Die Angst vor dem Grundlagenirrtum oder_ im Denkkorsett lebt es sich gewisser
Die Angst vor dem Grundlagenirrtum oder_ im Denkkorsett lebt es sich gewisser
Datum: 24.05.2013, 10:01
Die Welt ist so, wie sie sie sehen.
Und je enger das profane Denkkorsett geschnürt ist, desto einfacher lassen sich alle erdenklichen Weltlagen erklären. Das beruhigt und bringt eine vermeintliche Logik ins Chaos.
Selbstverständlich ist es so, dass man in jungen Jahren für seine (politischen) Ideale kämpft, ja kämpfen muss. Irgendwie muss dieser Alltag ja einen Sinn ergeben.
Doch wenn man seine Schlachten mit Siegen und Niederlagen geschlagen hat, dann wäre man eigentlich frei, wieder dort anzuknüpfen, wo man staunend und auch unsicher versucht hat, Sinn und Gesetzmässigkeiten im Durcheinander zu erkennen.
Also dort, wo man sich noch nicht der Illusion hingab, man könne den Gang der Dinge schon irgendwie kontrollieren.
1930, in einem Gespräch mit dem indischen Philosophen Tagore, meinte Einstein:
There are two different conceptions about the nature of the universe: (1) The world as a unity dependent on humanity. (2) The world as a reality independent of the human factor.
Ich verstehe allerdings, dass sich die allermeisten nicht von ihrem Korsett trennen wollen.
Sie halten daran fest nicht mehr aus religiöser Gewissheit oder wegen ihren politischen Idealen. Nein, sie fürchten sich davor, erkennen zu müssen, dass ihre Gewissheiten zur Welterklärung auf einem leicht durchschaubaren Grundlagenirrtum beruhen.
Beitrag zuerst erschienen auf arlesheimreloaded.ch
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