Macron und noch mehr Umverteilung statt Schäuble und Eigenverantwortung

Wolfgang Schäuble ist zu den Ehren eines deutschen Bundestagspräsidenten aufgestiegen. Man kann freilich auch sagen: Er ist dort hinauf abgeschoben worden. Nun fehlt jener Mann, der sich oft als Einziger europäischen Fehlentwicklungen entgegengestemmt hat. Auch Schäuble war zwar nicht immer erfolgreich – siehe etwa die hemmungslose Staatsfinanzierung durch die Europäische Zentralbank –, aber er war der einzige, der das mit persönlichem Gewicht versucht hat.

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Dabei droht die neue Welle solcher Fehlentwicklungen ein wirklicher Tsunami zu werden.

  • Denn diesmal geht es nicht um die "Rettung" – auf Deutsch: Daueralimentierung – des kleinen Griechenlands. Jetzt geht es um die Schwergewichte Frankreich und Italien.
  • Diesmal geht es nicht um seltsame linksradikale Typen wie Herrn Tsipras. Jetzt steht auf der anderen Seite der junge Präsident Macron, einer der in Europa rar gewordenen Sympathieträger.
  • Diesmal geht es nicht um Staaten, die sich betrügerisch durch Manipulation der Statistik in EU und Euro hineingeschwindelt haben. Jetzt geht es um EU-Gründungsstaaten, ja mit Frankreich um "den" Schlüsselstaat der EU, der sich Deutschland verpflichtet hat, weil Frankreich zuerst die Deutschen aus dem Paria-Status des Verbrecherstaats herausgeholt und weil es ihnen später die Wiedervereinigung erlaubt hat.

Dadurch hat Frankreich durchsetzen können, dass die EU-Hauptinstitutionen durchwegs in französisch-sprechenden Städten angesiedelt sind (Brüssel, Straßburg, Luxemburg), sodass seine Sprache über die der zahlenmäßig überlegenen Deutschen dominiert hat (das konnte freilich später den Siegeszug des Englischen nicht aufhalten). Es hat auch durchgesetzt, dass der Großteil des EU-Budgets in die Landwirtschaft fließt; wovon die französischen Bauern weit überproportional profitieren.

Die jetzige Macron-Attacke läuft unter einer anderen Flagge: Auf dieser steht groß "Solidarität!". Gemeint ist damit in Wahrheit freilich nicht die Hilfe für vorübergehend aus welchen Gründen immer in Not Geratene, sondern die dauerhafte Alimentation derer, die vornehmlich die schönen Seiten des Lebens genießen, durch jene, die primär die Notwendigkeit von Arbeit und Anstrengung sehen.

Genau das verbirgt sich hinter all den Macron-Vorstößen, durch gemeinsame Budgets, einen gemeinsamen Finanzminister, durch weit über den Binnenmarkt hinausgehende Vergemeinschaftung die EU endgültig in einen Staat zu verwandeln. Ein erster Vorgeschmack war der jüngste EU-"Sozialgipfel", bei dem es intensiv um weitere Umverteilung gegangen ist, um europaweite "Mindeststandards", um "faire" Löhne und "angemessene" Pensionen. Dramatische Vorstellungen, wenn man weiß, wie niedrig in manchen Ländern Löhne und Pensionen sind.

Dem hatte sich bisher Schäuble entgegengestellt. Er wusste: Je mehr das Prinzip der Eigenverantwortung aus den Köpfen der Menschen, Unternehmer und Politiker verdrängt wird, umso sorg- und verantwortungsloser handeln sie.

Nun ist er weggeräumt (und die ähnlich denkende FDP). Jetzt kann Angela Merkel wohl das tun, was sie schon die ganze Zeit will, um aus ihrer persönlichen Krise herauszukommen: Sie wird in der Hoffnung, doch noch Nachruhm als Mutti Europas zu ernten, Macron und damit diesen Ideen weit entgegenkommen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Aufbruch

Die Deutschen wurden in Europa-Fragen schon immer von den Franzosen über den Tisch gezogen. Was jetzt ansteht, hat in der Tat eine neue Qualität. In Frankreich wurde von den transatlantischen Strippenziehern ein Apparatschik namens Macron installiert, nachdem man mit vereinten Kräften Le Pen verhindert hatte. Da in Deutschland mit Ach und Krach Merkel an der Macht gehalten werden konnte, haben die Strippenzieher nun das Traumpaar, das ihre Vorstellungen von Europa verwirklichen soll.

Über eine näher zusammenwachsende und verflochtene EU, die die Massenimmigration weiter betreiben soll, werden nach und nach Ethnien, Kulturen und Nationen vernichtet. Die einzelnen Staaten haben nichts mehr zu bestellen. Wenn man die letzten drei Jahre betrachtet, hat man eine Vorstellung, wie schnell das alles gehen kann. Vielleicht vermögen die Visegràd-Staaten die Entwicklung etwas zu verlangsamen. Wenn in der Bevölkerung nicht langsam ein Aufwachen stattfindet, hat man die letzte Möglichkeit verschlafen, die Richtung zu ändern.

Die Vision Coudenhove-Kalergis von der Schaffung einer eurasisch-afrikanischen Rasse in Europa hat sich derart in die Köpfe der transatlantischen "Eliten" gefressen, dass nur ein Volksaufstand noch eine Änderung herbeiführen könte. Wenn es dafür nicht bereits zu spät ist. Merkel wird alles daransetzen, den "Flüchtlings"-Tsunami nicht abreißen zu lassen.

Gravatar: Otto nagel

Ganz falsch !
Die Vorsitzende des Politbüros hat neue Köppfe wie Macron vorgeschickt, um ihre Vorstellungen von einem Merkel-Europa zu verwirklichen, ohne daß esder deutsche Steuerzahler merkt ! Nur alter Wen in neuen Schlàuchen !

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