Wir leben im Paradies auf Erden

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Wir leben im Paradies auf Erden
Datum: 26.09.2014, 17:30

“Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer noch Geschrei noch Schmerz mehr sein” verspricht die Bibel in der Offenbarung. Das Paradies sei einst gewesen und wird wieder kommen, heißt es. Im Paradies gab es alles in unbegrenzter Menge. Es gab genug Boden, Energie und Kapital. Natürlich gab es kein Geld. Mit Kapital sind früchtetragende Anlagegüter wie Bäume oder Nutztiere gemeint. Wären diese Produktionsfaktoren heute noch unendlich, dann befänden wir uns im biblischen Paradies. Doch so kam es nicht. Das Paradies ist fiktive Geschichte und heutzutage sind alle Faktoren knapp. Alle? Nicht ganz.

Das Ende der Unbegrenztheit der Dinge lässt sich zeitlich genau festhalten. In dem Moment, als Eva den verbotenen Apfel gegessen hat, ging das Paradies unter. Seither müssen die Menschen mit Boden, Energie und Kapital wirtschaften. Der Apfelklau war die Geburtsstunde der Volkswirtschaft. Der Schöpfer wollte damit bezwecken, dass wir mit unserer Umwelt sorgfältig umgehen und die Endlichkeit der Dinge begreifen. Das ist natürlich nur symbolisch und nicht historisch-korrekt gemeint. Nach dem Untergang des Paradieses konnte kein Mensch unendlich Energie, Boden oder Kapital für sich nutzen. Es musste auf einmal alles erarbeitet und getauscht werden. Boden liefert Kapital, die Energie (Arbeit) erntet das Kapital und das Kapital kann in anderes Kapital getauscht werden. Diese drei Faktoren bestimmen noch heute unsere Volkswirtschaft. Boden, Arbeit (Energie) und Kapital sind endlich. Bis zum 23. Dezember 1913 zumindest.

Mindestens seit dem Jahr 1913 bilden sich einige Leute ein, Schöpfer zu spielen. Sie brechen mit Gottes Regeln und hebeln die Endlichkeit der Produktionsfaktoren auf. Hat man einen Faktor, egal ob Boden, Arbeit oder Kapital, unendlich, so erschließen sich auch die anderen beiden fehlenden Faktoren von selbst. Mindestens seit 1913 ist der Faktor Kapital scheinbar unendlich. Zentalbanken können es unendlich erzeugen und konvertieren es seither unaufhörlich in Boden und Energie (Macht) für einige wenige. Die Geldmenge kann unendlich wachsen, denn die Zentralbanken können so viel Geld drucken wie sie wollen. Eine kleine aber feine Elite hat sich das Paradies auf Erden geschaffen.

Unser Planet ist ein geschlossenes System. Energie, Boden und Kapital sind vorhanden, können in die jeweilig anderen beiden Produktionsfaktoren konvertieren, gehen aber nicht verloren. Eignet sich nun eine kleine Gruppe Verbrecher künstlich erzeugtes Kapital und dessen synthetische Ertäge an, dann geht das zwangsläufig zu Lasten der Anderen. Boden wird unbezahlbar und von der Arbeit bleibt immer weniger Kapital übrig, weil nach oben abgeschöpft wird. Wir haben also das Paradies auf Erden! Einige wenige haben unendliche Macht und können aus dem Nichts Geld erzeugen. Es ist aber kein echtes Paradies; es umgeht den göttlichen Plan des freien Wirtschaftens mit den Gütern. Das Paradies ist erst dann echt, wenn alle was davon haben. Es ist genug Boden da, es ist genug Energie da und es ist genug Kapital vorhanden. Es ist nur falsch verteilt, weil sich die genannten Faktoren durch das neue unendliche Papiergeld bei wenigen Verbrechern konzentriert.

62% der Deutschen sind Christen und müssten daher das aktuelle Geldsystem ablehnen; so will es die Bibel. Egal was man glaubt oder nicht glaubt: An der Story ist was dran! Es ist ja auch nur symbolisch gemeint. Das unendliche Papiergeld sorgt für Verwerfungen, Ungerechtigkeit und Armut. Das müssten eigentlich alle Menschen, egal welchen religiösen Führern sie huldigen, ablehnen. Aber wem huldigen “wir” denn? Glauben “wir” nicht eher einer Merkel, einem Draghi oder einem Obama, statt an uns selbst?

Beitrag erschien auch auf: pinksliberal.wordpress.com

Sven von Storch

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