Als Ringier die BaZ kaufen wollte
Als Ringier die BaZ kaufen wollte
Datum: 11.04.2011, 10:00
wo es interessant werden könnte, nicht nachhaken.
Nehmen wir als Beispiel das Interview in der “Sonntag” mit den Herren Ringier und Unger. “Der Blick muss wieder politischer werden” ist gemäss der Titelsetzung durch die Redaktion die Kernaussage des Frage- und Antwortspiels.
Nach vierzehn belanglosen Fragen stellen die beiden AZ-Redaktoren fest:
Mit anderen Worten: Sie haben sich nie für die “Basler Zeitung” interessiert?
Worauf Herr Ringier antwortet:
Wir waren in intensiven Gesprächen. Aber wir haben relativ schnell gemerkt, dass wir nur bis zu einem bestimmten Preis mitgehen können, während andere Interessenten aufgrund von Synergien oder von politischen Intentionen viel höhere Summen offerieren.
Ab hier hätte die Chance bestanden, aus dem Interview doch noch etwas machen zu können. Statt auf die eigenartig nächste Frage zu schwenken: “Sie leisten sich als Sammler unrentable Kunst etc. blabla.”
Die nächste Frage hätte nämlich lauten müssen: “Mit anderen Worten, neben Tettamanti und der NZZ war auch Ringier am Bieterrennen um die BaZ beteiligt gewesen?” Das wären doch News.
Eine Frage allerdings, die Herr Ringier selbstverständlich mit einer wohl schwammigen Antwort abgetan hätte. Denn Ringier war nicht in der letzten Verkaufsrunde mit dabei sondern viel früher.
“Intensive Gespräche” bedeuten im Klartext, dass den BaZ-Besitzern zuvor, nach zähen Verhandlungen, ein unterschriftsreifer Vertragsentwurf für den Kauf der BZM-Medien durch Ringier vorgelegen hatte. Weil der Zeitpunkt günstiger war, hätte der Deal einiges mehr in die Privatschatullen der Besitzerfamilien Hagemann gespült.
Der Verkauf sei im letzten Moment gestoppt worden, was zu einer nachhaltigen Verärgerung im Hause Ringier geführt habe, meinte kürzlich jemand, der mit den Vorgängen vertraut ist.
PS: Bester Satz zur BaZ ebenfalls in der “Sonntag”:
Ein wesentlicher Grund, weshalb ich die Basler Zeitung übernommen habe, war, weil ich davon überzeugt bin, dass Markus Somm ein hervorragender Journalist ist.
Antwortete Herr Suter einer Abonnentin, welche in einem Brief an den “Besitzer” ihren Unmut über den BaZ-Kurs kundtat.
“…weshalb ich die Basler Zeitung übernommen habe” – ah ja?
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