Kampf um die kontinentale Mitte: Die Deutschen an die Front

Berlin steuert auf ein Minenfeld zu, wenn es den Sirenenklängen derjenigen folgt, die den Frieden östlich von uns nachhaltig torpediert haben.

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Das Muster ist bekannt. Da redet der deutsche Kaiser zum Einsatz deutscher Truppen im fernen China in der Unterstützung der westlichen Koalition gegen das kaiserliche China. Diese Rede wird ihm kurze Zeit später von den westlichen Partnern im Einsatz gegen China als „Hunnenrede“ um die Ohren geschlagen. Da ging es nämlich um den Krieg der China-Partner gegen die Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn.

Mit der heutigen Lage läßt sich das durchaus vergleichen. Das, was Deutschland tut und nicht tut, das wird Deutschland über kurz oder lang von den Staaten um die Ohren geschlagen, denen man glaubte, aus mirakulöser Solidarität beistehen zu müssen. Mit heute vergleichbar? In Sachen Uiguren aus der chinesischen Provinz Singkiang ganz gewiß. Anders kann man sich nicht erklären, warum sich nach dem von den USA betriebenen Scheitern der „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Asien“ ausgerechnet und ohne erkennbaren Grund das „Welt-Hauptquartier der Uiguren“ in München ansiedeln konnte. Wenn es Washington danach ist, die Puppen tanzen zu lassen, ist Deutschland wieder prominent dabei. Dies zwecks Durchsetzung von Interessen, die nicht die deutschen Interessen sind und/oder zur sportlichen Disziplinierung der Berliner Regierung.

Heute war in der Video-Schalte der Frau Bundeskanzlerin mit dem chinesischen Ministerpräsidenten dieses beispielhaft zu bewundern. Seit der BBC-Berichterstattung über die Uiguren in Singkiang ist diese Themenstellung wie ein Wetterleuchten im Osten, bei dem unsere gesamten Interessen in Zusammenhang mit China zur Disposition gestellt worden sind. Jede deutsche Großinvestion in Singkiang muß sich seither im Sinne und nach den Interessen aus Washington und von „global Britain“ mit den herzzerreißenden Geschichten von nach Istanbul geflüchteten Uiguren konfrontiert  sehen. Zuletzt war es VW, das heilige Schwüre ableisten mußte. Schwüre, bei denen man ohnehin bald wieder vorgeführt werden wird.

Dabei sollte es in den Archiven deutscher Ministerien noch genügend Berichte darüber geben, wann seitens der Vereinigten Staaten und dann auch von Staaten wie Japan oder Deutschland der politische Schalter umgelegt und auf konfrontative Entwicklung gestellt worden ist. Es war nach dem Ende des Kalten Krieges in Europa. Der Zerfall der Sowjetunion hatte zur Selsbständigkeit zwahlreichen Völker geführt, die nach Jahrzehnten Sowjetunion zu einer neuen Staatlichkeit finden konnten. Dieser Prozeß ist, neben den Ereignissen im Baltikum, weitestgehend friedlich abgelaufen.

Im Mittelteil der ehemaligen Sowjetunion drohte allerdings alles entlang des Tien-Shan Gebirges in Blut zu ersticken. Die sowjetisch-chinesischen Grenzkonflikte waren noch in frischer Erinnerung. Jeder, der die Dimension der potentiellen Konflikte erfahren will, sollte sich mit der Geschichte entlang der berühmten Seidenstraße beschäftigen. Der Council on foreign relations im berüchtigten Chicago hatte im ausgehenden 19. Jahrhundert minutiös geplant, wie die Donaumonarchie bei ihren Vielvölkerproblemen maßgerecht auseinander genommen werden konnte. Das darf beruhigt als Kinderspiel bezeichnet werden, wenn man die Großregion am Tien-Shan mit ihren Völkerschaften betrachtet.

Der damalige kasachische Staatspräsident Naserbajev sah Unheil und Elend kommen und berief nach dem Modell der KSZE eine derartige Vorbereitungskonferenz für Asien ein. Heute ist dies die Shanghai Gruppe.

Wer bei der tatkräftigen Rolle der USA in der KSZE ein ähnliches Verhalten in Asien erwartet hätte, sah sich getäuscht. Die USA wollten keine Lösung von Problemen sondern die Nutzung der bestehenden Probleme zu ihren Gunsten und zur gegebenen Zeit. Terroristen mögen mit Sprengstoff-Gürteln ausgestattet sein, um maximalen Schaden zu verursachen. Die USA haben einen derartigen Sprengstoff-Gürtel um China gelegt, um nach Bedarf das Land auf den Mond schießen zu können. In Myanmar zeigt das gerade der verbissene Kampfeinsatz der Karen gegen die Regierung von Myanmar. Die Karen sind als amerikanische Verbündete im Vietnam-Krieg keine Unbekannten – tapfere Krieger allemal in einem Gebiet, das auch als „Goldenes Dreieck“ bekannt ist.

Berlin steuert auf ein Minenfeld zu, wenn es den Sirenenklängen derjenigen folgt, die den Frieden östlich von uns nachhaltig torpediert haben.
 
Willy Wimmer, 28. 4. 2021

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Jaspers

Wenn es nicht so gefährlich und traurig wäre, die deutsch russische Geschichte betreffend. Soll Merkel doch die Mitglieder und Wähler von FFF, den Grünen und den ganzen hirnlosen Kriegshetzern von CDU und SPD an die Grenze nach Russland schicken. Dann hätten die Russen etwas zu lachen, und wir wären dieses geschichts-vergessene Gesindel nach einen Winter in der freien Natur endgültig los.

Gravatar: renhard

Dieses Land hat schon lange keine Politiker mehr, die es
wert sind, als Staatsmann bezeichnet zu werden. Ein
Land, daß seit über 15 Jahren durch weibische Emo-
tionalität und Angst und nicht durch vernunftorientierte Rationalität geführt wird kann keinen klaren politischen Kompass haben. Diese Führung unterwirft sich nicht nur zerstörerischen fremdkulturellen Invasoren im landes-
inneren sondern zeigt sich auch geradezu hündisch gegenüber einer durch Betrug an die Macht gekomme-
nen neuen amerikanischen Regierung. Yankee Biden
freut´s, uns aber kann es brechen.

Das aussenpolitische Fiasko, daß diese sog. Kanzlerin
in Europa und weltweit zusammen mit Ihrem unreifen
und wenig gebildeten Primanerbübchen Maas hinter-
lassen wird, wird der indigene deutsche Arbeitnehmer
wieder einmal teuer bezahlen.

Gravatar: karlheinz gampe

Wo rote Betonköppe regieren, da war noch nie Verstand zu finden. Ob in der Außen- oder Innenpolitik. Migration, Asylantenaufnahme schleppt Corona ein, denn wie ist es sonst zu erklären, dass unter Migranten und Gegenden mit hohen Migrantenanteil die Infektionen besonders hoch sind. Ungebildete rote kriminelle Merkel, CDU + SPD holen quasi täglich die Pest ins Land. Jeder Bauer riegelt Hof und Stall im Fall ein Tierseuche ab und holt keine neuen Tiere in seinen Saustall. Kriminelle meineidige Merkel und ihr Gefolge ist hier erneut wieder für den Tod vieler Deutscher verantwortlich. Merkel hat und hatte blutige Flossen, da kann man Sarah Wagenknecht nur zustimmen. Lebenslänglich für die perfide CDU Kriminelle Merkel und Co.

Gravatar: Hajo

Deutschland ist zu groß um übersehen zu werden und zu klein um die Geschicke maßgeblich mitzubestimmen und wenn alle Stricke reißen, dann wird man sie traditionsgemäß zum Schuldigen erklären und die anderen sind fein raus.

Auf diesen uralten Trick fallen nahezu alle deutschen Politiker herein und Hut ab vor Schröder, der sich als Roter gegen den Irak-Krieg verweigert hat und deshalb muß man ja keine Symphatisant von ihm gewesen sein, aber diese Form wäre eine Möglichkeit, sich von der Umklammerung der lieben Freunde zu befreien, unabhängig von anderen Vorgängen, die nicht mehr zu korrigieren sind.

Die deutschen Regierungen scheinen nur zwei Arten von Politik zu kennen, entweder die Haudrauf-Methode oder die Unterwürfigkeit, denn das diplomatische Gespür anderer scheint von wenigen Ausnahmen abgesehen nicht ihr Ding zu sein und deswegen werden sie auch zukünftig immer in die gleiche Falle tappen und nicht die Verbrüderung mit den Falschen mag immer das richtige Ziel sein, sondern die Ausgewogenheit mit wenig Angriffsfläche wäre die hohe Kunst, die geboten wäre.

Wenn sie das nicht können, dann sollte sie sich doch gleich unterordnen und der nächste Stern in der Sammlung der Amis werden, das wäre zumindest ehrlicher als dieses dämliche Herumgeeiere, wo man sogar noch seine eigene Würde dabei verliert, Voraussetzung wäre allerdings das man so etwas überhaupt besitzt.

Gravatar: Jürgen kurt wenzel

Was für ein Größenwahn ,diese Deutschen , die nun unter der ,, Gegenbogenfahne " , dievers und Gottes Schöpfung abgewant die Welt verformen wollen !Was geschieht wenn ein amerikanischer Kampfverband aus der Eifel aufbricht und unter der UN -Flagge das ,, Kanzleramt " um stellt !!!!Na zu mindest werde ich Beifall klatschen !!!Ich denke , daß ist die letzte Option das Grauen zu verhindern !!!!Oder besser ein Staufenberg , gesegnet mit dem Heiligen Schwur und dem Bekenntnis zum Vaterland !!!!!!!

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