Vom Glück der Wiedervereinigung

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Vom Glück der Wiedervereinigung
Datum: 24.09.2010, 12:01

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In Berlin soll der Wiedervereinigung mit einer nur einstündigen Veranstaltung vor dem Reichstagsgebäude gedacht werden, bei der  Bundestagspräsident Lammert spricht. Mehr Interesse als die Rede dürften freilich die Fernsehaufnahmen finden, die am 3. Oktober 1990  vor dem Reichstagsgebäude gemacht wurden. Ein Volksfest aus diesem Anlass scheiterte in Berlin an der Ablehnung der rot-roten Regierung. Sie sieht keinen Anlass zum Feiern, sondern hält einen Empfang im Abgeordnetenhaus für angemessen, bei der die Politiker unter sich bleiben: Wohlgemerkt nicht um der Wiedervereinigung zu gedenken, sondern der Übertragung der alliierten Rechte an Berlin auf das Abgeordnetenhaus. Da fällt einem doch gleich der Satz ein, mit dem der damalige Regierende Bürgermeister Momper den Fall der Mauer am 9. November 1989 kommentierte: "Wiedersehen , nicht wiedervereinen!"

 Es ist müßig, an den Fakten herum zu deuteln: Der politischen Klasse dieses Landes war die Wiedervereinigung kein Herzensanliegen. Die im Osten bekannte sich offen zur Zweistaatlichkeit und die im Westen hatte sich mit ihr abgefunden. Dass die Einheit dennoch zustande kam, ist vor allem das Verdienst der Deutschen, die in der DDR eingepfercht waren; allen voran den Demonstranten, die in Leipzig  und andernorts mit ihrem Schlachtruf "Wir sind ein Volk!" der DDR das Lebenslicht ausbliesen. Ohne sie wäre Frau Merkel vermutlich heute noch Mitarbeiterin der Akademie der Wissenschaften der DDR. Sie haben damals die Welt verändert und dem Kalten Krieg den Garaus gemacht. Was sie nicht schafften, war, das Hochgefühl und den Stolz darauf, Deutsche zu sein,  auf die politische Führungsschicht zu übertragen und damit die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass diese Empfindung das Land insgesamt erfassen und prägen konnte. "Nur keine Renaissance von Nationalgefühl" lautete die nie laut ausgesprochene, aber dennoch allgegenwärtige Devise der Parteien und ihrer Regierenden. Dabei ist es geblieben. Über die Folgen gibt die Demoskopie Auskunft: Nur für die Hälfte der Deutschen  ist die Wiedervereinigung ein Anlass zur Freude. Alle wissen zwar: Die Wiedervereinigung ist ein großes Glück – aber zu viele empfinden dieses Glück nicht. Das ist alles andere, als ein Grund zur Freude.

 

Sven von Storch

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