwagen kauft oder b) in dem man den Leuten den Kinderkrippenplatz wegnimmt.
PS: Die Schweiz hat in den letzten fünf Jahren 17 Mia. Schulden abgebaut. Der Neat-Tunnel durch den Gotthard, der voraussichtlich 2017 eröffnet wird, wird am Tag der Eröffnung auf Franken und Rappen bezahlt sein. Die schnelle Alpentransversale hinterlässt der nächsten Generation keine Schulden. Die europäischen Gäste, mit denen ich kürzlich die Neatbaustelle in Sedrun besucht habe, hat es fast umgehauen, als sie das hörten. Sie wähnten sich auf einem anderen Planeten.
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