Manchmal kommen sie wieder

Margot Käßmann könnte bei der Bundespräsidentenwahl 2017 ins Spiel kommen, sofern Joachim Gauck nicht erneut antritt. Die Reuige-Sünderin-Nummer kommt gut an, die „Taliban-Flüsterin“ ist zur Königin der deutschen Herzen avanciert. Ob sie wirklich kandidiert?

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Angesichts der Nachrichtenlage fallen die kleineren Hiobsbotschaften dieser Tage leicht durch den Rost. Ein Verdacht, der zum Beispiel in gutinformierten Hörfunksendungen immer wieder mal kolportiert wird: Margot Käßmann, der blaue Engel von Hannover, könnte bei der Bundespräsidentenwahl 2017 ins Spiel kommen, sofern Joachim Gauck nicht erneut antritt.

Ins Gespräch gebracht wird die gegenwärtig als „Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017“ Geparkte wohl von einem anonymen Unterstützerzirkel, der die Dame bereits 2010, unmittelbar nach ihrem Rücktritt von allen Kirchenämtern wegen ihrer Rote-Ampel-Tour durch die Leine-Stadt, tapfer als First Lady favorisierte. Und auch 2012, als der BuPrä-Posten wegen des Wulff-Rücktritts neu besetzt werden musste, tauchte in der „Zeit“ und anderenorts prompt der Name Käßmann in der Liste der angeblich Geeigneten auf.

Es ist nämlich so: während die Begehung einer Straftat mit anschließender Verurteilung für gewöhnliche Sterbliche eher karrierehinderlich sein kann, verhielt es sich im Fall Käßmann genau andersherum. Den Höhepunkt ihrer Popularität erreichte die Pfarrfrau, als sie mit dem steinerweichenden Spruch „Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand“ auf einer legendären Pressekonferenz publikumswirksam demissionierte. Die Reuige-Sünderin-Nummer kam derart gut an, dass die „Taliban-Flüsterin“ (Gideon Böss in der „Welt“) zur Königin der deutschen Herzen avancierte.

Aber langt das für den Job der obersten Grüßaugustine? Es kommt darauf an, wie die Machtkonstellationen in zwei Jahren ausschauen. Der Bundespräsident wird von der Bundesversammlung gewählt, die einzig zu diesem Zweck zusammenkommt. Die besten Chancen hat, wer Positionen vertritt, die in allen Parteien auf Akzeptanz stoßen. Im Breitband-Marketing lässt sich die Hohepriesterin der Kirchentagsdiskurse allerdings kaum toppen.

Käßmann ist

+ Frau (was ihr Beifall und Respekt quer durch alle Lager garantiert)

+ für soziale Teilhabe, Barrierefreiheit und Inklusion (bringt die Stimmen der Sozen und der Vertreter der Sozialindustrie)

+ für Schöpfung, Tiere, Umwelt und Artverwandtes (bringt die Stimmen der Vogelschredderlobby „Die Grünen“)

+ gegen Krieg und Ausgezehr (bringt die Stimmen der Putin-Fans von der Friedenspartei „Die Linke“)

+ mit 1,54 Promille unfallfrei Auto gefahren (sorgt für Anerkennung in breiten CSU-Kreisen)

+ schon beim Kirchentag 2011 mit dem Motto aufgetreten, „Muslime gehören zu uns“ (was 2017 gänzlich unübersehbar sein dürfte).

Ob sie wirklich kandidiert? Klar ist das keineswegs. Aber die Medienaktivitäten der umtriebigen Theologin häufen sich letzthin. Mal nimmt sie unter Anteilnahme des Bayrischen Rundfunks die „Friedenstaube Nürnberg“ für ihr „friedenspolitisches Engagement“ entgegen, mal ist sie zu Gast bei „Hart aber fair“. Wo sie sich zu ihrem Glauben bekennt: „Es kann nicht nur eine Globalisierung der Märke geben, es wird auch eine Globalisierung der Menschen geben.“ Im Magazin „Crismon“ geißelt sie den „Schönheitswahn“ („Alle wollen alt werden, aber niemand will alt aussehen“). Und auf dem „roten Sofa“ von NDR 3 plaudert sie ohne Punkt und Komma über Gott und die Welt, bis das Sendeschema gnädig den Riegel runterlässt.

Müssen wir uns also auf die „Magierin des Wortes“, ja, auf die „protestantische Menschenfischerin“ („Stuttgarter Nachrichten“) vorbereiten? Ach, ob nun sie oder der Steinmeier (wird wegen seines anhaltenden Erfolgs als Außenminister heiß als BuPrä gehandelt), die Reste eines Staates repräsentieren werden, der mal Deutschland hieß, wen kümmert’s? Zwei Jahre von jetzt könnte in Europa jener von Hans Magnus Enzensberger einst prophezeite „molekulare Bürgerkrieg“ bereits in schönstem Gang sein. Freilich hatte HME damals, vor einem Vierteljahrhundert, ein paar rührige Kombattanten-Gruppen noch gar nicht auf dem Radar.

