Der Anleger verdrängt den Citoyen
Der Anleger verdrängt den Citoyen
Datum: 24.11.2011, 21:53
Es scheint, dass auch in Europa eine Revolution im Gang ist. Doch keiner merkt was.
Doch wer genau hinhört bei den Nachrichten, wird beunruhigt erkennen, dass der Citoyen nichts mehr bewegt, nichts mehr zu sagen hat.
Regierungen werden, anders als im Nahen Osten, nicht von aufgebrachten Bürgern, die sich auf grossen Plätzen sammeln, vertrieben.
In Europa werden Regierungen von Anlegern gestürzt.
Anleger? Wo bitteschön ist dieser Anlegen, der andauernd die Nachrichten beherrsch?
Doch wenn die Anleger, den Märkten misstrauen, dann sieht es schlecht aus für die Regierungen. Nervöse Anleger sind der Politiker rascher Tod.
Anleger protestieren nicht lautstark, sie üben sich in Zurückhaltung. Das reicht für eine radikale Kursänderung in den Parlamenten.
Anleger sind völlig unberechenbar.
Manchmal ist es so, dass die Anleger morgens um halb neun ganz gut drauf sind. Sie gehen rin in die Kartoffeln. Doch schon gegen elf überlegen sie es sich wieder anders und – sie gehen raus aus die Kartoffeln.
Jetzt lese ich: “Immer mehr Anleger – institutionelle – haben Vorbehalte gegenüber deutschen Staatsanleihen.”
Was doch im Klartext bedeutet, dass jetzt auch der Stuhl der Bundeskanzlerin wackelt.
Nicht Steine werfende arbeitslose Jugendliche, die Anleger stürzen in Europa Regierungen.
Die Anleger leben mitten unter uns. Gut getarnt, als freundliche Nachbarin, als netter Spaziergänger im Park.
Auch in Europa ist eine Revolution im Gang. Doch keiner merkt was.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf arlesheimreloaded.ch.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment