Eine ernst gemeinte Frage an die Pazifisten
Eine ernst gemeinte Frage an die Pazifisten
Datum: 13.08.2014, 13:43
Bedingt durch aktuelle Ereignisse habe ich mich an dieser Stelle in den vergangenen Wochen viel mit kriegerischen Konflikten beschäftigt. Ungewöhnlich viele Leser haben dazu geschrieben, mir widersprochen oder zugestimmt - oftmals mit starken Argumenten. Sehr beeindruckt haben mich dabei diejenigen, die für bedingungslose Friedfertigkeit plädieren. Wer würde nicht gern in einer friedvollen Welt leben? Aber, das muss ich hinzufügen: Sie haben mich nicht überzeugt.
Machen wir also heute die Probe aufs Exempel. Im Irak wütet seit Wochen eine islamistische Terrorgruppe namens Isis, deren Kämpfer Al Qaida wie eine Amateurveranstaltung aussehen lassen. Tausende Dschihadisten haben inzwischen große Teile des Irak und Syriens unter Kontrolle. Sie rücken auf Bagdad vor, sie rücken gegen die Kurden vor. Vor allem aber: Sie töten rücksichtslos jeden, der sich ihnen entgegenstellt. Sie töten vornehmlich Christen, was in Deutschland erstaunlich wenige Menschen in Politik und Medien zu interessieren scheint. Sie behandeln Frauen wie Tiere und veranstalten Massenbeschneidungen. Und sie dokumentieren ihren Terror auf Bildern und Filmen fürs Internet. Schreckliche Videos sind da zu sehen mit Leichenbergen, Frauen und Kindern von Kugeln durchsiebt, riesige Blutlachen drumherum. Und ich übertreibe nicht, ich habe es mit eigenen Augen gesehen.
Das sind keine Leute, die über irgendetwas mit irgendwem verhandeln wollen. Isis hat keine Diplomaten und Forderungen. Sie wollen herrschen und töten. Nun kann man sagen: Hätten sich die Vereinigten Staaten im Nahen Osten nicht eingemischt, wäre das alles nicht passiert. Lasse ich mal so stehen, auch wenn ich es nicht so sehe und die Folterkammern und Giftgaseinsätze Saddam Husseins nicht für eine erstrebenswerte Alternative halte.
Aber meine ganz konkrete und ernst gemeinte Frage an die Pazifisten: Wie stoppt man das Morden der Isis ohne Einsatz massiver militärischer Gewalt? Oder was ist die Alternative? Wegschauen? Überlassen wir die nach UN-Angaben derzeit 200 000 Menschen, die auf der Flucht sind, ihrem Schicksal?
Beitrag erschien zuerst auf: rp-online.de
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