Kostenfalle Apparatemedizin

Von alle Politikern, die uns den hohen technischen Standard unseres weltweit einmalig guten und modernen Gesundheitswesens anpreisen, wird ein Fakt sehr selten genannt.

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In Deutschland stehen so viele von diesen teuren technischen Geräten, wie im Rest Europas zusammengenommen! Nirgendwo in der restlichen Welt werden so viele Patienten „durch die Röhre geschoben“ wie bei uns in Deutschland. Warum Politiker so ungern darüber reden? Wahrscheinlich wohl vor allen Dingen deshalb, weil sich hier die nur zu berechtigte Frage stellen würde, warum das wohl so ist? Ob das alles medizinisch geboten und vor allen anderen Dingen – notwendig ist? Wo doch woanders in Europa offensichtlich „weniger mehr ist“?

Weil sich damit – im Gegensatz zu einer konventionellen Behandlung der Patienten - trefflich Geld verdienen lässt? Und die Staatlichen Krankenkassen nur allzu bereitwillig zahlen, weil sie – ganz anders als beim Praxisbesuch beim niedergelassenen Arzt – dafür ein Formular haben. Sprich: Es steht in ihrem Katalog der „Pflichtleistungen“. Mehr können staatlichen Krankenkassen nämlich nicht tun: Nachschauen, ob sie genau für die Leistung „ein Formular haben“? Wenn ja, wird anstandslos gezahlt – wenn Nein, eben nicht. Ob diese Leistung aber dem Patient schadet oder nutzt, ob sie medizinisch geboten und damit sinnvoll war  – darüber kann sich die Staatliche kein Urteil erlauben.

€ 35,00 „Fallpauschale“ pro Patient und Quartal muten nachgerade lächerlich an gegen die Summen, die eine ganz normale Computerresonanz-Tomographie (CT) oder Magnetresonanz-Tomographie (MRT) kostet: zwischen 300 und 1.200 € für eine einzige Untersuchung. Je nachdem, ob nur eine Hand oder der gesamte Beckenbereich untersucht werden muss. Daneben gibt es noch eine breit gefächerte Palette von weiteren Diagnoseverfahren mit klangvollen Namen, die den Patienten eher verwirren als aufklären. Aber modern sind sie alle. Und kosten nichts extra! Keinen Cent dazugezahlt?

Die hohen Kosten scheinen aber auf den ersten Blick gerechtfertigt – auf einem freien Markt ausgehandelt sind sie gleichwohl nicht. Stichwort Einheitsverkaufspreis der DDR (EVP). Wir haben nicht den blassesten Schimmer, zu welchen Preisen wir kommen könnten, wenn diese „radiologischen Praxen“ tatsächlich in Konkurrenz miteinander stehen würden? Und ihre Preise frei gestalten müssten, um sich am Markt zu behaupten?

Allein der Vergleich: „Was koste das gleiche Päckchen Aspirin vom gleichen Hersteller in Deutschland und was in der Türkei?“  - lässt uns ein ungefähres Gefühl für die Preisrelationen bekommen. Nicht mehr mit Preiskalkulation und „Wagnis und Gewinn“? Allein die Frage: „Was sind die Ahnungslosen bereit auszugeben, bevor sie aufbegehren?“

Und weil die Pharmakonzerne diese Frage selten an die Verbraucher richten müssen, sondern eher an die staatlichen Krankenkassen, ist ihr Gewinnspielraum nahezu unbegrenzt.

Zurück zu den MRT-Geräten: Allein die Anschaffung eines Gerätes kostet zwischen 850.000 € bis 3 Mill. Dazu kommen monatliche Unterhaltskosten zwischen 10.000 und 15.000 € monatlich. Lassen wir diese Zahlen, diese gigantischen Summen eine Augenblick auf uns wirken, wird klar, welche Umsätze der Betreiber dieser Gerätschaften generieren muss, um am Ende einen Gewinn auszuweisen;

Neben den monatlichen Unterhaltskosten (10 bis 15 TEUR) muss er noch die Zinsen für das Darlehen zur Anschaffung des Gerätes verdienen. Bei zwei  Mill. Euro wären das beispielsweise geschätzte weitere 16.000 Euro im Monat. Plus einer Tilgung von 2 %  - das ist üblich. Einnahmen von 50 bis 65 TEUR müssen monatlich hereinkommen, damit einen schwarze Null dabei rauskommt. Da sind noch nicht einmal die Gehälter der Mitarbeiter und die Miete für die Praxisräume dort berücksichtigt.

Denn: Neben den monatlichen Belastungen muss natürlich auch die eigentliche Schuld endgültig getilgt werden, bevor die Gewinnzone betreten werden kann. Wenn sich diese Investitionen amortisieren sollen, müssen diese Geräte möglichst gut ausgelastet sein. Wenn es geht;  24 Stunden am Tage! Die sprunghafte Zunahme der Gerätemedizinbetreiber lässt darauf schließen, dass man mit diesem Geschäftsmodell – in Deutschland – außerordentlich gut verdienen kann.

Ansonsten wären die Zahlen nicht so in die Höhe geschossen, wenn sich denn die teuren Großgeräte nicht rentieren würden: Die Anzahl der CT-Geräte hat sich allein von 1990 bis 1997 – in nur sieben Jahren mehr als verdoppelt – im Jahr 2009 waren es schon vier Mal so viele: jetzt 2.600 Geräte. Noch dramatischer war die Entwicklung bei den MRT-Geräten, im Volksmund auch gern als „Kernspin“ bezeichnet. Deren Zahl hat sich in den gleichen sieben Jahren  - 1990 bis 1997 - mehr als vervierfacht! Im Jahr 2009 waren es gleich siebzehn Mal so viele wie 1990. Und MRT; das sind genau die Kaliber, die im Millionenbereich kosten in der Anschaffung! Neuere Zahlen habe ich nicht gefunden. Allerdings zweifelt wohl niemand ernsthaft daran, dass der Trend unverändert anhält – sich sogar das Tempo des Zuwachses erhöht hat.

Die Betreiber der Geräte finden offensichtlich von Jahr zu Jahr exorbitant mehr Kunden, die dieser Diagnostik unbedingt bedürfen. Eine Art der Diagnostik, die es „früher“ überhaupt nicht gab?Allein im Jahr 2011 haben ca. 11 Millionen Deutsche CT oder MRT bei sich machen lassen bzw. wurden von ihrem Arzt dort hingeschickt. Das sind rein rechnerisch auf 1.000 Einwohner 114 CT’s und 97 MRT’s. Diejenigen, die in diesem Bereich geschäftlich unterwegs sind finden: Das ist (Welt)Spitze!

Allein beim MRT in der Zeit von 2004 bis 2009 – in nur 5 Jahren – eine Steigerung um satte 41 %. Weltspitze sind allerdings auch die Kosten: Nahezu 2 Mrd. Euro haben diese Untersuchungen die staatlichen Krankenkassen in 2009 gekostet!

2 Mrd. Euro Mehrausgaben für die Staatlichen für Diagnoseverfahren, die es 1990 so noch gar nicht gab. Was für den einen die gute Einnahmen sind, sind für die anderen Mehrkosten! Für die Krankenkassen nämlich! Bis dahin nichts Beanstandens wertes? Neue Märkte zu entdecken und die Kunden dort zu befrieden ist der Schlüssel zu jedem geschäftlichen Erfolg. Aber: gibt es wirklich einen Markt? Wirklich eine Nachfrage? Wirklich genug Leute, die sich für ein solches „Untersuchungsprodukt“ bewusst entscheiden würden? Oder hat auch dieser Trend wieder etwas damit zu tun, dass das alles aus Sicht des Kassenpatienten nichts kostet?

Wie viele dieser Geräte würden heute wohl in Deutschland stehen, wenn den Patienten die „Preisschilder“ sowohl von traditionellen als auch von modernen Diagnoseverfahren gezeigt würden und sie dann selbst entscheiden müssten, was sie wählen? Oder der Arzt (die behandelnden Ärzte) die Patienten tatsächlich nach „bestem Wissen und Gewissen“ beraten dürften. Ohne die finanziellen Zwänge der eigenen Praxis vor Augen zu haben: „Mit der reinen Behandlung der (Kassen)Patienten lässt sich kein Geld mehr verdienen!“ Verbunden mit der Frage: was ist es dir wert? Was bist du bereit, für die Apparatemedizin mehr auszugeben?

Um dem altbekannten Einwänden aus der linken Ecke zu begegnen, die da stereotyp lauten: „Ja, ja – wer arm ist, stirbt früher!“ und „Du willst ja nur den Ärmsten der Armen die modernste medizinischen Leistungen vorenthalten! Pfui Teufel!“ Ganz klar: wer viel raucht, Alkohol trinkt, womöglich Drogen nimmt, sich wenig bewegt und ungesund ernährt, der hat in der Tat eine geringere Lebenserwartung! Wer außerstande ist, seinem Leben einen Sinn zu geben; seine Aufgabe im Leben zu finden, der kann schon schnell daran schwermütig werden. Auch dann, wenn ihm das ungesunde Gesellschaftsmodell „Sozialstaat“ von heute keine Chance und auch keinen Anreiz dazu gibt, aus den Pantoffeln zu kommen!

Das Kind, dass auch mit sechs Jahren noch nicht hat von seinen Eltern lernen dürfen, dass man sich zweimal am Tage die Zähne putzen sollte, wird natürlich als Erwachsener eher eine teure Zahnprothese brauchen! Aber: Zahnbürste und –pasta - Obst und Gemüse kosten nicht die Welt! Wer raucht, muss sich halt überlegen, was für ihn und seine Familie wichtiger ist! Viel Bewegung an der frischen Luft kostet gar nichts – trotzdem mangelt es den Ärmsten der Armen eben daran am meisten!

Und: auch wenn der Hartz IV-Empfänger in Privatinsolvenz einen gefährlichen Herzanfall erleidet, wird ihm mit allen Möglichkeiten modernster Medizintechnik geholfen. Selbst wenn es eine Folge von Alkohol- und/oder Drogenmissbrauch war. Was übrigens auch unter den oft zitierten „amerikanischen Verhältnisse“ nicht anders ist. Wäre dort nur ein Einziger gestorben, weil man ihm Behandlung versagt hat – wir hätten es längst in der „Bild“ gelesen!

Worum es mir allein geht: alles soll getan werden, was „notwendig für den Patienten“ ist – nicht aber das, was lediglich mehr Geld ins System spült. Deswegen macht es viel Sinn, sich die einzelnen Diagnoseverfahren – uralte, wie topmoderne – einmal genauer anzuschauen. Soweit wir das aus unserer laienhaften Sicht beurteilen können. Man wird aber sehen: Auch hier ist Vernunft und ein gesunder Menschenverstand weitaus hilfreicher als das Chauffeurs- oder Pseudowissen der Politiker.

Es ist nämlich NICHT so, wie uns interessierte Kreise immer wieder einreden wollen, das das modernste und teuerste auch immer zugleich das Beste ist! Alles hat seine Vor- und Nachteile. Jede Diagnosearbeit erfordert ein andres Verfahren, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Sei alten Zeiten bekannt: Das Röntgen!

Für die meisten Patienten, ein steinzeitliches Verfahren – damit gibt sich niemand mehr zufrieden! Wer wegen eines verstauchten Fingers nicht mindestens zweimal durch die Röhre geschoben wurde, fühlt sich von seinem Arzt nicht mehr ernstgenommen und geht lieber zu einem anderen. Und warum sollte der Arzt dieses Risiko eingehen? Seinem Patienten diesen Herzenswunsch verweigern? Was natürlich genauso auf die „Fallgruppe: ich brauche einen gelben Schein“ zutrifft! Wo ist die Motivation dafür, „Nein“ zu sagen? Was bekommt er von wem, wenn er der Krankenkasse diese Kosten erspart? Nichts!

Wenn es ihm vielleicht sogar persönlich zum Nachteil gereichen könnte, wenn er „es“ nicht tut? Von diesem gefährlichen „Zeitgeist-Trend“ wird später noch zu reden sein! Ärzte haben es mir immer wieder bestätigt: Röntgen ist nach wie vor ein unverzichtbares Diagnoseverfahren, wenn es z.B. um Arthrose (Gelenkverschleiß) oder die  Art und das Ausmaß der Fehlstellungen von Knochen und Gelenken geht. Hier ist das Röntgen wohl allen moderne Verfahren überlegen. Weil man ein „Übersichtsbild“ braucht und keine Schichtdarstellung der Details.

