Joana Cotar hat die Alternative für Deutschland verlassen

Die Bundestagsabgeordnete Joana Cotar hat die AfD verlassen. Damit tritt eine weitere auf-rechte Demokratin aus der Partei aus, die für viele eine Hoffnung war.

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»Es ist mir nicht leichtgefallen«, schreibt Joana Cotar, MdB, in einer Erklärung zu ihrem Austritt aus der Partei und wie schwer er, der Austritt, ihr gefallen ist, spürt der Leser in jedem Satz. »Ich stehe für eine konstruktive, freiheitlich – konservative Politik.« Es gab für Cotar, wie sie sagt, »immer einen klaren Kurs und immer rote Linien für den Umgang miteinander.«

»Die AfD hat zu meinem tiefsten Bedauern diese Linien mehrfach überschritten und den einstigen Kurs – einer von ideologischen Einflüssen befreiten Realpolitik zum Wohle Deutschlands – aufgegeben.« Was folgt, ist eine detailgenaue und realistische Beschreibung jener Partei, die für die herrschenden Parteien das beliebteste Hassobjekt ist. Dabei betont Cotar ausdrücklich, daß nicht die Mannen und Maiden um Björn Höcke der Grund für die Schwierigkeiten sind. Nein. Im Kern nennt Cotar zwei ganz andere Punkte.

»Statt um Inhalte«, schreibt Cotar, »geht es hauptsächlich um bezahlte Mandate und Ämter. Die Alternative ist zur Altpartei geworden. Im Kampf gegen innerparteiliche Gegner ist Dauermobbing an der Tagesordnung – angefeuert von der Spitze der Partei und ihrer Netzwerke. Der Kampf um ein besseres Deutschland ist in den Hintergrund gerückt, Anstand spielt in den korrupten Netzwerken innerhalb der Partei keine Rolle mehr.«

(...)

Der Grund dafür ist schnell gefunden: Die meisten Abgeordneten der AfD sind durch und durch von der Politik abhängig. Das war Cotar nicht, wie sie betont, denn Cotar weiß: Nur wer finanziell unabhängig ist, wahrt auch eine unabhängige Meinung. In den Worten der ehemaligen AfDlerin: »Im Gegensatz zu vielen Kollegen, war und bin ich finanziell nicht auf Partei oder Bundestag angewiesen und daher gab es für mich immer einen klaren Kurs und immer rote Linien für den Umgang miteinander.«

Damit ist zugleich auch der zweite Punkt erreicht: Cotar ist strikt gegen den russlandfreundlichen Kurs der AfD im völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine. Denn: »Ich stehe für eine Politik, die die Souveränität anderer Staaten achtet und ihnen diese nicht aberkennt, wenn sie sich gegen den Überfall durch ein verbrecherisches Regime wehren. Ich bin Patriot und verstehe es, wenn Patrioten um ihr Land kämpfen.«

Folgerichtig bedeutet das: »Für mich haben russische Fahnen bei einer Demonstration unter dem Motto ›Deutschland zuerst‹ nichts zu suchen.« Und beim Lesen des Satzes wundert man sich einmal mehr, daß die Anhänger der AfD diesen tiefen Widerspruch nicht erkennen. »Die große Nähe führender AfD-Funktionäre zum Präsidenten der Russischen Föderation Vladimir Putin«, erklärt Cotar weiter, »kann und werde ich nicht mehr mittragen. Die Anbiederung der AfD an die diktatorischen und menschenverachtenden Regime in Russland, China und jetzt auch den Iran sind einer aufrechten demokratischen und patriotischen Partei unwürdig. Zu oft habe ich in den letzten Jahren mitbekommen, wie führende Funktionäre gerade für diese Länder Lobbypolitik betrieben haben.« – Als Mitglied der Bundestagsfraktion wird sie es wissen.