Wer dann zum Kladderadatsch die Sonntagsreden hält, wird den Menschen schnurzer denn schnurz sein.

Zuerst erschienen auf achgut.com

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: H.Roth

@ Krischan

Es ist zu befürchten, dass GERADE diese Dinge, die Sie aufgezählt haben, Fau Käßmann BESONDERS geeignet machen für ein politisches Amt.
Und wenn nicht in Deutschland, dann auf jeden Fall als EU-Präsidentin. Im EU-Weinstübchen, bei den zwei Rittern der Tafelrunde, ist auch noch Platz für eine Dritte.

Gravatar: Gernot Radtke

Herr Röhl, Sie haben mich überzeugt. Im gerade angebrochenen Zeitalter grenzoffenen Humanismus sollte es ein von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellter 'blauer Engel' sein, in dessen präsidiale Hände wir Bürger fallen wollen, auch wenn längst mal ein glaubensauthentischer Imam oder ein geläuterter grüner Pädophiler an der Reihe wäre. Ihr Profiler-Blick sieht völlig klar. Moralisch sauberer wäre allerdings Claudia Roth, aber was zählt schon saure Milch gegen topklassifizierten Rotwein und was verschnittener Konfusel gegen einen in Luthers Faß ausgereiften Malt-Whiskey, wenn der Himmel wieder mit der Erde und ab 1.5 Promille auch die Erde mit dem Himmel versöhnt werden muß?

Gravatar: Gerd Müller

Oooch, bissl besoffen fahren, oder fremdgehen, oder wie Fischer nichts gelernt zu haben, was macht das schon, wir sind doch in Deutschland.
Das sind doch nur kleine menschliche Schwächen, da kann man gut mit Bundespräsident oder Außenminister werden.

Zum Unterstufenlehrer reichts allerdings nicht, das kann man damit nur schlecht werden .........

Gravatar: Krischan

Da gibt's noch mehr:
- besoffen Auto gefahren. Macht sie unbeliebt bei Menschen, die das angesichts der Verkehrsdichte und der Gefährdung für Leib und Leben ihrer Mitmenschen als verantwortungslos empfinden.
- Die Refugees-welcome-Masche dürfte mittlerweile selbst bei hartgesottenen Linken zunehmend außer Mode geraten, die ihre, besonders weiblichen, Kinder wegen steigender Sexualkriminalität nicht mehr allein auf die Straße lassen können. Das bringt ihr keine Punkte mehr.
- ebenso dürfte die Islam-gehört-Deutschland-Psychose, aufgrund zunehmender muselmanischer Frechheiten schon bald bei den meisten Menschen auskuriert sein und ihre Unbeliebtheit ins Unermeßliche steigern.
- Christen, die ihre Kirche durch den von Käßmann allzeit vorangetriebenen Umbau in einen rot-grünen Wellnessverein vermissen, mögen diese Antichristin überhaupt nicht.
- Familien mit Kindern geht ihr Gesabbel über alternative Lebensformen und Homoehe massiv auf den Zeiger, zumal sie sich und ihre Kinder diskriminiert sehen.
- ebenso unbeliebt ist sie wegen der Aushöhlung christlicher Werte und deren Ersatz durch theologisches Beliebigkeitsgeschwafel.
- von evangelischen Scheintheologen auf dem Posten des Bundesabwicklungspräsidenten dürften die Leute nach einem Gauck gestrichen die Nase voll haben.
- sogar eine Frau muß sich Respekt und Beifall erst verdienen. Bei Frau Käßmann fällt mir nichts ein, das sie für dieses Amt qualifizieren würde.
- für soziale Teilhabe einzutreten, erledigt sich ab dem Moment, wo es nichts mehr zu verteilen gibt.
- Wer als Schein-Heiliger verbal für Frieden eintritt und parallel im eigenen Lande Verhältnisse aktiv befördert, die unweigerlich zum Bürgerkrieg führen, ist entweder schizophren oder ein Demagoge. Beides dürfte sie bei Bürgern, die noch alle Latten im Zaun haben, äußerst unbeliebt machen.
- Darüber hinaus steht Käßmann für die Umvolkung und kulturelle Entwurzelung des eigenen Volkes, was sie für öffentliche Ämter disqualifiziert.
- Im übrigen ist sie dadurch, daß sie besoffen am Steuer erwischt wurde, vorbestraft und für dieses Amt nicht geeignet. Denn entweder ist sie verantwortungslos oder Alkoholikerin. Beides macht selbst für dieses schlichtweg unbedeutende und überflüssige Amt keinen guten Eindruck.

Gravatar: KassaBlanka

Margot Käßmann könnte bei der Bundespräsidentenwahl 2017 ins Spiel kommen(...)

Prima, dann wird die Promillegrenze heraufgesetzt. Margot Käßmann? Mein Gott, armes Deutschland.

Gravatar: Rüdiger Braun

Pfaffe, Pfaffentochter, Pfaffin...

Das mit der Säkularisierung war irgendwie anders gemeint!

Der Ablasshandel feiert ja auch fröhliche Urständ!

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