Jürgen Habermas erhält den Deutsch-Französischen Medienpreis 2018 - Ein Kommentar

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Jürgen Habermas hat sich wissenschaftlich in den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit seinen Arbeiten zum kommunikativen Handeln profiliert (Theorie des kommunikativen Handels, 1981). Zentrales Element seines damaligen Denkens war die Antizipation eines herrschaftsfreien Diskurses als prozedurale Bedingung für Wahrheit. Wer solche theoretische Arbeiten unternommen hat, der hätte heute, 2018, eigentlich viel zu sagen zum derzeitigen politischen Diskurs in Deutschland. Nicht so Habermas! Worüber lässt er sich in seiner Rede anlässlich der Preisverleihung aus? Er plädiert für den politischen Ausbau der Europäischen Union und rühmt dabei ausgerechnet den französischen Präsidenten Macron, verknüpft mit einer skurrilen Analyse, daß der Rechtspopulismus in Europa sich dem Eindruck verdanke, daß der EU der politische Wille zur Handlungsfähigkeit fehle. Kein Wort zu einer Begriffsbestimmung des „Rechtspopulismus“. Kein Wort zum Demokratiedefizit in der EU, auch kein Wort von Habermas zum sagenhaften Aufstieg von Macron in Frankreich, über dessen finanzielle Förderer und die weitgehende mediale Unterstützung der Ein-Mann Show Macron von Anfang an. Da waren die deutschen Wirtschaftsnachrichten schon früh weiter, die Macron als Mann der Großbanken und multinationalen Konzerne bezeichneten. Die Laudatio auf Habermas wurde ausgerechnet von Heiko Maas gehalten, dem Minister des Netzdurchsuchungsgesetzes, einem Politiker, der also viel dafür getan hat, den „herrschaftsfreien Diskurs“ zu zerstören. Es zeigt sich, daß Habermas den herrschaftsfreien Diskurs nicht für praxisrelevant hält und ein Einsatz für freien Diskurs und Demokratie ihm mittlerweile fremd ist. Und schließlich: Der Strukturwandel der Öffentlichkeit nach 2015 in Deutschland ist Habermas fremd.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Thomas Rießler

Naja, Habermas kommt aus dem Dunstkreis der Frankfurter Schule, was sogar schon in Wikipedia steht. In diesem Blog dagegen steht kein Wort von diesem marxistischen Hintergrund. Stattdessen wird im Stile des Ahnungslosen auf Widersprüche zwischen seiner Philosophie und seinem Gerede hingewiesen. Sowas könnte man als Lückenblog bezeichnen. Manche meiden den Begriff Marxismus wie der Teufel das Weihwasser. Bezeichnend sind auch die Ehrungen dieses Gesellen durch unsere Politiker. Die wissen anscheinend besser darüber Bescheid, mit wem sie es zu tun haben.

Gravatar: Jürgen kurt wenzel

Tja,wenn sie denn alt genug sind ist die Frage zwingend ob wie im Falle Habermas nur ein Zettel verschluckt wurde ??Es ist hart zu fragen warst Du dabei ,oder dagegen ?Bei Malte Herwegs ,, Flackhelfer" ist es zwingend zwischen den Zeilen zu lesen !Diese intulektuellen Schwätzer haben eines gemeinsam , sie sind feige ,verlogen und bringen Unglück !!Wenn man ihnen nicht den Kopf abschlägt schwimmen sie immer wieder oben !!War das Alles doch von den ,,Dunklen Mächten ",Flick ,Rockefeller und co geplant?Wo bleibt hier. der Name Hallstein oder das Leiden der Widerständler und derErkenntnis des Fritz Bauer ,: Wenn ich mein Büro verlasse bin ich im feindlichen Ausland !!Ist bei diesem Ton aus Berlin ,nicht mal eine von der UN-Carta gedeckte amerikanisch Militärübung angesagt um auch den ,,Natoaufmarsch "an der russischen Grenze zu stoppen ??Wohin treibt das alles??

Gravatar: Marc Hofmann

Wer zum Teufel ist jetzt schon wieder dieser Habermas...wieder so ein grün-Sozialistisches Gesinnungsmännchen!?

Gravatar: cap

Habermas Theorie referiert in weiten Teilen nichts anderes als die Rechtssetzungen z. Bsp. des Grundgesetzes und übersetzt diese in ein völlig, mit selbstdefinierten Fachbegriffen überladenes, Soziologen-Deutsch. Einen Fachdiskurs darüber zu führen ist fast aussichtslos, wenn man nicht die Begriffsbibliothek mitdenkt. Er ist einer, der mit Hilfe kryptischer Begriffsdefinitionen und Verwendung die Brücken hinter sich abreisst, die eine demokratische Kommunikation erst möglich macht. Die Realität zeigt den Trümmerhaufen den diese „Philosphie“ hinterlässt, die Ehrungen der linken Pharisäer eingeschlossen. Gerade Heiko NetzDG hat erkennbar nichts begriffen oder macht uns ein X für ein U vor. Der 80er Jahre Habermas hätte den Preis nicht annehmen dürfen. Neue Schläuche, alter Wein!

Gravatar: Thomas Rießler

Die Inspiration zur These, dass der Kapitalismus den alten Menschen deformiere, haben manche wohl durch einen Blick in den Spiegel erhalten.

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