Was Cotar will? – »Ich will weder von Russland noch von China oder den USA abhängig sein.« Für jemanden, der für eine konservative Politik eintritt, ist das eine eigentlich selbstverständliche Haltung. Ebenso wenn sie schreibt: »Die Aufrüstung der Bundeswehr halte ich nicht für irre, wie es der Parteichef sagte, sondern für dringend geboten. Wenn junge Männer und Frauen bereit sind, zum Schutz des Rechtes und der Freiheit des deutschen Volkes das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, ist es für mich selbstverständlich, sie im Einsatz modern auszurüsten.« Irritierend ist allenfalls, dass so etwas der AfD gesagt werden muss.

Joana Cotar hat die Konsequenzen gezogen: »Daher habe ich mich nach fast zehn Jahren Parteizugehörigkeit dazu entschieden, die AfD zu verlassen.« Somit hat die AfD ein weiteres wichtiges, weil kritisches Mitglied verloren. Für einen konservativen, rechten Mitteleuropäer ist das ein herber Verlust. Hingegen dürfen die Altparteien sich freuen – zusammen mit den unbezahlten und bezahlten Putin-Verstehern.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: pol. Emik-Wurst, Hans

Schön, dass Frau Cotar gleich auch ihr Bundestagsmandat niedergelegt hat! Oder ist das eine Falschmeldung?

Gravatar: Doendrub

Anscheinend ist Frau Cotar den Druck, den die AFD ausgesetzt ist nicht gewachsen, oder sie hat vielleicht eine angestrebte Position nicht erreicht. Auf alle Fälle begründet sie ihren Austritt mit leicht wiederlegbaren Anschuldigungen. Es ist gut das sie die Partei verlassen hat, mal schauen wo sie sich in Zukunft einschleimen möchte.

Gravatar: Walter

@
Tom aus Sachsen.

Sie haben vollkommen recht, diese Dame gehört auch zu dieser Art von
Parteimitgliedern, welchen den angestrebten Aufstieg in der AfD nicht
erreicht haben und damit plötzlich ihre Gesinnungsänderung zeigen. Der
Artikelschreiber in diesem Blog ist doch das beste Beispiel dafür. Mal
sehen wo sie demnächst versucht, wieder den Aufstieg zu erreichen.

Gravatar: Doris Mahlberg

Wenn Frau Cotar für sich entschieden hat, daß sie bei der AfD nicht mehr in der richtigen Partei ist, so ist ihr Parteiaustritt die einzig richtige Konsequenz. Eben das würde ich mir von Sarah Wagenknecht wünschen, die ja ganz offensichtlich bei den Linken auch nicht mehr in der richtigen Partei ist.

Im übrigen stimme ich @Realist 100%ig zu. Bei allen Schwächen ist die AfD die einzige Partei, durch die ich mich überhaupt noch vertreten sehe. Verräter und Hinterzimmerintriganten gibt es in jeder Partei und hat es immer gegeben, wofür Herr Meuthen das beste Beispiel ist. Aber das ist alles gar nichts, verglichen mit dem verrotteten Altparteiensumpf, aus dem der Mist zum Himmel stinkt. Wo, bitte schön, hat dieser korrupte Haufen überhaupt noch einen Bezug zu Deutschland ?? Sie führen nur Befehle aus zum Wohle der USA und agieren zum Nutzen der amerikanischen Globalisten. In Deutschland ist die Kinderarmut wieder gestiegen, die Rentnerarmut auch und die Inflationsrate ebenfalls. Die Armut hat inzwischen auch den Mittelstand erreicht und das ist alarmierend, aber von der Politik gewollt. Vielleicht wird es bald keine Bäcker mehr geben, aber darüber kann dieses dumme Arsxxxxxxx Scholz nur lachen. Die deutsche Wirtschaft geht den Bach runter wie niemals zuvor und was muß ich mir tagtäglich anhören ? Irgendeinen Bullshit über die bösen Russen, den bösen Putin, über bekloppte Klimakleber, die hier offenbar Narrenfreiheit haben und machen können was sie wollen. Den ganzen übrigen Mist will ich gar nicht mehr erwähnen. Wem, in der ganzen korrupten Politik, geht es überhaupt noch um Deutschland ?? Trotz aller Mängel kann ich da nur die Politiker der AfD erkennen.

Gravatar: Kurpfälzer

Wenn Frau Cotar ausgetreten ist aus der AfD - Gut so !
Mit solchen Leuten kann man keinen ,,Staat" und keine Politik machen.
Der Austritt ist ein Zeichen politischer Unreife und Intoleranz. Denn dies Verdikt steht dahinter: Wenn die anderen Parteifreunde nicht nach meiner Meinung tanzen, das nennt sie dann Mobbing, dann taugt die ganze Partei nichts.
Solche Austritte wie von Frau Cotar stärken die AfD. Es ist ein Selbstreinigungsprozess einer neuen aufstrebenden Partei.
Wie töricht das Handeln von Frau Cotar ist - Im Fußball nennt man sowas Eigentor. Sie schadet sich mit Ihrem Entschluss selber, es bedeutet Ihr Karriereaus als Abgeordnete nach Ablauf der Legislaturperiode.

Gravatar: DaSilva

Frau Cotar und ihre scheinheilige Kritik an der AfD.
»Statt um Inhalte«, schreibt Cotar, »geht es hauptsächlich um bezahlte Mandate und Ämter«.
Nun da Sie aus der AfD ausgetreten ist, die Fraktion in Bundestag verlassen hat, gibt sie, da es ihr nicht um bezahlte Mandate geht auch ihr Bundestagsmandat zurück. Dann ziehe ich den Hut vor ihr, aber nur dann.
Das aber bezeifle ich, bzw. habe ich bisher nichts davon gehört.
Dies ist das typische Politikergehabe aus den Altparteien, andere mit konstruieren Vorwürfen überziehen aber selber ist man das beste Beispiel für diese Vorwürfe.
Wie könnte man das bezeichnen? Scheinheilig? Verlogen? Das muss jeder selbst entscheiden, aber zumindest ist es völlig unglaubwürdig.

Gravatar: Realist

Außer der Afd gibt es derzeit keine ernst zu nehmende Oppositionspartei in Deutschland. Bei allen Verständnis für Frau Cotar sollte sie das bedenken. Oder will sie jetzt in einer Blockpartei mitarbeiten? Parteien sind IMMER ein mieser Kompromiss, und enden schlussendlich immer wie SPDGRÜNELINKECDUFDP als Verräter ihrer eigenen Wähler! Parteien lösen keine Probleme der Demokratie! Die Macht der Parteien ist das Grundproblem der heutigen Demokratien. Menschlich, sozial und fachlich qualifizierte Einzelkandidaten ohne Verbindungen zu den Netzwerken der Superreichen sind meiner Ansicht nach die einzige Möglichkeit einen demokratischen Parlamentarismus wieder herzustellen.

Gravatar: Freya

1. Frau Cotar wollte doch noch vor Kurzem an die Spitze gewählt werden.
2. Die AfD war nicht für viele Bürger eine große Hoffnung, sondern sie IST es nach wie vor.
3. Den Austritt einer Meuthen-Freundin verkraftet die einzige deutschlandfreundliche Partei ganz gewiss.

Gravatar: Der Kleine+Covid

Schade, dass die Dame so wenig Kenntnisse von der Geschichte und der Politik der letzten Jahrzehnte hat. Das ist wohl eine bei der heutigen Politiker-Generation grassierende Krankheit.
- Was war 1962 in der Kuba-Krise? Vergleich zu Rußland?
- Was geschah in der Ukraine seit 2014?
- Was ist die Geschichte der Krim?
- Was ist das Sicherheitsinteresse Rußlands? Wie viele Offerten hat Putin in den letzten 10 Jahren gegenüber derm Westen gemacht? Ergebnis?
- Was ist mit dem Bandera-Kult und den Nazis in der Ukraine?

Die Dame ist wahrscheinlich bei HerrnSchwab besser aufgehoben!!

Gravatar: Werner Hill

Und wenn schon von "Anbiederung" die Rede ist, sollte man auch nicht unerwähnt lassen, wie sich Ampelpolitiker bis hinauf zum Bundespräsidenten bei Selenski angebiedert haben (bzw. sich anbiedern mußten).

