Kaukasus-Konflikt

Im Kaukasus sterben Menschen und sie sterben, weil ein regionaler Krieg zwischen zwei Kaukasus-Staaten wieder aufgeflammt ist. Die Kriegsparteien sind bekannt. Es handelt sich um Armenien und Aserbaidschan. Sich diese beiden Staaten alleine anzusehen, reicht nicht. Beide Staaten stehen für Konfliktfelder, die eine globale Dimension haben.

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Im Kaukasus sterben Menschen und sie sterben, weil ein regionaler Krieg zwischen zwei Kaukasus-Staaten wieder aufgeflammt ist. Die Kriegsparteien sind bekannt. Es handelt sich um Armenien und Aserbaidschan. Sich diese beiden Staaten alleine anzusehen, reicht nicht. Beide Staaten stehen für Konfliktfelder, die eine globale Dimension haben. Es überschneiden sich Rivalitäten, die weit in die Geschichte von zwei Jahrhunderten zurückreichen und Staaten wie Russland und Amerika, die Türkei und Frankreich ebenso betreffen wie heute Iran und Israel. Es reicht völlig, sich die Staaten in ihrer jeweiligen Kooperation anzusehen. Der internationale Akteur, der jedenfalls die Lage vor Ort kannte, wurde vor Ausbruch der Kämpfe politisch aus dem Verkehr gezogen: die OSZE. Derzeit kann keine internationale Struktur den Konflikt auffangen. Die Bemühungen Russlands um einen Waffenstillstand machen deutlich, wie hoch das Gefährdungspotential über den Kaukasus hinaus eingeschätzt wird.

Jetzt hat der Vorsitzende armenischer Kirchengemeinden in Deutschland die Bundesregierung aufgefordert, sich in dem Konflikt zu engagieren und gleich die Geschichte ins Feld geführt. Hier zeigt sich bereits im Ansatz, was das Führungschaos bei der OSZE bewirkt hat. Niemand kann heute sagen, wer den ersten Schuß in dem bislang fast eingefrorenen Konflikt abgefeuert hatte? Feststellen kann jeder, wie die Ausgangslage für diesen Krieg aussieht. Es gibt mehrere Grundtatbestände. Das sind zunächst die international anerkannten Grenzen. Danach liegt der Zankapfel namens „Berg-Karabach“ eindeutig suf dem Staatsgebiet von Aserbaidschan. Ebenso unbestritten sind zwei weitere Umstände. Berg-Karabach wird mehrheitlich von Armeniern besiedelt. Über das Gebiet von Berg-Karabach hinaus haben armenische Streitkräfte als Ergebnis des Konfliktes von 1991-1994 um das Gebiet von Berg-Karabach Teile des Staatsgebietes von Aserbaidschan besetzt. Hunderttausende Flüchtlinge sind nach den Feststellungen der UN
Binnenflüchtlinge in Aserbaidschan. Welchen Zielen soll eine deutsche Initiative gelten? Nach dem jetzigen Stand der Dinge muß das Sterben beendet werden. Dafür besitzen andere die Durchschlagskraft, dies jedenfalls zu versuchen. Wenn es gilt, internationale Standards wieder zu respektieren, kann niemand von Deutschland erwarten, daß unser Land sich dafür einsetzen sollte, territoriale Kriegsgewinne aus dem Konflikt 1991-1994 anerkannt zu sehen. In der Zeit von Helmut Kohl haben die Kriegsparteien Realismus genug gezeigt, eine allseits anerkannte und respektierte Regelung zu treffen. Der Vater des heutigen Präsidenten von Aserbaidschan war pragmatisch genug und in Erewan war man das auch. Man kann nicht einfach anknüpfen, denn das lassen die Hintermänner nicht zu.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Peter Lüdin

Das ist natürlich bitter für die Armenier, weil dieses Abkommen einer Kapitulatiion gleichkommt. Es ist aber nun mal vorbei. Arzach konnte nicht gegen den von allen Seiten angreifenden und technologisch überlegenen Gegner verteidigt werden. Jetzt kommt es darauf an, für die armenische Seite das Maximale bei den Verhandlungen herauszuholen. Vielleicht wird ja nicht alles christlich-armenische Erbe sofort zerstört. Die Stadt Shushi ist allerdings schon gefallen. Mal sehen, wie sich die Jihadisten aus Syrien in der Kathedrale dort benehmen.

Gravatar: Peter Lüdin

Zwei Faktoren sind für Armenien sehr gefährlich. Einerseits liegt das Land zwischen zwei autokratisch geführten Ländern. Die Demokratie Armeniens dürfte beiden ein Dorn im Auge sein. Andererseits ist Armenien zum grossen Teil ein Land mit christlicher Bevölkerung. Auch dies wird den beiden Nachbarn nicht gefallen. Der "Westen" sollte sowohl die Demokratie in der Region stärken als auch die Bevölkerung schützen. Es wird leider nicht ohne eine klare Stellungnahme gehen. Er wird sich entscheiden müssen zwischen einer weiteren Vertreibung von Menschen, der Beendigung dieser Demokratie, oder dem Erhalt des Landes. Es bleibt daher die Frage, ob der "Westen" gewillt ist klar Stellung zu beziehen und entsprechend zu handeln. Zu befürchten ist leider, dass er das nicht tun wird.

Gravatar: karlheinz gampe

Wenn die Juden sich vermischt haben, wie die Reaktion schreibt ! Dann bedeutet dies, dass sie mit der Vermischung auch ihren Anspruch auf das gelobte Land verloren haben. Mit jeder Mischung wird das Anrecht auf das Erbe(Nacherben) der Vorfahren kleiner. Der Glaube an eine Gottheit berechtigt nicht zur einer Landnahme. Die Redaktion sollte sich einmal der Geschichte der Juden und Freimaurer annehmen.
Haben die aus Russland vertriebenen Juden, welchen im Kaiserreich Asyl gewährt wurde zu Gunsten der Engländer im WK1 gegen den Kaiser eingegriffen ?

https://de.wikipedia.org/wiki/Balfour-Deklaration

Gravatar: karlheinz gampe

Die Khasaren Mafia !

Fast alle Juden sind Khasaren und keine Ur Juden ! Die Khasaren lebten in Südrussland und sind nur geschlossen zum Judentum übergetreten. Das bedeutet Juden(Khasaren) haben gar keinen Anspruch auf Israel! Bin bei Attila Hildmann auf den Ausdruck Khasaren gestoßen und da hat es geklickt ! Merkel hat durch ihre Politik nun Israel das Existenzrecht genommen. Sonst hätte man nie über die Khasaren mit ihren 2 Königstum nachgedacht. Die Worte Husar, Ungar, Magyar sind khasarischen Ursprungs.
Sind die Freimaurer auch khasarischen Ursprungs ! Viel deutet nun darauf hin.

Link dazu:
https://www.youtube.com/watch?v=K4ycu_oAS4s

[Anm. d. Redaktion: Die These, dass aschkenasische Juden von den Khasaren abstammen, ist historisch und genetisch längst widerlegt. Die Aschkenasim stammen wie alle Juden aus der Levante, vermischten sich im Mittelalter mit Italienern, Deutschen und Osteuropäern. Die Khasaren wiederum waren im Frühmittelalter temporärer zum Judentum konvertiert.]

Gravatar: karlheinz gampe

Von unseren jetzigen roten, ungebildeten Politikern kann man keinerlei Lösungsansatz mehr erwarten. Zu dumm, zum Zum !

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