Niemand ist verpflichtet, eine Weihnachtsansprache zu halten
Niemand ist verpflichtet, eine Weihnachtsansprache zu halten
Datum: 13.01.2011, 12:51
es gab keine Krippe unter dem präsidialen Weihnachtsbaum
und der Bezug auf Weihnachten, den der Präsident in seiner Rede wählte,
beschränkte sich auf das "Geschehen auf den Feldern von Bethlehem", als der
Engel den Hirten erschien und ihnen den Frieden für die Menschheit verhieß.
Ende. Nichts zur Geburt Jesu. Nur die seltsame Formulierung von dem
Ereignis auf den "Feldern von Bethlehem" und die Reduzierung des
Weihnachtsgeschehens auf die Friedensverheißung des Engels an die Hirten,
womit dann aus Sicht des Redners wohl elegant übergeleitet werden konnte
auf einen Frieden für alle, den ja alle Kulturen ersehnen.
Machte man sich die Mühe, beim Bundespräsidialamt nachzufragen - und diese Mühe machte ich mir - warum keine Krippe unter dem Weihnachtsbaum stehe und wieso von einem "Geschehen auf
den Feldern von Bethlehem" gesprochen werde, statt die Geburt Jesu zu erwähnen, ob das alles Absicht gewesen sei, Jesus und Christentum also möglichst nicht erwähnt werden sollten, und hatte man die Geduld, 14 Tage auf die Antwort zu warten, so kam tatsächlich ein Anruf mit der Antwort des Amtssitzes des Bundespräsidenten: "Sie haben uns zwei Fragen gestellt, auf die ich jetzt antworten möchte. Auf die erste Frage nach der Krippe: Niemand ist verpflichtet, eine Krippe unter dem Weihnachtsbaum aufzustellen." Pause. Äh?! Ja, denkt man sich, sicherlich, und? Weiter gibt
es aber keine Ausführungen. Und zur zweiten Frage: "In der Rede des Bundespräsidenten wurde nichts verschwiegen." Aha. Wieder Pause. Auf eigene Nachfragen, ob darüber vielleicht diskutiert wurde, verschiedene Ansichten bestanden (zum Aufstellen der Krippe) und ob bewusst die
Weihnachtsgeschichte auf einen "unverfänglichen" Teil reduziert wurde ("Das Geschehen auf den Feldern..."); gibt es nur die Wiederholung: "Niemand ist verpflichtet, eine Krippe aufzustellen. In der Rede der Bundespräsidenten wurde nichts verschwiegen."
Man nimmt es zur Kenntnis und denkt im Stillen: "Lieber Bundespräsident,
niemand ist verpflichtet, eine Weihnachtsansprache zu halten."
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