Gravatar: Thomas

Madam will noch schnell die Seiten wechseln, zur Schuztmacht des "Wertewesten" und ihren deutschen
Politsatrapen. Da schwingt man gerne die US Flage,
vom untergehenden Imperium, mit 800 Militärbasen welweit
und unzähligen gesponserten Kriegen und Regierungsstürzen weltweit. Sie möchte jetzt auch Schwabjünger werden.

Gravatar: Tom aus Sachsen

Offenbar war die Karriereleiter etwas zu steil oder zu hoch, also biedert sich diese Frau jetzt bei den anderen Feldpostnummern an. Wendehälse haben wir ja genug, da kommt es auf einen nicht mehr an. Für die AfD kein Verlust.

Gravatar: Hajo

Dann wäre diese Dame ja vielleicht bei den Grünen besser aufgehoben mit ihrem Untertanengeist gegenüber dem US-Hegemon, der festlegt, wer der Gute und Böse ist auf dieser Welt und diesesmal sind es die Russen, dann ist es China, wären da nicht die roten Flecken auf der eigenen weißen Weste, wenn das Blut spritzt und der Mordbube anschließend den anderen bezichtigt, gegen seine Interessen zu morden.

Vielleicht ist sie auch innerhalb der Partei zu kurz gekommen, was ja auch mal passieren kann und dann benützt man gerne Floskeln um den anderen nochmals richtig in die Seite zu treten, was fast üblich ist, aber nicht gerade souverän aussieht, denn man kann den eigenen Stall auch verlassen mit der Begründung der Unvereinbarkeit, wo man dann alles gesagt hat, aber nicht unbedingt als Nestbeschmutzer dasteht, was ja auch tief blicken läßt, wenn es um beleidigte Gefühle geht.

Das gleiche Nachtreten hat ja der ehemalige Sprecher der Partei nach seinem Austritt an den Tag gelegt und dabei vergessen, wem er sein Abgeordnetenmandat in Brüssel zu verdanken hat und im Prinzip könnte man ihm in Nachhinein ebenso vorwerfen, daß er den falschen Weg beschritten hat, aber des Geldes wegen an seinem Posten im Ausland festhält, denn nichts ist überzeugender als ein adequates Auskommen und da sind sie sich alle einig, wenn es um die Kohle geht.

Leider gibt es in dieser Hinsicht zu viele Beispiele wie das Verhalten mancher Zeitgenossen ist und da wurden schon oft schwere Vorwürfe laut zu unterschiedlichen Anlässen und trotzdem hat man die Hand aufgehalten und das Geld vom Schmutzfink genommen, was auch nicht gerade die feinste Art ist, wenn man den eigenen Charakter in seiner besten Form wie eine Monstranz vor sich her trägt und dann in die Niederrungen des schnöden Mammons hinabsteigt, was den gepredigten Idealen in jeder Hinsicht widerspricht.

Das alles ist dann der tiefe Blick in das Innerste so mancher Zeitgenossen und dabei entlarven sie sich selbst, man muß es nur ergründen um damit festzustellen wen man vor sich hat, denn untadelige Menschen verhalten sich in der Regel anders und sind dabei sogar noch Vorbild, was andere leider vermissen lassen.

Gravatar: Werner Hill

Diese "korrupten Netzwerke" gibt es mit Sicherheit auch bei den "Altparteien". Nur wagt es dort niemand, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Aber auch wenn Frau Cotar mit ihrer Kritik teilweise recht hätte, hätte sie bedenken sollen, daß sie damit die einzige Partei massiv schädigt, die sich noch konsequent für das Wohl der deutschen Bürger einsetzt.

"Hingegen dürfen die Altparteien sich freuen ..."

Im Übrigen ist es mir neu, daß sich die AfD Russland, China oder dem Iran "anbiedert". Insbesondere das böse Spiel der US-Kriegshetzer gegen Russland (und damit auch gegen Deutschland) sollte der sehr einseitig orientierten Frau Cotar nicht unbekannt sein.

Gravatar: Fritz der Witz

Wir sind alle in tiefer Trauer wegen des Verlusts dieser auf-rechten Voll-und-Spezial-Demokratin.

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