Auch die gute alte Ultraschalluntersuchung hat noch immer in vielen Bereichen der Diagnostik ihre Daseinsberechtigung: Wenn es um oberflächliche Verletzungen der Muskeln geht. Oder darum, das Ausmaß und Intensivität eines Blutergusses festzustellen. Großer Vorteil des Ultraschalls: Nebenwirkungen und Belastungen des Körpers so gut wie ausgeschlossen. Ganz anders ist das bei dem CT, der Computertomographie. Hier wird mit ungeheuer großen und intensiven Strahlendosen hantiert – verbunden mit den entsprechenden negativen Strahlenbelastungen für den menschlichen Körper. Aber es gibt halt viele Erkrankungen und Unfälle, wo auch dieses Verfahren unerlässlich - sprich „ärztlich angezeigt“ ist. Deshalb wäre es hier nur wichtig, dieses Verfahren möglichst selten, wenn überhaupt nur ein einziges Mal pro Erkrankung oder Unfall, möglichst sparsam einzusetzen!

Wenn wir uns allerdings die wundersame Vermehrung dieser CT-Gerätschaften in den letzten 20 Jahren anschauen, bleiben Zweifel, ob dieses hehre Anliegen in jedem Fall gelingt. Jedes teure Gerät verdient nur Geld, wenn jemand darunter liegt. Das ohne Frage teuerste und detailgenauste Verfahren ist unbestritten die Kernspin- oder Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT). Und es sollte natürlich wegen seines Preises – und der bisher noch unerforschten Belastungen des Körpers durch die superstarken Magnetfelder - auch nur dann eingesetzt werden, wenn es tastsächlich notwendig, aus ärztlicher Sicht angezeigt ist.

Das explosionsartige Ansteigen der Anzahl der Geräte dafür – 2009 hatten wir 17 mal so viel wie 1990 und viermal so viele wie 1997 – lässt erhebliche Zweifel offen, dass dem tatsächlich so ist!!! Natürlich soll jeder Patient „sein Bestes“ bekommen: Das ist im Fall einer Arthrose aber eben nicht das teure MRT sondern ein schnödes, altmodisches Röntgenbild. Jeder, dessen Notebook nicht mehr funktioniert, wird sich vor der Anschaffung eines neuen natürlich darüber informieren, ob es nicht ein preiswerteres Verfahren gibt, wieder online zu sein, als der Neukauf. Eine Reparatur z.B.?

Weil: er hat nach eine Reparatur für 100 € dasselbe gute Ergebnis, wie nach einem Neukauf für 1.000 €! Nicht viel anders ist es bei den Diagnoseverfahren! Nur, dass da halt ein anderer bezahlt und man noch nicht einmal darüber informiert wird, was das Ganze eigentlich kostet? Wir können uns das an Hand von verschiedenen Landkarten ganz gut vorstellen: Wer in München von A nach B fahren möchte, ist natürlich mit einem Stadtplan bestens bedient. Wer aber von dort nach Hamburg möchte, der bracht keine 100 weitere Stadtpläne, sondern besser eine Deutschlandkarte. Wer nun gar nachvollziehen möchte, auf welcher Route sein Idol mit einem Motorrad die Welt umrundet hat, dem nützt nicht einmal eine Karte vom gesamten afrikanischen Kontinent etwas. Der sollte einen Globus zur Hand nehmen!

Das alles ist nun aber keine Wertung für oder gegen Stadtplan, Landeskarten oder einen Schulglobus. Ein jedes dafür, wofür es am besten geeignet ist. Genau aber dieses Prinzip ist im staatlichen Gesundheitswesen komplett verloren gegangen. Ein weiterer, äußerst gefährlicher Trend zeichnet sich ab. Die Entwicklung eines „Mainstreams“; eines gesellschaftlichen Phänomens „Ich will in die Röhre – holt mich da rein!“ - und noch viel schlimmer: die mögliche Entwicklung eines „Richterrechts“ hart am Gesetz vorbei!

Dass die Menschen rein verrückt danach sind, sich durch die Röhre schieben zu lassen und sich werden auch freiwillig nicht mehr davon abbringen lassen – davon war schon die Rede! Da kann man nur mit „Kostenbewusstsein“ gegenhalten, wie später noch zu erläutern. Es muss – auch - eigenes Geld kosten! Weitaus schlimmer ist der unter Medizinern, also den Fachleuten – ganz im Verborgenen - schwelender Streit, was denn nun medizinisch geboten, für den Patienten notwendig, gut und nützlich sei?

Und im Umkehrschluss natürlich: was ihm zum Nachteil gereicht, ihm womöglich sogar Schaden zufügt und damit den Arzt klar in die Haftung bringt? Er Gefahr läuft, durch entsprechende Gutachten von Kollegen - mit anderer medizinischer Ansicht - vor Gericht gebracht und zu Schadensersatzforderungen verurteilt zu werden? Immer, wenn sich Mediziner streiten, fällt mir spontan die Aussage eines alten Wissenschaftlers ein: „In unserer Branche überzeugt man nicht mit Argumenten, sondern indem man wartet, bis der Gegner weggestorben ist!“

Genauso umstritten ist natürlich in Medizinerkreisen, welche Diagnoseverfahren in welchen Fällen angezeigt scheinen und welche nicht! Bis dahin ein rein akademischer Streit, der bis zum Ende der Welt nicht wird zu entscheiden sein. In jüngster Zeit mehren sich allerdings die Fälle, wo die vom Staat bei den Kassenärztlichen Vereinigungen initiierten, den Gerichten vorgeschalteten „Schiedsstellen“, ganz offensichtlich mehr und mehr mit honorigen Verfechtern einer uneingeschränkten Gerätemedizin besetzt sind.

Die prüfen nun vermehrt einen jeden Beschwerdefall eines Patienten darauf ab, ob tatsächlich alle „technisch möglichen“ Diagnoseverfahren zum Einsatz gekommen sind. Also bis hin zu CT und MRT! Das können sie leicht herausbekommen – was medizinisch angemessen und geboten war, darüber gibt es dagegen natürlich immer widerstreitende Meinungen. Deshalb klammert man diesen Punkt bewusst aus. Sicher ist sicher! Wenn nun aber der Vorsitzende Universitätsprofessor einer Schiedsstelle seinem praktizierenden Kollegen ins Stammbuch bzw. ins gerichtliche Gutachten schreibt, dass seiner Meinung nach, das Anordnen einer nun leider fehlenden, sofortigen MRT-Untersuchung eventuell einen ganz anderen Krankheits- und Heilungsverlauf hätte bringen können – rausfinden kann das natürlich im Nachhinein keiner mehr – dann ist das für den Beschwerdeführenden Patienten geradezu eine Einladung, seinen Arzt auf Behandlungsfehler und Schadensersatz zu verklagen?

Was lernt der praktizierende Arzt daraus? Wer nur das an Untersuchungen anordnet, was aus seiner Sicht notwendig ist, hilft zwar der Staatlichen, Kosten zu sparen – bekommt dafür aber von niemanden einen Dank sondern riskiert oberdrein auch noch einen in die Hundertausende gehenden Schadensersatz und über Jahre währende Rechtsstreite? Wer dagegen alle Diagnoseverfahren gedankenlos verschreibt, die ihm gerade einfallen und ihm bekannt sind, egal ob sie nützen oder schaden – mehrt zwar die Kosten; geht aber kein Risiko ein!

Ein ganz fataler Lerneffekt für Ärzte, der uns noch viel neues Geld kosten wird, wenn sich die Gerichte dieser Ansicht anschließen. Und wer die aktuelle Rechtsprechung in Deutschland und Europa intensiv verfolgt, der mag auch das Verrückteste heute nicht mehr ausschließen?

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Philip G.

So ein Unsinn!
Ich bekomme 80 € pro Quartal für eine MRT Untersuchung.
Röntgen macht überhaupt keinen Sinn mehr, weil es nämlich auch 80 € im Quartal kostet und überhaupt keinenAussagewert hinsichtlich Knorpelschaden, Fraktur oder Banverletzung hat.

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