Irre Ideologen

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Irre Ideologen
Datum: 13.09.2010, 10:42

Der Europarat ist die älteste lebende Institution zur Vereinigung des alten Kontinents. Sein parlamentarischer Rat hat sich in den letzten Jahrzehnten oft mit informativen analytischen Resolutionen und Memoranden zur Demokratie in Europa Verdienste erworben. Aber der Rat ist vor ideologischem Unfug nicht gefeit. Das zeigt die neue Empfehlung an die 47 Mitgliedstaaten, geschlechtsneutrale Begriffe in offiziellen Dokumenten zu benutzen. So wird aus Vater oder Mutter ein Elternteil oder Elter 1 und Elter 2, was gendersüchtige Emanzen zu ungeahnter Begeisterung entfacht. In der schweizer Hauptstadt Bern wird das schon praktiziert und von dort kam auch die Initiative in den Europarat.

Der Vorgang zeigt zweierlei: Zum einen, zu welchen Absurditäten die Gender-Ideologie führen kann. Vater und Mutter, Mann und Frau soll es nicht mehr geben. Das klingt ganz nach Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre, für die der Mensch geschlechtsneutral sei und nur durch gesellschaftliche Konvention zur Frau oder Mann gemacht werde. Kein Wunder, Sartre prägte den Satz „la nature de l’homme n’existe pas“ – die Natur des Menschen existiert nicht. Aus solchen krausen Ideen entsteht zum Beispiel der Kindesmissbrauch, wie ihn manche 68er, die Jünger Sartres, auch guthießen. Zum Beispiel der Europa-Politiker Daniel Cohn-Bendit, der von den Medien hierzulande immer noch hofiert und ernst genommen wird. Zum zweiten, dass der Marsch durch die Institutionen auch gute Organisationen zu Instrumenten schlechter Ideen und irrer Ideologen machen und damit an den Rand der Existenzberechtigung führen kann. Schade und ein Glück, dass es nur der Europarat ist, dessen Empfehlungen nicht bindend sind. Aber wer garantiert, dass die Kommission in Brüssel nicht auch solche Ideen hegt? Auch in der EU, in der OECD und erst recht in der UNO ist der Marsch der irren Gender-Ideologen durch die Institutionen weit gekommen. Das zeigen die Empfehlungen dieser Organisationen in Sachen Familie und Lebensschutz. Längst ist man dabei, Abtreibung zu einem Menschenrecht deklarieren zu wollen. Das Töten als Menschenrecht – kann es eine absurdere Forderung geben?

Nun also der semantische Tod von Vater und Mutter zugunsten geschlechtsneutraler Ausdrucksformen. Auch dahinter stehen Lobbygruppen, die entweder den Menschen als Sklaven des Arbeitsmarkts sehen oder gar pädophile Interessen verfolgen. Das Ganze wird verkleistert als Gleichheit vor dem Gesetz. Auch hier wieder eine große Verwirrung: Die Menschen sind nicht gleich. Sie brauchen nur Chancengleichheit vor dem Gesetz. Die irren Ideologen aber führen in die Diktatur.

 

Sven von Storch

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