Was mich an Riester & Rürup stört
Was mich an Riester & Rürup stört
Datum: 23.02.2015, 11:39
- Unflexible Auszahlung: Wird das Kapital ausbezahlt, dann geht das nicht in einer Summe. Bei Riester kann man ein Drittel des Guthabens sofort entnehmen; bei Rürüp gibt es nur die Rentenzahlung. Bei Riester kann man aber auch einen höheren Betrag entnehmen, sofern es der Entschuldung einer selbstgenutzten Immobilie dient (Wohn-Riester).
- Nachgelagerte Besteuerung: Bei allen Formen der staatlich geförderten Altersvorsorge steckt der Staat in der Ansparphase einiges an Geld in den Vertrag. Doch in der Auszahlphase kommt der Showdown: Jeder Euro, der aus einem Riester- oder Rürüpvertrag fließt, gilt als Einkommen und muss versteuert werden. Man versteuert also nicht nur die Kapitalerträge, sondern das gesamte Guthaben. Problem dabei: Wer kennt denn heute schon seinen Steuersatz zum Rentenbeginn? Berechnet man solch einen Vertrag “netto”, dann ergeben sich oft keine Vorteile mehr.
- Vererbbarkeit: Rürüp ist nicht vererbbar; weder in der Spar- noch in der Auszahlphase. Gegen Prämienaufschlag kann man aber einen Todesfallschutz integrieren. Riester ist nur in der Sparphase vererbbar. Bei manchen Anbietern gibt es eine Vererbbarkeit bis zum 85. Lebensjahr; bei manchen endet die Vererbbarkeit mit dem Rentenbeginn. Bei frühem Tod in der Auszahlphase geht das Geld dann an den Anbieter.
- Unnötige Kapitalgarantie: Bei Riester (nicht bei Rürüp) muss der Anbieter eine harte Kapitalgarantie aussprechen. Warum eigentlich? Garantien kosten Geld und machen nur Sinn, wenn man sie benötigt. Eine Anlage mit langfristiger Kapitalmarktpartizipation braucht meiner Meinung nach keine Kapitalgarantie. Wer 20-40 Jahre Zeit hat und in regelmäßigen Beträgen einsteigt, kann anfangs sogar zu 100% Aktien haben, und wird keinen Verlust erleiden. Eine Garantie bremst die Rendite und kostet unnötig Geld.
- Komplexität: Rürüp ist einfach. Man gibt die Sparleistung einfach bei der Steuer an und bekommt eine “Gutschrift” auf die zu zahlende Einkommenssteuer. Riester ist da komplizierter. Man muss einen Zulagenantrag ausfüllen und jede Lebensveränderung mitteilen. Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) ergab, dass zirka 52% aller Riestersparer keine Zulage beantragen, weil sie zu faul oder zu dumm dazu sind.
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