Energiewende_ kommt einfach mal auf den Boden der Tatsachen zurück
Energiewende_ kommt einfach mal auf den Boden der Tatsachen zurück
Datum: 12.04.2012, 06:39
Die Windenergie hebt in den zumeist von lauen Lüftchen gestreiften Schweiz nicht wirklich ab.
Und beim Ausbau der Wasserkraft sieht es auch nicht mehr so rosig aus, wie noch vor wenigen Jahren beschworen.
Doch alle wollen die Energiewende. Subito.
In einer amüsanten Runde habe ich kürzlich den anwesenden so um die 40-Jährigen gesagt: Na dann läutet sie doch einfach ein, die Energiewende.
Realistischerweise wird die so aussehen, dass man da was tun wird und dort noch was. Was vor allem viel Geld kosten wird.
Worauf die so um die 40-Jährigen ganz ernsthaft meinten, Strom sei eh viel zu billig. Der müsse massiv verteuert werden, um “die Leute” zum Umdenken zu bewegen.
In Klammer: Manchmal habe ich das Gefühl, denen sei noch immer nicht bewusst, dass sie es sind, die die nächsten dreissig Jahre den Karren ziehen müssen. Klammer geschlossen.
Ich habe daraufhin gerantwortet: Na dann verteuert doch den Strom, wenn ihr es euch leisten könnt. Ich meine mich, als bald mal hauptberuflicher Müssiggänger, beisst das nur noch am Rande.
Die Realität sieht so aus, wie eine heute in der NZZ veröffentlichte Studie aufzeigt, auch wenn man sie gerne anders hätte:
Die Autoren zweifeln an der Erreichbarkeit des bundesrätlichen Ziels, den Stromverbrauch zu drosseln, ja ab 2020 sogar zu senken, denn wirtschaftliche Entwicklung und Energieverbrauch seien weiterhin eng verbunden. Auf der Angebotsseite werden die Ansichten rund um die erneuerbaren Energien kritisiert.
Die Potenziale für Wind seien hierzulande deutlich tiefer als in Deutschland, und ein entsprechend forcierter Ausbau der Photovoltaik sei teuer, auch wegen der nötigen Reserveenergie (Solarbranche und viele Experten erwarten allerdings weitere Preissenkungen).
Die angenommenen Ökostrom-Zubaupotenziale einer ETH-Studie von 2011 wie auch bundesrätliche Prognosen werden bemängelt. In der Tat erscheint der vom Bundesrat anvisierte Zubau von über 20 Terawattstunden Jahresproduktion an grünem Strom verglichen mit Studien von Umweltverbänden als sehr hoch. Die entsprechenden Potenziale werden mittlerweile vom Bund redimensioniert.
Na klar werden jetzt geneigte Leser sagen, dass dies eine Studie der Elektrizitätswirtschaft sei und dazu noch von Herrn Borner verfasst.
Sagen wir es so: Wir haben es derzeit mit Wetten auf die Energiezukunft zu tun, von der derzeit niemand weiss, was sie bringen wird.
Denn, schreibt die NZZ:
Zum zentralen Streitobjekt wird aber die Frage der wirtschaftlichen Tragbarkeit. Ein Ausstieg aus der Kernenergie würde, so die Studie, zu einer Verteuerung der Energiepreise beitragen und damit zur Abwanderung energieintensiver Branchen führen, die nicht so einfach durch neue wirtschaftliche Tätigkeiten kompensiert würde. Allerdings halten die Autoren fest, dass all dies schwer abzuschätzen sei. Bekanntlich ist der politische Wille vorhanden, energieintensive Branchen von zu hohen Preisen zu verschonen – zulasten der Haushalte.
Wobei wir wieder bei den Kosten wären. Wenn ich lese, was aufgrund der Volkserziehung demnächst alles teurer werden soll (Verkehr, Strom, Treibstoff, weitere Abgaben, Subventionen für Strom und Verkehr für Geringverdiener und Alleinerziehende usw.); dann sage ich:- na dann krempelt mal schön die Ärmel hoch und steigert das Bruttosozialprodukt.
Oder kommt einfach mal auf den Boden der Tatsachen zurück.
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