Heiner Geissler und das Volk mit seinen Rechten
Heiner Geissler und das Volk mit seinen Rechten
Datum: 20.10.2010, 10:22
Das war nicht immer so.
Mitte der 80er Jahre habe ich ihn mal an einem Vortrag in Basel erlebt. Damals war ich noch Journalist. Draussen im Flughafen in der Aula der damaligen Crossair hat er zur lokalen Wirtschaft und Politik geredet, und die sass eng gedrängt, denn der damalige CDU-Generalsekretär war damals ein Star.
Und alle lauschten und alle applaudierten und alle hingen an den Lippen des Baden-Württembergers. Er war schon fast einer von uns.
Bis, ja bis da jemand aus dem Publikum die Frage stellte, ob es nicht gut für Deutschland wäre, auch dort die Volksrechte zu stärken, mit Initiativrecht und Referendum.
Hei, hatten wir da plötzlich einen völlig anderen Heiner Geissler vor uns.
Der redete vom Pöbel von der Strasse, dem man nicht trauen könne, von Stimmungsmache und Unberechenbarkeit, von Verführung und Aufruhr. Das repräsentative System sei das demokratischste, sagte Heiner Geissler.
Gewählte Politiker wüssten besser, was gut sei für das Land. Oder so ähnlich.
Im Saal herrschte platzregenartig Ruhe, keiner stellte eine nächste Frage. Diesen Moment der Stille der versammelten bürgerlichen Basler Direktdemokraten kommt mir manchmal in den Sinn, wenn ich Herrn Geissler heute über Volksrechte reden höre.
Gut, der Mann ist etwas älter geworden und inzwischen Mitglied der basisdemokratischen linksextremen attac.
Beitrag erschien zuerst auf arlesheimreloaded.ch
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