Gedanken von Glucksmann
Gedanken von Glucksmann
Datum: 24.02.2011, 08:11
Gestern waren wir noch davon überzeugt, diese Moslems im Mittleren Osten wollen nichts anderes, als uns an den Kragen. Heute lernen wir, die Menschen in Ägypten, Tunesien, Bahrein, Algerien, Marroko, Jemen, Jordanien wollen nichts anderes, als ihren Machthabern an den Kragen.
André Glucksmann, französischer Philosoph, einst Kommunist und später ein Rechter, hat den Fächer der Betrachtungen auf die Vorgänge (Revolution?) im Nahen Osten weiter geöffnet: “Ein Ereignis, das nicht stattfindet, beherrscht selten die Schlagzeilen.”
Auch ein Nicht-Ereignis ist ein Ereignis. Seit der Staat Israel existiert, ist die ganze Welt überzeugt, dass das Schicksal Jerusalems, der palästinensischen Flüchtlinge oder der besetzten Gebiete die zentrale Frage ist. Dieser gordische Knoten, den zu zerschlagen oberste Priorität hat, soll die Notwendigkeit von Diktaturen erklären, den Mangel an Freiheit in arabischen Ländern, er soll die anti-westliche Ausrichtung der sogenannten islamischen Welt rechtfertigen, ganz zu schweigen von den kulturellen und frauenfeindlichen Barrikaden im Maghreb und im Maschrek, wie auch bei den Migranten der ersten, zweiten, dritten Generation in den europäischen Vorstädten.
Original, Le Monde: Le conflit avec Israël n’est pas central
Deutsche Übersetzung: Jerusalem ist nicht der Nabel der Welt
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment