Lawrow und Medwedew träumen von ›Regime-Change‹ und ›Extermination‹

Eines haben Ampel, Kreml und russische Separatisten gemeinsam: Die schlechte Haut.

Veröffentlicht:
von

Der Regierung in Moskau geht es gerade wie Pinocchio, als er abends allein und hungrig in der Werkstatt seines Vaters, der auf der Wache verhört wird, sitzt, und er sich nicht entscheiden kann, ob er das eben entdeckte rohe Ei braten, kochen oder ausschlürfen soll. Was soll Russland mit der besiegten Ukraine machen? - Einfach besetzen und eine Russland genehme Regierung installieren? Aushungern wie anno 1932/33? Oder es in einer Art Endlösung der Ukraine-Frage ganz von der Landkarte verschwinden lassen?

Der amtierende Außenminister Lawrow scheint eine Besetzung anzustreben mit Wahlen nach sowjetischen Muster; jede andere Form von Wahl würde eine Regierung von Moskaus Gnaden in Kiew turmhoch verlieren. Darüber tröstet dann auch nicht der Jubel hinweg, der von Putin-Verstehern und Freunden einer erneuten Besetzung durch russische Truppen vornehmlich in Deutschland ausginge. Es kann nur eine Quisling-Regierung in Kiew an die Macht gelangen, geht es nach Lawrow.

Noch deutlicher spricht der ehemalige Präsident Russlands aus, wovon in Russland seit Kriegsbeginn geträumt wird. Medwedew droht Kiew die völlige Auslöschung an. »Es könne sein«, so der Putin-Vertraute, »dass die Ukraine von der Landkarte verschwinde.« Wer noch irgendwelche Illusionen über die Kriegsziele des Kreml gehegt haben sollte, wird eines schlechtrern belehrt.

Für jene, die klar sehen, sind die Reden der beiden Politiker nichts neues. Die Russifizierung, die dann kommt, kennt man vielfach aus der Geschichte. Sie droht aber erst, wenn die russischen Truppen die Grenzen des Donbas erreicht, den Dnjepr überschritten, Kiew erobert, Lemberg besetzt und die polnische Grenze erreicht haben sollten. Wann das soweit ist?

Für die ersten 100 Kilometer brauchte Putins Gurkentruppe fast ein halbes Jahr; für die anderen 600 Kilometer werden es bei einem immer geringeren Anteil russischstämmiger Bewohner sicher nicht weniger; und Guerillakrieg kann Kiew, dass sollte Moskau bedenken, bevor es den Dnjepr überschreitet.

Lawrows und Medwedews große Sprüche sind daher mehr als ein Ausdruck russischer Gewaltphantasien; sie sind eine Drohung, um die Ukrainer kleinlaut zum Verhandeln zu bringen. Die Bewohner Odessas, Kiews und Lembergs sollen sich vor weiteren Gewalttaten durch die russische Soldateska fürchten und dann - kapitulieren.

Daher haben sich die Banditen der russischen Separatisten den Forderungen des Kremls angeschlossen und noch eins draufgesetzt: Russland solle alle Städte erobern, die von Russen gegründet wurden. Das lässt reichlich Spielraum. Eisenhüttenstadt könnte auch dazu zählen.

Ob die Rechnung aufgeht, wird sich zeigen. Momentan sieht es nicht danach aus. Bei Cherson erobern die Ukrainer Gebiete zurück; Moskau muss Drohnen in Teheran kaufen; und im Donbas geht es - Trollpropaganda hin, Trollpropaganda her - nur nach massiertem Artillerieeinsatz ein klein wenig weiter, weil die jungen russischen Männer sich nicht aus ihren Deckungen wagen; wer will es ihnen verdenken.

Doch selbst der langsame Vormarsch stößt an seine materiellen und logistischen Grenzen. Und dabei hat der Westen bisher noch relativ wenig Waffen geliefert. Zwei Dutzend HIMARS und ein paar Gepards machen noch keine Frühjahroffensive; aber 24 HIMARS machen jede Offensive der Russen zunichte. Lawrow, Medwedew und ihre Handlanger im Osten der Ukraine könnte es also wie dem Hampelmann Pinocchio ergehen, der nicht hören will. Noch während er darüber nachdenkt, wie das entdeckte Ei zubereitet werden könnte, schlüpft das Kücken heraus und fliegt weg; nicht ohne sich zuvor für die verschaffte Freiheit zu bedanken.

Wenn die Russen das endlich verstehen und erkennen, in welchen Fußstapfen sich das Putin-Regime gerade bewegt, wird in Moskau hoffentlich die Regierung gewechselt. Die Russen haben etwas anderes verdient als Großmäuler, die nach einem halben Jahr imaginierter Verfolgung von Nazis ähnlich alkoholisiert aussehen wie die deutsche Innenministerin. 

[zum ganzen Artikel]

[zum Weiterlesen: Siege und Niederlagen]

 

 

 

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Abonnieren Sie jetzt hier unseren Newsletter: Newsletter

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: Egon Scherzer

SelenskiJ..
war das nicht der der ein DRITTEL der ukrainischen Landwirtschaftsfläche an fremde Konzerne verkauft hat?

'Die Ukraine beherbergt ein Drittel der weltweiten „Schwarzerde“, welche die beste Erde für die Landwirtschaft ist. Zwischen Agrarkonzernen aus den USA, der EU ...tobt ein erbitterter Kampf um das schwarze Gold."

Dann brauchen wir natürlich Krieg um die Flächen vor dem Russen zu schützen.

Gravatar: Ulrich Müller

Werter Herr Hebold,
offenbar können Sie ihre eigenen Sätze nicht lesen!

Ich zitiere wortwörtlich:

"Vielleicht nennen Sie ja deshalb keine der seriösen Quellen aus dem Internet für Ihre Zahlen von 5.000 Toten pro Woche auf ukrainischer Seite, die Sie dann auch noch munter hochrechnen auf 100.000 in den 5 Monaten Krieg. "


Lesen Sie nochmal, schön langsam, damit sie (vielleicht!) sogar begreifen, was sie geschrieben haben! Da steht: "...die Sie dann auch noch munter hochrechnen auf 100.000 in den 5 Monaten Krieg. "

Eine glatte Lüge, Herr Hebold, da ich das nirgends "munter hochgerechnet habe auf 100.000 Tote in 5 Monaten Krieg"!

Leider reicht es bei Ihnen offenbar geistigweder zum Lesen noch zum Verstehen, was andere eigentlich sagen, sondern nur zum Verdrehen, Verfälschen und zu dreisten Unterstellungen. Auf unseriöse "Autoren" können wir hier verzichten!

Gravatar: Hans-Peter Klein

Hallo Herr Hebold,

ich bin schon verwundert, warum Sie auf das sprachliche Niveau á la:
- "die russische Soldateska"
- "die Banditen der russischen Separatisten"
- "Putins Gurkentruppe"
hier herab sinken, jawohl, herab sinken, früher hätte man von Bild-Zeitungs Niveau gesprochen, aber selbst die ist da ja heutzutage deutlich besser.

Warum tun Sie das ?
Was und Wen wollen Sie damit erreichen ?

Mit rationaler Aufklärungsarbeit und dem redlichen Bemühen, die Kriegsparteien an den Verhandlungstisch zu bringen, hat Ihre Rhetorik nichts zu tun, im Gegenteil, Sie schreiben einem lang andauerenden Abnutzungskrieg das Wort. Warum ?

Wie in all den Kriegen der vergangenen 30 Jahre seit Jugoslawien, gehe ich fest davon aus, das wir wieder massiver Kriegspropaganda ausgeliefert sind, es wird gelogen das sich die Balken biegen.
Dann frage ich mich, warum Sie hier so einseitig für die Ukraine Partei ergreifen, es ei denn Sie verfügen über Insider-Informationen und wissen ein bisschen mehr, was da in Wirklichkeit gerade läuft.

MfG, HPK

Gravatar: Wolfgang Hebold

Werter Herr Müller,

offenbar können Sie tatsächlich nicht lesen!

Ich schreibe nicht, dass die Russen vor Lemberg stehen, sondern:

"Sie droht aber erst, wenn die russischen Truppen die Grenzen des Donbas erreicht, den Dnjepr überschritten, Kiew erobert, Lemberg besetzt und die polnische Grenze erreicht haben sollten. Wann das soweit ist?"

Aber vielleicht können Sie lesen, haben aber Probleme mit dem Verständnis einfacher Sätze.

Dass Sie die 100.000 Toten hochrechnen, habe ich Ihnen im letzten Posting zu meinem Artikel gezeigt.

https://www.freiewelt.net/blog/wie-wirkungsvoll-sind-die-us-raketenwerfer-himars-tatsaechlich-10089978/

Mit freundlichen Grüßen,

Wolfgang Hebold

Gravatar: Ulrich Müller

Werter Herr Hebold,
das mit den 100.000 Toten, die ich angeblich hochgerechnet habe, habe ich schon neulich, in ihrem vorletzten Artikel klargestellt, dass das von Ihnen eine freche , glatt gelogene Unterstellung ist und ich das nie gesagt habe. Das hätten Sie also vorher besser nochmal nachgelesen, aber mit dem Lesen (und Verstehen) haben Sie ja offensichtlich Problemne. Dass Sie mit dieser glatten Lüge jetzt nochmal auflaufen, zeigt, wes Geistes Kind sie sind!

Auch stehen die Russen nicht "vor Lemberg", wie Sie, werter Herr Hebold, idiotischerweise daherphantasieren (und es ist auch gar nicht gesagt, dass sie das jemals erobern wollen) sondern sie sind gerade dabei, den Osten des Donbass (die Region zwischen Kramatorsk, Siversk und Bakhmut) zu erobern, wo derzeit geschätzte 48.000 ukrainische Soldaten stehen. Wenn die vernichtet sind, hat die Ukraine keine ernstzunehmende Armee mehr. Auch wenn Sie noch dreihundert HIMARs schicken.

Ach und die NATO? Meinen sie die NATO, deren Mitgliedstaaten gerade vor kurzem alle zusammen in Afghanistan schmählich verloren haben und bei Nacht und Nebel abgehauen sind? Gegen einen Gegner, der keinerlei schwere Waffen hat, sondern nur Kalashnikows? Herr Hebold, Sie nehmen den Mund randvoll, aber haben haben echt keine Ahnung, wovon Sie reden!

Beste Grüße
Ulrich Müller

Gravatar: Thomas

Der Hebold wieder,

als Herold von Darth Vader Schwab und seiner
GreatReset Satanistenbande - die einzige
Alternative, die noch in der Lage ist den Abschaum
der Menschheit aufzuhalten , besteht aus dem demokratisch gewählten Präsidenten Russlands
und seiner tapferen Armee. Nun muß ich nicht mehr
arm und glücklich werden, da der demokratiefreundliche,
russische Präsident, den ersten Dominostein, zum Ende
der US Vanguardplutokratie umgestoßen hat. indem er
sich der größter Kriegs und Terrorvereinigung, der
NATO, mutig entgegen stellt. Stell dir vor, es ist Krieg
und die US Plutokratie, liefert keine Waffen. Da Russland
den Krieg gewonnen hat, wird die US Vanguardplutokratie, entweder Einen Krieg Europa / Russland riskieren ,oder der "Wertewesten", wird sich
in eine Diktatur zurückziehen müßen, damit ,die reichsten Familien der Welt, nicht am Galgen enden.
Europa würde aber auch einen Krieg gegen Russland
verlieren und die USA, wären, dann mit China beschäftigt. Völker der Welt steht auf und befreit euch,
von der satanischen Knute, der US Vanguardplutokratie.
Schmeißt Big Tech und die US Armee aus euren Ländern, bevor es zu spät ist.

Gravatar: Wolfgang Hebold

Werter Herr Müller,

schon vergessen? - Die Ukrainer haben ohne HIMARS die Russen vor Kiew und Charkiv zurückgeschlagen. Aber sorry, ich vergass. Die Russen haben ja die Front begradigt. Und dass die ruhmreiche russische Armee 5 Monate braucht, um 100 Kilometer tief in der Ostukraine vorzudringen - alles Propaganda. Die Russem stehen in Wahrheit vor Lemberg! Und erst die Schwarzmeerflotte! Selbversenker in nicht verzeichneten Stürmen. Nicht zu vergessen die hochgerechnet 100.000 Toten, von denen Sie hier kürzlich phantasierten.

Fragt sich, wer sich hier was zusammenträumt? Ich bin es nicht.

Grüße,

Wolfgang Hebold

P.S.

Was würde eigentlich passieren, wenn die Russen an reguläre Nato-Verbände gerieten?

Gravatar: Angermann

Zitat: "Lawrow und Medwedew träumen von ›Regime-Change‹ und ›Extermination‹"
Da verwechseln sie wohl Lawrow und Medwedew mit Biden, der EU und Selenskij.
Denn ist es nicht "Strategie" des Westens, Russland wirtschaftlich in die Knie zu zwingen, auf dass die Russen aufstehen und Putin stürzen, ja vielleicht sogar umbringen?

Typisch linke Denke, Herr Hebold. Die Sauereien, die man selber gerne macht, werden auf andere projiziert.

Gravatar: Ulrich Müller

Wieder mal schreibt sich unser werter Herr Hebold, die Welt zurecht und zeigt eigentlich nur, dass er geistig einfach nicht in der Lage ist, zu begreifen, was in der Ukraine wirklich vor sich geht. Oder er glaubt immer noch, dass er mit seinem aus der Luft gegriffenen Phantasievorstellungen ("Ukrainer erobern Gebiete zurück, 24 HIMARS machen jede Offensive der Russen zunichte") seine Leser für dumm verkaufen kann.

Alles ausgemachter Blödsinn! Klar "erobern" die Ukrainer gelegentlich irgendwo in der Pampa ein Dorf mit 7 Häusern zurück, während die Russen damit beschäftigt sind, eine Großstadt zu erobern. Klar schießen die HIMAR ein paar Munitionsdepots in Brand, aber es werden auch laufend HIMARS abgeschossen - schneller, als der Westen nachliefern kann.

Und die ukrainischen Soldaten sterben an der Front inzwischen wie die Fliegen! Die Wirklichkeit sieht so aus:

https://www.youtube.com/watch?v=Zt_0gsJbnHw

Das wird von den emsigen Kriegstreibern im Westen allerdings lieber nicht erwähnt!

Gravatar: Wolfgang Hebold

Werter DeDiMi,

ein sehr vernünftiger Vorschlag! Auch wenn man das mit etwas Weitblick und geschätzt 60.000 Toten seit langem hätte haben können.

Grüße,

Wolfgang Hebold

Gravatar: Cantacuzene

Wenn man beobachtet, wieviele führende ukrainische Militärs und Politiker in den letzten Tagen abgesetzt wurden, so drängt sich schon der Eindruck auf, daß das CIA-gestützte Selenski-Regime wankt. Offensichtlich brodelt es im ukrainischen Volk, das keine Lust mehr hat, für die machtpolitischen Spielchen der USA den bereits verlorenen Krieg weiter zu führen. Meine Vorhersage: In spätestens einem Jahr gibt es keinen Präsidenten Selenski und auch keinen ukrainischen Staat in seiner gegenwärtigen Form mehr.

Gravatar: Facherfahrener

Na, so schlimm kann Putin und Medvedjev gar nicht sein,
sonst hätten sie - sie schon längst Heim geholt.

Gravatar: Schnully

Nein ! Ich bin kein Putinversteher , aber ich gebe vor ein Bürgerversteher zu sein .
Ich vermisse Berichte der langen Warteschlangen der Menschen die in russischer Richtung aus der Ukraine flüchten . Man braucht nicht besetzen , was schon lange auf der eigenen Seite steht aber Selensky nicht zuläßt . Vielleicht würde Russland die Wahlen im subventionierten Kiew turmhoch verlieren . Wo Klitschko mit SPD Genossen Champagner schlürft und auf weitere Zahlungen aus dem Westen wartet , während bei uns durch falsche Ampelpolitik langsam die Lichter ausgehen .
Nur weil bei unseren pro Ukraine Medien , einseitig berichtet wird muß das nicht wahr sein und liest sich in anderen Medien eher wie ein " Vorwärts Kameraden wir müßen zuruck " . Zu ihren 100 km in fast 6 Monaten , kommt es mir eher so vor , das Putin darauf wartet , das sich der Westen durch seine Sanktionen gegen sich selbst , langsam auflöst . Die Streit innerhalb der EU zeigt , das sich dort jeder selbst der nächste ist , wenn es ums Gas geht . Nur Deutschland`s Gurkentruppe läßt uns lieber frieren und würgt die eigene Wirtschaft ab .

Ich bin es einfach Leid . Ständig Selenskys ( wollte könnte möchte hätte ) in unseren Medien zulesen .
Sondern das man Selensky mal auf die Finger sieht und klopft , wenn er lügt und echte Friedensverhandlungen durch seine Forderungen blockiert . Frieden ist mit Selensky garnicht möglich

Gravatar: DeDiMi

Wie wäre es mit folgendem Kompromiss: Russland darf den Donbass und noch einen Teil im Süden bis zur Krim behalten und die restliche Ukraine wird dafür möglichst schnell Nato-Mitglied.
Für alle sicherlich nicht befriedigend, aber besser als Krieg & Tod. Das geht doch sonst immer so weiter.

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang