Chaotische Systeme kann man nicht beherrschen
Chaotische Systeme kann man nicht beherrschen
Datum: 11.08.2011, 09:32
Die Nationalbank kämpft heute erneut verzweifelt gegen den teuren Franken an. Im Moment liegt er bei 1.04, das sind 0.01 Rappen mehr als bei der Eröffnung.
Sollte es der Franken so um 15.00 Uhr herum nicht auf 1.06 schaffen, dann nämlich, wenn die Amerikaner wieder im Geschäft sind, fällt er heute möglicherweise gar unter 1:1.
Dagegen gibt es keine Rezepte, weder politisch noch finanztechnisch. Es gibt nur rituelle Handlungen wie runde Tische.
Bei der internationale Finanzindustrie handelt es sich um ein chaotisches System, dessen Verhalten sich nicht voraussagen lässt.
Wer wissen will, wie dieses chaotische System gesteuert wird, soll einfach jede einzelne Meldung lesen, welche das weltweite Mediensystem heute absondert – übrigens auch ein chaotisches System.
Ist das bewältigbar? Nein.
Die Summe dieser Meldungen reflektiert die Gedankenlage in der Noosphäre, dem „kosmischen Membran, das sich durch die elektrische Erweiterung unserer verschiedenen Sinne rund um den Globus gelegt hat, ein technisches Gehirn für die Welt“ (Marshall McLuhan).
Es gibt Leute, die in chaotischen Systemen Muster zu erkennen glauben.
Die geben beispielsweise gescheite Börsentyps. Gemessen an jenen, die an den Börsen in den letzten Jahren heftige Verluste eingefahren haben, sind die Gewinner der Kategorie Zufall zuzurechnen, das heisst “dem Zusammentreffen von mehreren Ereignissen, für die keine kausale Erklärung gegeben werden kann”. Quelle
Interpretationen nach der Gewinnmitnahme ist nichts als Gockeln.
Wenn also beim Devisen- oder Börsenhandel nach all den vielen Jahrzehnten des täglichen Tuns und Analysierens noch immer kein garantiert gewinnbringendes System entwickelt werden konnte, wie will dann die Politik oder die Notenbank der Schweiz aus der gegenwärtigen Finanzkrise einen kontrollierten Ausweg finden?
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